Die Abenteuer des Prinzen Achmed

Regie Lotte Reiniger, Deutschland, Fiktion, 1926, 66 Min.

“Wie bereits Tradition und gespannt vom Publikum erwartet, werden wir erneut die 16. Deutsche Filmwoche in Mexiko mit einer musikalischen Vertonung eines Stummfilmes eröffnen. Dieses Jahr wird es noch besonderer: Wir werden den ältesten noch erhaltenen animierten Langfilm präsentieren: Die Abenteuer des Prinzen Achmed von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1926. Dieser wird im Teatro de la Ciudad von den hypnotischen Rhythmen von Sonido Gallo Negro musikalisch untermalt.”

Die Abenteuer des Prinzen Achmed

Ein mächtiger Zauberer bietet dem Kalifen im Austausch für seine wunderschöne Tochter ein magisches Pferd an. Dem Zauberer gelingt es, den Prinzen zu einem Ritt auf dem Pferd zu überreden, um zu überprüfen, ob es tatsächlich fliegen kann. So beginnt Achmeds abenteuerliche Reise. Während seiner ersten Zwischenstation auf der Insel Wak-Wak verliebt er sich in die Prinzessin Pari Banu, die er auf dem Rücken seines Pferdes in ferne Länder trägt. Währenddessen schwört der Zauberer Rache. Er entführt Pari Banu und bietet sie dem Kaiser von China als Sklavin an. Prinz Achmed wird schließlich eine Zauberin um Hilfe bitten müssen, um sie retten zu können... Mit diesem Werk schuf Lotte Reiniger den ersten Zeichentrickfilm in der Geschichte des Kinos, von dem heute noch Kopien vorhanden sind. Ihr Stil baut auf dem chinesischen Schattentheater auf, dessen Möglichkeiten durch die kinematographische Technik um ein Vielfaches erweitert werden.

In ihrer Jugend entdeckte Lotte Reiniger ihr Interesse an den Filmen von Georges Méliès und den Möglichkeiten animierter Kinofilme. Ihre ersten Silhouetten fertigte sie für den Schauspieler und Regisseur Paul Wegener an, der sich daraufhin für ihre Aufnahme am Institut für Kulturforschung in Berlin einsetzte. Dort fertigte sie mit DAS ORNAMENT DES VERLIEBTEN HERZENS ihre erste Silhouetten-Animation an und lernte auch ihren späteren Ehemann Carl Koch kennen. Nach der Hochzeit im Jahr 1921 produzierten sie viele gemeinsame Filme. Ihre Arbeit wurde zunächst vom filmischen Expressionismus inspiriert und wandte sich dann zunehmend einer moderneren Ästhetik zu. Mit der Machtübernahme der Nazis entschieden sich Reiniger und Koch dazu, das Land zu verlassen. Aufgrund eines fehlendes Visums konnten sie sich jedoch in keinem Land dauerhaft niederlassen und kehrten daher nach sechsjähriger Reise nach Berlin zurück.

Filmografie (Auswahl): Papageno (1935); Carmen (1934); Doktor Dolittle und seine Tiere 1-3 (1928); Aschenputtel (1923); Dornröschen (1922); Das Ornament des verliebten Herzens (1919)
 
Sonido Gallo Negro
ist ein Musikprojekt, das den psychodelischen Sound der peruanischen Cumbia der siebziger Jahre aufnimmt und ihn mit anderen Untergattungen verschmelzen lässt. Farfisa-Orgeln, Gitarren mit Fuzz-Effekten und der rhythmusgebende Güiro sind die Hauptelemente der Cumbia dieses Ensembles. Sonido Gallo Negro ist ein seltsam exotisches Projekt, bei dem die Musik mit esoterischen Klängen verbunden wird, welche die Wahrnehmung verändern und den Zuhörer in eine Art Trance treten lassen – bis zur Erschöpfung. Sonido Gallo Negro wird die erste Vorstellung von Die Abenteuer des Prinzen Achmed musikalisch untermalen.

TEATRO DE LA CIUDAD ESPERANZA IRIS DONNERSTAG 10.08 20:00