Austerlitz

Regie Sergei Loznitsa, Deutschland, Dokumentarfilm, 2016, 94 Min.

Austerlitz

Es gibt Orte in Europa, die als schmerzvolle Erinnerung des Vergangenen zurückbleiben: Fabriken, in denen Menschen zu Asche verbrannt wurden. Diese Orte sind heute der Öffentlichkeit zugänglich und werden jedes Jahr von Tausenden von Touristen besucht. Der Titel des Films verweist auf den gleichnamigen Roman von W.G. Sebald, der dem Gedenken an den Holocaust gewidmet ist. Es wird untersucht, welche Beweggründe die Menschen dazu bringen, ihre Freizeit in den Gedenkstätten von Konzentrationslagern zuzubringen. Was führt sie dorthin? Was suchen sie? Der Regisseur Sergei Loznitsa reist an diese Orte – die früher Konzentrationslager waren und nun als Mahnmale die Erinnerung bewahren sollen – um eine eingehende Studie ihrer Besucher anzufertigen. Dabei verzichtet er auf Interviews und beschränkt sich auf die stumme Perspektive des Beobachters, der die Reaktionen und die Gespräche der Menschen mit seiner Kamera einfängt.

Sergei Loznitsa ist ein ukrainischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent, der in Baranawitschy (UDSSR, heute  Weißrussland) geboren wurde. Er schloss sein Studium der  angewandten Mathematik am Kiewer Polytechnischen Institut ab und schrieb sich danach an der staatlichen russischen Filmhochschule WGIK ein. Er führte bislang bei achtzehn international anerkannten Spielfilmen Regie. Für IM NEBEL wurde er in Cannes mit dem Preis der Internationalen Presse (FIPRESCI) ausgezeichnet.

Filmografie (Auswahl): Die Sanfte (2017); The Old Jewish Cemetery (2015); Ponts de Sarajevo (2014); Im Nebel (2012); Mein Glück (2010); Revue (2008).

CINEPOLIS DIANA DIENSTAG 15.08 16:00 hrs.

CINETECA NACIONAL MITTWOCH 16.08 16:30 | FREITAG 18.08 18:15 | SAMSTAG 19 .08 19:00