Das Kaninchen bin ich

Regie Kurt Maetzig, DDR, Fiktion, 1965, 113 Min.
 

Das Kannichen bin ich ©Barch Maria Morzeck ist 19 Jahre alt und arbeitet als Kellnerin. Eigentlich wollte sie Slawistik studieren und Dolmetscherin werden. Doch weil ihr Bruder Dieter wegen "staatsgefährdender Hetze" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, ließ der Staat sie nicht zum Studium zu. Maria verliebt sich in den wesentlich älteren Paul Deister, erfährt, dass er der Richter war, der Dieter zu der hohen Strafe in dem dubiosen Prozess - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - verurteilt hat. Sie verwirft die anfängliche Absicht, die Beziehung zu Dieters Gunsten zu nutzen, will die Liebe und den Fall auseinanderhalten. Doch sie möchte von Paul die ganze Wahrheit wissen. Sein Verhalten macht deutlich, dass er Gesetze wie Menschen nur für seine Karriere benutzt. Maria verlässt ihn enttäuscht. Als der vorzeitig entlassene Bruder von dem Verhältnis erfährt, schlägt er seine Schwester zusammen. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, entschlossen, um ihren Studienplatz zu kämpfen.

Kurt Maetzig ist einer der Gründungsvater der DEFA und zählt zu den wichtigsten Repräsentanten des DDR-Films. Er ist einer der bedeutendsten Vertreter der ersten Regie-Generation der ostdeutschen Filmproduktion. Mit DAS KANINCHEN BIN ICH (nach einem Roman von Manfred Bieler), bekam Maetzig politische Probleme. Nach der Sitzung des 11. Plenums der SED wurde er, wie ein großer Teil der DEFA-Jahresproduktion, verboten. Erst 1990 konnte er schließlich aufgeführt werden.
 
Filmografie: Berlin im Aufbau (1946); Ehe im Schatten (1947); Roman einer jungen Ehe (1952); Das Lied der Matrosen (1958); Die Fahne von Kriwoj Rog (1967).

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