Karla

Regie Herrmann Zschoche, DDR, Fiktion, 1965/66, 134 Min.

Karla ©DEFA Stiftung Karla möchte ihre Schüler zu vernunftbegabten, selbstständig denkenden Menschen erziehen. Rektor Hirte, ein Kommunist der alten Schule, verweist sie allerdings schnell zurück in die Schranken des Lehrplans und der Prinzipien der soziologischen Erziehung. Als ein Schüler auf einer alten Fotografie den Rektor in SS-Uniform wiederzuerkennen glaubt, plant er ihn öffentlich zu entlarven. Auch Karla hat ihre Zweifel, ist aber zum Einlenken gezwungen, als sich herausstellt, dass die Fotografie 1948 in einem Laientheater aufgenommen wurde. Ihre Beziehung zu dem „pensionierten“ Journalisten Kaspar ist ein weiterer Stein des Anstoßes für die Schulleitung. Karla erleidet eine Niederlage und muss sich unterordnen. Kurz vor den Abschlussprüfungen lehnt sie sich aber erneut auf und teilt ihren Schülern ihre tatsächliche Meinung mit. Karla wird an eine andere Schule versetzt.

Herrmann Zschoche wurde1934 in Dresden geboren. Als Assistent und Kameramann arbeitete er bei der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ des DDR-Fernsehens. Nachdem er sein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam abgeschlossen hatte, stellte ihn das Spielfilmstudio der Deutschen Film AG (DEFA) als Regieassistenten ein. Bis zum Ende der DEFA führte er bei etwa zwanzig Filmen Regie. Berühmt machten ihn seine Kinder- und Jugendfilme, aber auch seine kritischen Produktionen zu aktuellen Themen, die ihm auch außerhalb der DDR zu Ruhm verhalfen. KARLA war sein erster längerer Spielfilm, dessen Aufführung auf dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED aufgrund seines Nonkonformismus und seiner Verherrlichung der Individualität verboten wurde. Der Film konnte erst 1990 uraufgeführt werden.

Filmografie (Auswahl): Das Märchenschloss (1961); Engel im Fegefeuer (1964); Leben zu zweit (1968); Sieben Sommersprossen (1978); Bürgschaft für ein Jahr (1981):

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