Spur der Steine

Regie Frank Beyer, DDR, Fiktion, 1966, 129 Min.

Spur der Steine

Der Schauplatz dieses Films ist die Riesenbaustelle um Schkona, irgendwo in der DDR. Im Kampf um den Bau sind alle Mittel erlaubt. Der Chef des Arbeitertrupps Balla und seine Männer genießen Handlungsfreiheit, da ihre Arbeitsmethoden zwar ungewöhnlich, aber höchst effizient sind. Im Vergleich zu anderen Trupps hat bei den „Ballas“ die Arbeit Priorität, weshalb die Bauleitung ihnen ihre eher anarchistische Vorgehensweise nachsieht. Ansonsten herrschen in Schkona vielmehr Langsamkeit und Opportunismus. Als die junge Technikerin Kati und der neue Leiter der Horrath-Partei zur gleichen Zeit die Baustelle besuchen, gerät das empfindliche Gleichgewicht zwischen der Bauleitung und den Arbeitern ins Schwanken. Noch schwieriger wird es, als sich beide in Kati verlieben. Nachdem sich die Tatsache nicht mehr verbergen lässt, dass diese plötzlich schwanger ist, gerät alles weiter außer Kontrolle... 

Frank Beyer studierte ab 1952 Regie an der Prager Filmschule (FAMU). Nach mehreren Kurzfilmen stellte Beyer mit ZWEI MÜTTER seinen ersten Spielfilm vor, mit dem er seine Ausbildung abschloss. Danach arbeitete er als Spielfilmregisseur in den Studios der Deutschen Film AG (DEFA). 1966 erregte er mit seinem Streifen SPUR DER STEINE die Aufmerksamkeit der Zensurbehörde der DDR, da dieser das Alltagsleben in der DDR kritisch unter die Lupe nahm. Obwohl der Film zunächst genehmigt worden war, wurde er drei Tage später wieder verboten. Beyer war es daraufhin jahrelang untersagt, weitere Kinofilme zu produzieren und sein Vertrag mit der DEFA  wurde gekündigt . Erst 1952 kehrte er zur DEFA zurück und führte bei JAKOB DER LÜGNER Regie, der als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert wurde.

Filmografie (Auswahl): Nikolaikirche (1995); Wenn alle Deutschen schlafen (1994); Das letzte U-Boot (1990); Der Bruch (1989); Der Aufenthalt (1983); Der König und sein Narr (1980); Jakob der Lügner (1974); Rottenknechte (1971); Nackt unter Wölfen (1963); Fünf Patronenhülsen (1960); Eine alte Liebe (1959).


GOETHE-INSTITUT MITTWOCH 23.08 19:30
CINETECA NACIONAL SAMSTAG 26.08 16:00 | SONNTAG 27.08 18:30