San Francisco Xochicuautla, Mexiko
Thalia Fernández Bustamante

Thalia Fernández Bustamante
Thalia Fernández Bustamante ist Künstlerin und Aktivistin und setzt sich vor allem für Menschenrechte ein. Sie gehört zur indigenen Gemeinschaft der Otomí in San Francisco Xochicuatla im mexikanischen Verwaltungsbezirk Lerma und wurde in der Stadt Toluca geboren.

Mit ihrer Arbeit möchte sie öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen für den Widerstand ihrer Gemeinschaft gegen den staatlich gewollten Bau einer Autobahn und damit einhergehender Zerstörung von Waldgebieten. Als Koordinatorin der Kommunikation des Consejo Supremo (Oberster Rat) des Territoriums Otomí-Ñatho in Xochicuatla ist sie verantwortlich für die Dokumentation des gesamten Konflikts. Mithilfe von Fotografie, Video und Kunst zeigt sie die Beteiligung der Frauen und Kinder an der Verteidigung ihres Landes und unterlegt diese Erfahrungen mit den Gefühlen und dem überlieferten Wissen der Gemeinschaft der Otomí. Darüber hinaus unterstützt sie ihre Gemeinschaft darin, ein Castillo de la Memoria zu errichten, ein Ort für neue Formen des Widerstands sowie für die Unterstützung anderer Gemeinschaften, die ihre eigenen Bemühungen dokumentieren wollen.
 
Fernández Bustamante hat einen Abschluss in Erziehungswissenschaften des Colegio Mexiquense Universitario. Zudem besuchte sie die Escuela de Paz Nacional J'Tatik Samuel Ruiz in Mexiko-Stadt, die der SERAPAZ angegliedert ist, einer unabhängigen mexikanischen Organisation, die sich der Friedensberatung und positiven Konfliktbearbeitung widmet. Sie hat außerdem ein Diplom in Management kultureller Prozesse zur Friedensförderung und Erinnerung des spanischen Kulturzentrums der Universidad Claustro de Sor Juana in Mexiko-Stadt. Außerdem befasste sie sich an der Escuela Nacional de Antropología e Historia mit ethnografischer Fotografie und belegte theoretische und praktische Kurse über das Drehbuchschreiben von Dokumentarfilmen und audiovisuelle Bearbeitung an der Universidad Nacional Autónoma de México.

Vorgestellte Arbeiten

Ihre Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf das Thema Land- und Territorialverteidigung. Seit mehr als zwölf Jahren kämpfen die Otomí für den Erhalt ihres Waldes, und mit ihrem Projekt will Fernández Bustamante zur Schlichtung des Konfliktes beitragen. Sie dokumentiert den Prozess durch Foto- und Videoaufnahmen. Dabei arbeitete sie mit dem Colectivo Audiovisual Do Xente bei mehreren Dokumentarfilmen zusammen, wie Ga Mi Ti Ña Xente (Das Herz des Berges), der das Engagement der Frauen thematisiert, sowie Somos el Presente (Wir sind die Gegenwart) über die Kinder aus Xochicuatla. Die Filme sind in verschiedenen Gemeinden, Kulturzentren und Universitäten des ganzen Landes gezeigt worden.

Fernández Bustamante ist davon überzeugt, dass sich die Erinnerung an ihre Vorfahren in den Kämpfen der Gegenwart widerspiegeln. Ein lebendiges Archiv zur Erinnerung an den Kampf in Xochicuautla ermöglicht es, die Bedeutung und den Sinn des Prozesses und der Transformation des Konflikts zu rekonstruieren. Durch Kunst und Kultur werden die Erinnerung an den Widerstand, die Verteidigung des Waldes sowie die damit verbundenen Emotionen wachgehalten.
  • Thalia Fernández Bustamante Foto: Thalia Fernández Bustamante

  • Thalia Fernández Bustamante Foto: Thalia Fernández Bustamante

  • Thalia Fernández Bustamante Foto: Thalia Fernández Bustamante

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