Gesprächsrunde Ein zerbrochener Spiegel - Neue Stimmen aus Mittelamerika

Vanessa Núñez (El Salvador), Denise Phé-Funchal (Guatemala) und Warren Ulloa (Costa Rica) im Gespräch mit Lutz Kliche

Über Jahrzehnte hinweg war die Auseinandersetzung mit der politischen und sozialen Realität ihrer Länder wichtigstes Thema der Autoren und Autorinnen Mittelamerikas. Kein Wunder, war diese Realität doch bestimmt von Unterdrückung, Ausbeutung, Diktaturen, Widerstand und Revolutionen. Aber prägt die Auseinandersetzung mit diesen politisch dominanten Fragen auch weiterhin die Literatur dieser Länder, insbesondere bei den jüngeren Autorinnen und Autoren der Region? Welche Themen stehen heute auf der Tagesordnung und wie werden sie von den Autorinnen und Autoren bearbeitet? Dominieren tatsächlich, so wie es von Europa aus wirkt, Gewalt, Drogenhandel und die Auswirkungen der Migration das gesellschaftliche Leben und schriftstellerische Schaffen? Sind diese Inhalte für ganz Zentralamerika von Bedeutung oder sind es nach wie vor nationale Perspektiven, die überwiegen? Kennen sich die Autorinnen und Autoren untereinander und nehmen sie aufeinander Bezug?  Wie sieht sie aus, die Suche der Autorinnen und Autoren nach ihrem Platz im Konzert der internationalen Literaturen?

All diesen Fragen soll im Gespräch unter Einbeziehung des Publikums nachgegangen werden. Dabei werden die AutorInnen auch aus ihren Texten lesen, sodass ein spannendes Kaleidoskop der mittelamerikanischen Gegenwart und Gegenwartsliteratur entstehen kann.

Vanessa Núñez Handal
Vanessa Núñez Handal , geb. 1973 in San Salvador, ist Rechtsanwältin, Schriftstellerin, Verlegerin und Dozentin. Sie hat Politikwissenschaften studiert, ein Masterstudium in hispanoamerikanischer Literatur und ein weiteres postgraduelles Studium in Genderkunde abgeschlossen. Sie war Gastvortragende in der Universität von Liverpool, im Lateinamerikainstitut Wien, in der Universität Marroquín in Guatemala, der Universität von Guadalajara in Mexiko, der Zentralamerikanischen Universität José Simeón Cañas y Matías Delgado in El Salvador. Im Jahr 2010 nahm sie am Programm des Hausprojekts Casamarles in Barcelona teil und 2013 am Treffen der zentralamerikanischen Erzähler Centroamérica Cuenta. Diverse Veröffentlichungen ihrer Erzählungen in Sammelbändern und Zeitschriften in Spanien, Deutschland, Kolumbien, El Salvador, Guatemala und Mexiko. Sie hat zwei Romane veröffentlicht: Los locos mueren de viejos (2008) und Dios tenía miedo (2011).

 

Denise Phé-Funchal
Denise Phé-Funchal , geb. 1977 in Guatemala, ist Schriftstellerin und Soziologin. Sie hat bisher den Roman Las flores (F&G Editores, 2007), den Gedichtband Manual del Mundo Paraíso (Catafixia Editores, 2010) und die Kurzgeschichtensammlung Buenas Costumbres (F&G Editores, 2011) veröffentlicht. Weitere Erzählungen sind in den Anthologien Sin Casaca (Centro de Cultura Española, Guatemala, 2008), Cuentos machos (Libros mínimos, Guatemala, 2008) und Región (Interzona Editora, Argentina, 2011) erschienen. Ihre Gedichte sind zudem Teil zweier Poesie-Anthologien: Poesía para todos (2011) und Memorias de La Casa (2011). 2009 nahm Phé-Funchal als Drehbuchautorin an dem Projekt Reinas de la Noche (Vizconde producciones) teil und 2010 adaptatierte sie ihre Erzählungen Chapstick als Kurzfilm, welcher dann vom Filmfestival Cannes 2011 ausgewählt wurde.

 

Warren Ulloa
Warren Ulloa , geb. 1981 in Costa Rica, ist ein Schriftsteller. Ulloa lebt in Belén und hat als Kulturreporter für verschiedene Zeitschriften gearbeitet, u.a. 89 Decibeles, Literofilia und die literarische Rubrik des Semanario Universidad. 2008 veröffentlichte er seinen Erzählungsband Finales aparantes bei Uruk Ediciones, und 2011 den polemischen Roman Bajo la lluvia Dios no existe, für welchen er mit dem Premio Aquileo J. Echeverría ausgezeichnet wurde. Der Roman sorgte für verschiedene Kontroversen, da er in ihm komplexe Themen des Lebens junger Leute wie Abtreibung, Selbstmord, Pädophilie und Drogenkonsum sowie auch die Rolle der Religion aufgreift.

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