Ausstellung gute aussichten

Moderne Tradition Eduard Zent / gute aussichten

Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9 – 17 Uhr

Goethe-Institut Mexiko

Tonalá 43, Colonia Roma
(Zwischen Durango und Colima)
06700 México, D.F.

junge deutsche fotografie 2014/2015

Ein aufgeschlitztes Hemd, darunter ein Brustkorb und der Bauch eines Toten, die Haut gezeichnet von der Struktur des Stoffes. Daneben das Bild einer minzgrün gefliesten Badezimmerwand, über dem Duschkopf noch die obligatorische Badehaube aus durchsichtigem Plastik. Ein großer, traditionell gekleideter Mann aus Ghana, der nagelneue Fußballschuhe in knallblau und neongrün an den Schnürsenkeln hält. Eine Fotografin, offenbar im kommerziellen Dauereinsatz, die unter anderem in einem Film eine Fotografin spielt, dabei aber keine Fotografien macht. In Schwarz-Weiß abgelichtete Häuserfassaden, Ein- und Ausgänge, Wege, Straßen, Zäune, Garagen, Parkplätze, alles in graues Herbstlicht getaucht, auf über 160 kleinformatigen Bildern.

Im 11. Jahr von „gute aussichten“ beschäftigt sich die junge Generation von Fotograf/inn/en mit den grundlegenden, den existenziellen Fragen unseres Lebens: der Alltäglichkeit des Sterbens und dem, was bleibt oder mit den Toten spurlos verschwindet. Sie zeigt die Verwurzelung der Menschen in ihrer Tradition bzw. Herkunft und wie sie doch längst die Gadgets und Alltagsgegenstände der westlichen (Überfluss-) Gesellschaft in ihr Leben integriert haben. In diesem Zusammenhang ist die Fotografie eine ausübende Handlung, ein Job, der zu erledigen ist, bei dem zwar ein Bild entsteht, dieses aber, wie oben genannte Fotografin selbst, zur Nebenrolle verkommt.

Das Ausstellungsformat „gute aussichten“ präsentiert eine einzigartige und weitreichende Übersicht über den Stil und den Inhalt der Werke angehender Fotografen, die auf Empfehlung von Hochschulprofessoren ihre Abschlussarbeiten bei der Auswahljury „Deutschlands renommiertestem Wettbewerbs für junge Fotografen“ (Der Spiegel) eingereicht haben. Die acht für „gute aussichten 2014/2015“ ausgewählten Preisträger fordern uns mit Ihren Werken unverblümt heraus. Sie geben sich nicht zufrieden mit dem einfachen Ablichten. Sie sind auf der Suche nach Anzeichen, Hinweisen, nach Anklängen, Fährten, Zwischentönen. Sie zeigen die Spuren, die das Leben bei uns hinterlässt. Sie geben uns einen Geschmack davon, wie es um uns und unsere Gesellschaft bestellt ist.

Künstler der „gute aussichten“-Generation 2014/2015 sind: Karolin Back, Katharina Fricke, Andrea Grützner, Marvin Hüttermann, Stefanie Schroeder, Jannis Schulze, Kolja Warnecke und Eduard Zent.

Die Ausstellung "Gute Aussichten"  im Goethe-Institut Mexiko ist möglich dank der großzügigen Unterstützung der Kulturstiftung der deutschen Industrie.

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