Tournee de mi barrio a tu barrio / urban heartbeat

Der deutsche Maler und Aktionskünstler Jim Avignon trifft in sieben Ländern Mittelamerikas und der Karibik auf lokale Talente und schafft gemeinsam mit ihnen großformatige Wandbilder

Freddy Masis / San José, Costa Rica


























Das Goethe-Institut Mexiko knüpft mit der Street-Art-Tournee „de mi barrio a tu barrio“ / „urban heartbeat“ an den weltbekannten Muralismo und viele andere Spielarten der Wandmalerei im öffentlichen Raum an. Zwischen dem 22. Februar und 29. März bereist der deutsche Künstler Jim Avignon sieben Hauptstädte Mittelamerikas und der Karibik, um mit lokalen Künstlern großformatige Straßenkunst zu realisieren. Das Projekt wird von einer englisch- und einer spanischsprachigen Website sowie auf Facebook begleitet. Im Sommer 2012 ist es als multimediale Ausstellung in der Galerie Neurotitan in Berlin zu sehen. Die Tournee wird in Kooperation mit den deutschen Botschaften und Kulturzentren vor Ort durchgeführt.

Kunst im öffentlichem Raum: Tradition und Moderne

Von den ersten Wandmalereien der Maya im heutigen Guatemala über die sandinistischen Murales in Nicaragua, vom sozialistischen Realismus in Mexiko und Kuba bis hin zur farbenprächtigen Bemalung der Stadtbusse in Panama oder Haiti – bildende Kunst im öffentlichem Raum besitzt eine lange Tradition in Zentralamerika und der Karibik. Aus diesem Erbe haben sich in der Region vielfältige moderne Spielarten der Street Art entwickelt, die auch international auf wachsendes Interesse stoßen. „Es ist Kunst, die jeder sehen kann, für alle sozialen Klassen“, wie es der nicaraguanische Graffiti-Künstler Simer beschreibt.

Vom 22. Februar bis zum 29. März 2012 präsentieren das Goethe-Institut Mexiko sowie die deutschen Botschaften und Kulturzentren aus sieben Ländern die Straßenkunst-Tournee „de mi barrio a tu barrio“ / „urban heartbeat“, die durch Guatemala, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Trinidad & Tobago, Jamaika sowie die Dominikanische Republik führt. Protagonist ist der deutsche Aktionskünstler und Musiker Jim Avignon, der sich als Autodidakt mit beeindruckendem Maltempo international durchgesetzt hat.

Wandbilder als Gemeinschaftswerke

Avignon, der das Projekt mitkonzipiert hat, wird in jedem Land mit lokalen Künstlern zusammentreffen, um mit Blick auf die ganz eigene Charakteristik der jeweils zu bemalenden Orte Ideen und Techniken auszutauschen. In mehrtägigen Gemeinschaftsaktionen entstehen großformatige Wandbilder an markanten Orten im öffentlichen Raum der sieben Hauptstädte. Bereits seit November 2011 läuft ein länderübergreifender Wettbewerb, der sich an Straßenkünstler, Maler, Comicdesigner und Kunststudenten richtet. Die besten Teilnehmer werden für die Kunstaktionen ausgewählt. Ihre Designs kommen in Form von Paste-Ups, großformatigen Schwarzweiß-Kopien, auch in den übrigen Ländern zum Einsatz, so dass alle Wandbilder einen internationalen Charakter haben werden.

Die Tournee wird von der nicaraguanischen Soziologin und Künstlerin Alicia Zamora begleitet, die auch maßgeblich an der Projektkonzeption beteiligt war. In den einzelnen Ländern wird sie dem soziokulturellen Aspekt der Kunstaktionen Aufmerksamkeit schenken und in dieser Funktion auch als Ansprechpartnerin für die Presse agieren.

Jim Avignon als Ein-Mann-Band Neoangin, der deutsche DJ Holger Beier sowie lokale Künstler beschließen die Tourneeaufenthalte jeweils mit einer Party. Das Projekt wird auf Spanisch und Englisch intensiv im Internet begleitet. Online nehmen Künstler aller Länder am Wettbewerb teil, werden in Interviews vorgestellt und haben die Möglichkeit zum Austausch. Ein Buch zur Tournee wird die bereisten Orte sowie die beteiligten Künstler und deren Arbeiten vorstellen. Präsentiert wird es als Auftakt einer multimedialen Ausstellung zum Projekt vom 27. Juli bis 17. August 2012 in der Galerie Neurotitan in Berlin.

Tourneeplan:
22.02.-25.02. Kingston
27.02.-03.03. San José
05.03.-09.03. Panamá
11.03.-16.03. Santo Domingo
17.03.-20.03. Guatemala
21.03.-25.03. Managua
26.03.-29.03. Port of Spain

Das Goethe-Institut Mexiko und seine Partner in 10 Ländern Mittelamerikas und der Karibik bilden ein Netzwerk. Gemeinsamer Auftrag sind nachhaltige und innovative Projekte im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Kultur und Kunst werden dabei als Impuls und Motor für Integration der Länder und Partizipation der Bürger gesehen.

Das Projekt „de mi barrio a tu barrio“ / „urban heartbeat“ wurde vom Goethe-Institut Mexiko in Zusammenarbeit mit der nicaraguanischen Künstlerin und Soziologin Alicia Zamora sowie mit Jim Avignon und Holger Beier konzipiert. Vor Ort wird es von den deutschen Botschaften und Kulturzentren der jeweiligen Länder als Netzwerkpartner des Goethe-Instituts betreut.

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