Ausstellung Games & Politics - Interaktive Video Game Ausstellung

unamnned Unmanned © Molleindustria & No Media Kings, 2012

Sa, 05.05.2018 -
So, 20.05.2018

Lostgens', 8C, Jalan Panggong, 50000 Kuala Lumpur

Games and Politics ist eine interaktive Ausstellung des Goethe-Instituts, in Kooperation mit dem ZKM Zentrum für Kunst und Medien, die weltweit tourt. Die Ausstellung besteht aus 18 bedeutenden politisch-ambitionierten Videospielen, die Besucherinnen und Besucher auffordert eigenes politisches Potential zu entfalten.

Games & Politics KL © Goethe-Institut Malaysia Die angebotenen Spiele decken eine weite Bandbreite politischer und sozialer Themen ab. Der politische Aspekt der Spiele wird den Besuchenden deutlich indem entweder er/sie direkt Entscheidungen fällen muss, die soziale Gruppen und die Wirtschaft tangieren, um eine politische Wahl zu gewinnen (Democracy 3), oder indem indirekt soziale Ungerechtigkeit wie prekäre Arbeitsbedingungen (Sunset) virtuell erlebt werden, die Behandlung von Flüchtlingen (Escape from Woomera) und Genderthemen (Perfect Woman).

Die Spiele bringen die Spielenden auch dazu, sich mit dem Überwachungsstaat auseinanderzusetzen (Touchtone) und mit den Konsequenzen bewaffneter Konflikte (This War of Mine). Indem die Perspektiven von häufig marginalisierten Menschen eingenommen werden, erleben die Spielenden limitierte Handlungsoptionen und negative Sanktionen sowohl durch die Charaktere selbst als auch durch den Handlungsverlauf.

Die Besuchenden haben darüber hinaus die Möglichkeit sich sowohl einen einleitenden Film zu politischen Videospielen als auch kurze Dokumentationen zu einzelnen Spielen anzusehen. Der begleitende Ausstellungskatalog liefert Hintergrundinformationen bezüglich einheitlicher Konzepte der unabhängigen Spiele.

Während der Ausstellung wird es ein vielfältiges Rahmenprogramm geben: Live Playthroughs, öffentliche Vorträge, Dokumentationsfilme, einen Workshop und eine Podiumsdiskussion.

SPIELE IN DER AUSSTELLUNG
-1378(km) (Jens M. Stober, 2010)
-Coming Out Simulator 2014 (Nicky Case, 2014)
-Democracy 3 (Positech Games, 2013)
-Dys4ia (Newgrounds, Anna Anthropy, 2012)
-Escape from Woomera (Katharine Neil, et.al., 2004)
-Killbox (Biome Collective, 2016)
-Madrid (Gonzalo Frasca, 2004)
-Orwell (Osmotic, 2016)
-Papers, Please (3909, Lucas Pope, 2013)
-Perfect Woman (Peter Lu & Lea Schönfelder, 2016)
-Phone Story (Molleindustria, 2011)
-Sunset (Tale of Tales, 2015)
-The Cat and the Coup (Peter Brinson and Kurosh ValaNejad, 2011)
-The Westport Independent (Double Zero One Zero, 2016)
-This War Of Mine (11 bit studios, 2014)
-TouchTone (Mikengreg, 2015)
-Unmanned (Mollenindustria, 2012)
-Yellow Umbrella (Awesapp, 2014)

RAHMENPROGRAMM:

Sa. 5. Mai 18:00 Uhr AUSSTELLUNGSERÖFNUNG
und LIVE PLAYTHROUGH des Spiels papers, please
Die Spielenden von papers, please haben die Pflicht als Grenzbeamte die Pässe und Dokumente von Reisenden, die den fiktiven Staat Arstotzka betreten wollen zu kontrollieren. Der richtige Stempel kann über das Leben der Einzelnen entscheiden und indem Entscheidungen getroffen werden verstricken sich Spielende immer mehr in moralische Dilemmata. Das Spiel wurde von dem Designer Lucas Pope entwickelt um den bei weitem nicht einfachen Prozess der Grenzpolitik zu illustrieren.
 
So. 6. Mai 16:00 Uhr ÖFFENTLICHER VORTRAG von Christian Huberts: Game World Views mit anschließendem LIVE PLAYTHROUGH von Orwell
Als Spielende/r von Orwell ist man Teil eines staatlichen Überwachungsstaats, der eine Gruppe vermeintlicher Terroristen überwacht. Das geheime Programm nutzt das Internet die Leben der Menschen auszuspionieren. Je fortgeschrittener der Spielverlauf ist desto tiefer dringen Spielende in die privaten Aspekte des Lebens der Gruppe ein. Orwell, wie auch der Name impliziert, stellt somit die Frage nach digitaler Überwachung und die damit verbundene Rolle des Internets als Sammler privater Daten.
 
Mo. 7. Mai GASTVORTRAG von Christian Huberts an der Multimedia University über die Wurzeln von Computerspielen in der Militärtechnologie

Di. 8. Mai GASTVORTRAG von Christian Huberts an der Asia Pacific University über die Wurzeln von Computerspielen in der Militärtechnologie

Do. 10. Mai 20:00 Uhr VORFÜHRUNG der ARTE Dokumentation Art of Gaming gefolgt von einer Q&A
Art of Gaming ist eine europäische Serie des TV-Senders ARTE, die Computerspiele und deren Einfluss auf die Gesellschaft analysiert. Zwei Menschen spielen Kultspiele während sie deren Geschichte, Ideologie oder Genderaspekte diskutieren.
 
Fr. 11. Mai 18:00 Uhr LIVE PLAYTHROUGH von This War of Mine
In This War of Mine schlüpft man in die Rolle von Zivilisten in einem Kriegsgebiet, mit dem Ziel so lange wie möglich zu überleben. Dazu muss man zunächst die Grundbedürfnisse der Protagonisten befriedigen. Neben militärischen Angriffen fürchten die Zivilisten brutale Attacken von Kriminellen und Plünderern. Spielende erfahren somit ein Kriegsspiel aus einer passiven und ohnmächtigen Perspektive.
 
Sa. 12. Mai 16:00 Uhr PODIUMSDISKUSSION: Der Einfluss von Videospielen auf die Gesellschaft & Spieleentwicklung in Malaysia mit Diskutanten der MMU, MDEC und Monash University, moderiert von Herrn Christian Huberts
Diskutanten
Dr. Adriana Ortega: Lehrende an der Fakultät für Psychologie, Jeffrey Cheah School of Medicine and Health Science, Monash University Malaysia
Dr. Ortega hat über 15 Jahre Erfahrung in der Forschung und Lehre von Psychologie und Sozialwissenschaften gemacht im Vereinigten Königreich, Skandinavien und Südostasien.  Ihr Forschungsschwerpunkt ist Stress, psychosoziales Wohlbefinden, Glaube, Werte und zwischenmenschliches Handeln.

Dr. Wong Ya Ping: Programmkoordinator für Game Development, Fakultät Computing & Informatics, Multimedia University, Malaysia
Die Multimedia Universität ist die erste Universität in Malaysia, die ein Game Development Programm anbietet, Dr. Wong ist der Programmkoordinator seit der Gründung des Programms 1999.

Bazil Akmal Bidin: Incubator Manager von LEVEL UP inc der Malaysian Digital Economy Cooperation (MDEC)

Jeremy Ooi: Mitbegründer und Spielentwickler von KAIGAN GAMES, Malaysia
 
So. 13. Mai 16:00 Uhr WORKSHOP über das Lesen von Herrschaftssystemen – Die Bedeutung von Computerspielen verstehen gefolgt von einer DOKUMENTATION Returning Fire und Q&A
Wenn Sie sich für den Workshop anmelden möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail vor dem 10. Mai an folgende Adresse newsletter-programme-kl@goethe.de
 
Während Spiele häufig als reine Unterhaltung angesehen werden, haben ihre dynamischen Herrschaftssysteme eine größere Bedeutung als nur Spaß. Diese Systeme können Argumente hervorbringen, eine Bedeutung kreieren und komplexe Ideen illustrieren. Elegante Brettspiele wie Schach und Go können einfach als allegorische Darstellung von Kriegshandlungen begriffen werden. Das bekannte Spiel Monopoly wurde einst designt um kapitalistische Landaufkäufe zu kritisieren. Moderne Computerspiele machen sowohl bewusst als auch unbewusst rhetorische Statements über unsere Welt. Der Workshop bietet eine Einführung in die Konzepte um diese Herrschaftssysteme lesen zu lernen – wie die verfahrensorientierte Rhetorik des Spielegelehrten Ian Bogost.

Egal ob man Gamer/in ist, die Dokumentation Returning Fire zwingt Zuschauende sich kritisch mit der Bedeutung auseinanderzusetzen die impliziert wird wenn Instrumente des Tötens aus der realen Welt in Computerspiele eingesetzt werden. Es zeigt was Abtauchen in die Welt der Kriegsspiele mit dem Konsumenten macht, wie es menschliche politische Kultur beeinflusst und unsere Fähigkeit echten Kriegsopfern gegenüber Empathie zu empfinden beeinflusst.
 
Die Ausstellung wird vom 6. Mai bis zum 20. Mai täglich von 13:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet sein. Am 9. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen.

Christian Huberts, Diplom-Kulturwissenschaftler, Jahrgang 1982, studierte »Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis« an der Universität Hildesheim. Zurzeit ist er freiberuflicher Redakteur für das Games-Bookazine WASD, kuratiert Texte auf piqd sowie tritt regelmäßig als Experte für digitale Spiele auf Kulturveranstaltungen auf. Er hat zuletzt an der University of Applied Sciences Europe in Berlin doziert und den Game Studies-Sammelband »Zwischen|Welten: Atmosphären im Computerspiel« im vwh-Verlag herausgegeben. Daneben schreibt er für wissenschaftliche Publikationen, Kulturmagazine sowie Online-Zeitungen diverse Artikel über die Partizipation an virtuellen Welten und die Kultur von Computerspielen.
 
Die Ausstellung wird in Kuala Lumpur vom Goethe-Institut Malaysia und Lostgens‘ Contemporary Art Space präsentiert.
 

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