Indonesien „Fast Fashion“ in Jakarta

Ausstellung „Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“
Ausstellung „Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“ | Foto: Tim Mitchell

In Jakarta startet am 9. März 2017 die Wanderausstellung „Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“. Die Ausstellung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort wirft einen kritischen Blick auf die Massenproduktion in der Textilindustrie und stellt nachhaltige Alternativen vor. „Fast Fashion“ ist Teil des Projekts IKAT/eCUT des Goethe-Instituts. Es beleuchtet die Bedeutung von Textilien in Südostasien, Australien und Neuseeland.

Jakarta
9. März bis 9. April 2017 

Wie kann es sein, dass ein T-Shirt heute weniger kostet als ein großer Kaffee? Wie umwelt- und sozialverträglich sind unsere Kleider, wenn sie schon um die halbe Welt transportiert wurden? Und welche Verantwortung tragen wir als Konsumentinnen und Konsumenten? Diese Fragen stehen im Fokus der Wanderausstellung „Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“ des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg, die ab dem 9. März in dem Kulturzentrum Gudang Sarinah Ekosistem in Jakarta zu sehen sein wird.

Kritischer Blick hinter die Kulissen

Der Begriff „Fast Fashion“ steht für massenproduzierte Modewaren, die weltweit zu Niedrigpreisen verkauft werden. In einem Parcours aus sieben Stationen erhalten die Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung umfassende Einblicke in das komplexe System der globalen Bekleidungsindustrie und seine sozio-ökonomischen und ökologischen Auswirkungen. Dabei werden die drei Themen Konsum, Ökonomie und Ökologie aus einer Vielzahl von Perspektiven betrachtet: Mode und ihre Opfer, Armut und Wohlstand, globale und lokale Entwicklungen, Gehälter und Profite, Kleidung und Chemikalien sowie das ökologische Gleichgewicht.
 
Diese Themen sind auch in Indonesien von großer Bedeutung. Aus Indonesien exportieren zahlreiche Bekleidungsfabriken ihre Produkte nach Europa, gleichzeitig lockt der schnelle Konsum die aufstrebende Mittelschicht auch in Jakarta in die globalen High Street Stores. Die Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten, Filmen und Infografiken soll Raum zum Nachdenken über die vorherrschenden Verhältnisse geben und nachhaltige Alternativen vorstellen.

Global und lokal

Unter der Überschrift „Mangel & Überfluss“ thematisiert beispielsweise der niederländisch-kanadische Fotokünstler Paolo Woods den Rückfluss gebrauchter T-Shirts aus Nordamerika nach Haiti – den Ort ihrer Produktion. Ergänzt wird diese Arbeit durch eine Dokumentation über die Altkleidermärkte in Afrika, die sogenannten „Mitumba“.
 
Die deutsche Fotokünstlerin Susanne Friedel zeigt zum Themenfeld „Global & Lokal“ einen Beitrag über die prekäre Lohnsituation der Textilarbeiter in Asien und Osteuropa. Die aus Bangladesch stammende Dokumentarfotografin und Aktivistin Taslima Akhter porträtiert in ihrer beklemmenden Fotoserie „Death of a Thousand Dreams“ das Schicksal der Textilarbeiterinnen und -arbeiter nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Dhaka.

Slow Fashion Lab und Begleitprogramm

Teil der Ausstellung ist auch das „Slow Fashion Lab“. Hier erhalten die Besucherinnen und Besucher vielfältige Informationen über alternative Kleidungsstoffe, umweltschonende Fertigungstechnologien sowie über Organisationen, die sich für nachhaltige Produktionsbedingungen einsetzen. Das „Slow Fashion Lab“ wird an jedem Ort der Wanderausstellung lokal kuratiert. In Jakarta präsentiert das Lab natürliche Rohmaterialien sowie nachhaltige Initiativen, Konzepte und Design-Produkte aus Indonesien, denn auch daran ist Indonesien reich.
 
Zusätzlich wird es ein umfangreiches Begleitprogramm geben, das am 15. März startet. Dort können Interessierte beispielsweise an einem Kleidertausch teilnehmen oder eigene Stoffe bedrucken. In Vorträgen besteht die Möglichkeit, mehr über Nachhaltigkeit, Textilien, Mode und die „Do it yourself“-Kultur zu erfahren.
 
Vom 9. März bis zum 9. April 2017 ist die Ausstellung in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zu sehen. Als weitere Station folgt Melbourne in Australien. 2015 wurde „Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“ erstmals im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gezeigt, machte 2016 Station im Hygienemuseum Dresden und zog weiter nach Manila. Im Rahmen des Projekts IKAT/eCUT des Goethe-Instituts werden ab April neben der Ausstellung zusätzlich Residenzen stattfinden, in denen deutsche Designer mit südostasiatischen Produzenten zusammenkommen. Die Ergebnisse ihres Austauschs werden danach in Deutschland präsentiert.
 
„Fast Fashion – The Dark Side of Fashion“ ist eine Ausstellung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg, kuratiert von Dr. Claudia Banz. Die Ausstellung wird unterstützt von der Karin Stilke Stiftung und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die Tournee der Ausstellung nach Manila, Jakarta und Melbourne ist Teil der Reihe IKAT/eCUT, mit der das Goethe-Institut in mehreren Projekten und in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Textilien in Südostasien, Australien, Neuseeland und Deutschland beleuchtet.

Kontakt:

Christina Steenken
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
christina.steenken@goethe.de
 
Anna Maria Strauß
Leiterin Kulturprogramme
Goethe-Institut Jakarta
Tel.: +62 21 23550 208
annamaria.strauss@jakarta.goethe.org