Theatre: Space of Knowledge
Rehearsing – Mwange|Becker

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©NTN

Zwei Theaterkünstler aus Namibia und Deutschland bewerkstelligten 2019 ein gemeinsames Projekt mit Unterstützung des Goethe-Instituts International Co-Produktion Fund, welches versuchte Gemeinsamkeiten in Raum und Wissen als Reflektion in einer Theaterproduktionen darzustellen. Sepiso Mwange und Mathias Becker arbeiteten erstmalig in einer künstlerischen Kollaboration im Jahr 2018 zusammen. Mwange und Becker untersuchten das Theater als Raum des Wissens. Sie reflektierten ihre eigenen Erfahrungen und Ängste, sowie die Macht der Geschichte und ihrer eigenen Positionen mitendrinn.

Durch ihre Recherche und Interviews, zielten sie darauf ab mehr über das Feld der Darstellenden Kunst zu lernen und es in einen Ort des Wissens zu formatieren, der da Theater selbst als Raum nutzt und das gesammelte aus Archiven am Beispiel Namibias vereint. 
 
„Diese Produktion wuchs von einem anerkannten europäischen Motiv als Anfangspunkt, zu einer Frage der Zusammenarbeit und Beziehung im Theater“ sagt Becker, der zeitgenössisches Handopuppenspiel in Berlin studierte. Das Handpuppenspiel war der Ausgangspunkt für die letztendliche Produktion.

„Wir trafen uns zum ersten Mal 2018 und anstatt es bei diesem einmaligen treffen zu belassen, entschieden wir uns in einer Kollaboration weiter miteinander zu arbeiten. Zusammen mit dem Katutura Youth Enterprise Center (KAYEC), boten wir einen Animation und Storytelling Workshop für Kinder an,“ sagt Mwange, die eine angewandte Theaterkünstlerin ist und als Darstellende Kunst Dozentin an de University of Namibia lehrt.

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Becker erklärt ihre multimediale Darstellung von Puppen, Sound und Videoabschnitten, war einer der Wege durch welchen sie versuchten die Geschichte und eine mögliche Zukunft der zeitgenössischen Kunst zwischen Deutschland und Namibia zu entdecken. Die sozi-kulturellen und historischen Orte, wie beispielsweise das National Theater of Namibia (NTN), wurden als Räume der Erinnerungen aufgefasst und kulturell verortet.
 
„Durchs Handpuppenspiel entsteht eine Dialogsplattform die als Kommunikator zwischen Künstler und Zuschauer fungiert. Aus der eigenen Perspektive zu sprechen macht es einfacher sensible Themen wie die Kolonialzeit von Gebäuden und Räumen anzusprechen, die bis heute Orte des Wissens, des Lernens und der Reflektion sind,“ so Becker.
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„Wir wollen das NTN mit Hilfe der Geschichte und seiner Verantwortung ergründen. Wie beherbergt beides diesen Raum? Schafft man eine Verbindung zwischen den sozialen Konstruktionen und wie Raum das Leben reflektiert, so kann man etwas Einsicht gewinnen. Mathias Becker recherchierte die Möglichkeit eine Verbindung zu Namibia und unserer Geschichte herzustellen, mit den Nachnamen als Ausgangspunkt,“ so Mwange. Sie nutzte Storytelling und redete über ihre Beziehung zu den Implikationen was Namibisch zu sein für sie heißt.

„Uns war es wichtig mit den Zuschauern zu interagieren. Dies war keine Theatersportvorführung, in welcher die Zuschauer die Geschichte determinieren – wir motivierten die Gäste lediglich mit uns zu interagieren, währen die Geschichte sich gemeinsam bildet – um ihnen einen Hauch der Wichtigkeit einzelner Momente ihres Lebens zu vermitteln,“ sagt Mwange.
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Beide Künstler waren Regisseure und Darsteller mit Beratung durch Nelago Shilongoh (Namibia), dramatologischer Unterstützung von Yasmine Salimi (Deutschland), live Sound Design von Karl Ehlers und Video Design von Martin Amushendje. Die Bühne wurde minimalistische ausgestattet im archivarischen Thema und zusätzlichen von Objekten und Stühlen, sowie einem hölzernen Tischen und Projektionsbildschirmen. Die Bühne war umringt bei einer Ausstellung, die die Produktion und Researchphase dokumentierte.
 
Er sagt, die Bühne wurde zu einem hybriden raum an dem Archiv mit Theater kollidierte. „Dies zeigt die Kommunikation zwischen und als Theaterkünstlern. Wir stehen dem kommunikativen Prozess kritisch gegenüber und wenden uns dem Nutzen von organischen oder elektronischen Sounds als weg der Kommunikation zu,“ so Becker.
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Die Künstlerische Direktorin des National Theater of Namibia, Nelago Shilongoh, rühmt den Einsatz des Instituts in der Produktion dieser Vorführung. „Als eine nationale Institution fungieren wir oft als unterstützender Raum für darstellende Kunst in Namibia. Die Möglichkeit Mwange und Becker zusammenzubringen, sodass sie zusammen ihre interessanten Ideen in Bezug auf den theatralischen Raum und Namibias historische Wichtigkeit ergründen können, ist sehr bedeutende für da experimentelle Theater in diesem Land“ sagt sie.
 
Rehearsing Mwange|Becker ist für den 22-24 November 2019 in der Schaubühne Berlin angesetzt. Klicken Sie hier für weitere Informationen.