Die Corona-Herausforderungen haben motiviert
Creative Entrepreneurship Programme

Trotz der Corona-Pandemie hat eine Gruppe von Kreativwirtschaftlern seit Mai 2020 einen intensiven Beratungsprozess begonnen, wie sie ihre Geschäftsideen verbessern und umsetzen können. Das Creative Entrepreneurship Programme ist eine Initiative von Goethe-Institut Namibia und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GIZ) und unterstützt 14 Kreativunternehmen auf ihrem Weg in den Markt.

CEP Call 2 ©Goethe-Institut Namibia „CEP und seine Workshops an die neue Situation mit sozialer Distanz und Fernlernen anzupassen war zunächst eine Herausforderung“, sagt Daniel Stoevesandt, Leiter des Goethe-Instituts Namibia. Er verwies darauf, dass besonders in dieser neuen Situation die Einbeziehung eines weiteren Partners sehr sinnvoll war. Dololo, ein junges Startup Center in Windhoek, übernimmt einen Großteil der Onlinetrainings. „Die 14 jungen Unternehmen durchlaufen derzeit verschiedene Onlineworkshops, dies ist aus unserer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung da auch für die Geschäftswelt digitale Technologie immer wichtiger wird.“, ergänzte Daniel Stoevesandt.

Das CEP ist ein Programm für Startups aus der Kreativwirtschaft, das mit bis zu 780.000 NAD durch das GIZ Startup-Namibia Programm gefördert wird. Die GIZ-Projektverantwortliche Anna Vambe erläutert die Hauptintention der Startup-Namibia Initiative, die 2019 gestartet wurde: „Startups in Namibia finden einfach keine guten Bedingungen vor, die einen erfolgreichen Start oder auch die Vergrößerung ihres Geschäftes ermöglichen. Es fehlt an Möglichkeiten, für kleine und mittlere Unternehmen eine nachhaltige Geschäftsidee zu entwickeln und damit für Beschäftigung zu sorgen.“ Das CEP bietet Kreativunternehmen Zugang zu Information und guter Praxis in den Bereichen Geschäftsfeldentwicklung, Selbstverständnis eines Unternehmers, design thinking, Marketing, Kundenbindung, Verkauf, rechtliche Rahmenbedingungen, Versicherungen, Finanzmanagement und viele andere mehr.

CEP Woman talk ©OpasOnucheyo Dololo ist ein privater Dienstleister der Trainings anbietet und neue Unternehmen berät. „Dololo ist sehr gern Teil des CEP und hat mit der Entwicklung der Onlinekurse Pionierarbeit geleistet. Die Kurse decken Themen wie Geschäftsentwicklung und grundlegende Kenntnisse von Unternehmensführung ab und verbinden diese mit Erfahrungen erfolgreicher Kreativunternehmer“, sagte Chantal Claassen, Dololo Co-Founder & Head of Operations. Abgesehen von den Aktivitäten online können Teilnehmende des CEP auch den Coworkingspace von Dololo nutzen, dort arbeiten und sich vernetzen.

Die Teilnehmenden Fallone Tambwe und Chante Brock von FC Textiles and Crafts, geben an, dass sich ihr Verständnis von Unternehmertum und Handel durch das Programm stark verändert hat: „Abgesehen von den Corona-Bestimmung zu sozialer Distanz, die natürlich die Interaktion mit Kunden schwierig macht, hat uns die Pandemie gezwungen dazu zu lernen und technikaffiner zu werden, das ist sicher eine gute Entwicklung“, sagten beide. Tambwe und Bock erklärten weiterhin, dass sie zwar zu Beginn einige technische Probleme hatten, die ihre Teilnahme an den Onlinetrainings zunächst behinderten, sie aber letztlich eine Menge gelernt haben. Alle Teilnehmenden stimmten darin überein, dass die Verlagerung der Trainings ins Digitale den Zugang zu neuem Wissen letztlich beschleunigt habe und sie mit digitalen Technologien vertraut gemacht habe. „CEP bereit uns auf die digitale Revolution vor- dies umfassst auch die Digitalisierung der Geschäftswelt“, sagten Johannes und Erastus Hangula von Hekami Audio Namibia. Rosalia Neshuku von Namutse African Fabrics and Designs sagte außerdem, dass für sie die Teilnahme am CEP erst durch die digitale Technik möglich wurde, da sie in Swakopmund lebt.

CEP Workshop 1 ©OpasOnucheyo Die Auswahl der CEP Teilnehmenden wurde von einer Jury unterstützt; drei externe Berater mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen in der Geschäftswelt. Einer dieser Juroren war David Mbeha, ein Fernsehmoderator und Kommunikationsexperte. Er sagte, einer der wesentlichen Aspekte einer Geschäftsidee sei ein besonders Profil und Angebot, da man hervorstehen müsse: „Als wir die Teilnehmenden auswählten, habe ich mich besonders auf zwei Aspekte konzentriert: Innovation und Machbarkeit. Ich habe nach neuen und innovativen Geschäftsideen gesucht, die die Namibische Wirtschaft langfristig positiv stimulieren können.“

Neben den Trainings und Vernetzungsangeboten, bekommen die Teilnehmenden auch ein monatlichen Stipendium, dass durch die Zuwendung der GIZ ermöglicht wird und auf die gegenwärtigen schwierigen Rahmenbedingungen eingeht. „Die Kreativwirtschaft auf der ganzen Welt ist hart von der Pandemie und den Folgen für die Wirtschaft getroffen. Kunstschaffende auf der ganzen Welt verdienen fast kein Geld mehr, da die Auftrittsmöglichkeiten und Absatzmärkte fehlen. Daher ist aus unserer Sicht, gerade jetzt ein Stipendium sehr wichtig.“, sagte Daniel Stoevesandt.