Wissenswelten Workshop für nigerianische PASCH-Schülerinnen und Schüler

Gruppenphoto Pasch Workshop Wissenswelten
© Anthony Udeogu

20 Schülerinnen und Schüler der beiden PASCH-Schulen in Nigeria, dem Akin Ogunpola Model College und der Corona Secondary School Agbara, trafen sich vom 04. bis zum 07. November 2019 in der Corona Secondary School Agbara und nahmen dort an einem 'Open Mathematics Workshop' teil.  Der Workshop wurde von der deutschen Organisation Imaginary Open Mathematics und dem Goethe-Institut Nigeria organisiert.


Der Schwerpunkt des Workshops lag auf der spielerischen und gestalterischen Vermittlung von Mathematik, Physik und deren Anwendungen. In diesem Sinne wurden die beiden Schulfächer nicht traditionell unterrichtet, sondern es wurden forschungsnahe Aspekte hervorgehoben und experimentiert. Daher wurde auch nur eine kleinere Gruppe von Schülerinnen und Schülern der beiden PASCH-Schulen für den Workshop ausgewählt. Ein Ziel des Workshops war die Ermutigung der Schüler, forschend tätig zu werden.

Da die intensive Beschäftigung mit wissenschaftlichen Inhalten in der deutschen Sprache ungewohnt und anstrengend für die Schülerinnen und Schüler war, wurden die Arbeitsphasen immer wieder von spielerischen Elementen unterbrochen: Rätsel mit mathematischem Hintergrund wie zum Beispiel das Königsberger Brückenproblem, das Sprach-Ratespiel Galgenmännchen (in einer Version mit Begriffen aus der Wissenschaft und vor allem mit im Workshop neu erlerntem Vokabular) und dergleichen lockerten die intensiven Arbeitsphasen auf. 

Schüler Wissenswelten
© Anthony Udeogu

In der ersten zwei Tagen erfuhren die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus erster Hand, wie Wissenschaft entsteht: Sie formulierten Fragen aus verschiedenen Bereichen der Naturwissenschaft, Informatik, Mathematik oder Technik; sie stellten Vermutungen an, experimentierten, beobachteten, interpretierten ihre Beobachtungen und hielten diese fest.

Am Ende des Workshops standen von den Schülerinnen und Schülern selbst entwickelte Exponate auf dem Plan, die die wissenschaftlichen Einsichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahrbar machten. Viele davon waren Hands-on-Exponate und auf Interaktivität ausgelegt. So baute beispielsweise eine Arbeitsgruppe des Workshops aus einer Batterie und verschiedenen Drähten einen Elektromagneten, mit dessen Hilfe man das Phänomen des Elektromagnetismus quantitativ erkunden konnte: Wie viele Büroklammern kann der selbstgebaute Elektromagnet tragen? Wie ändert sich diese Zahl, wenn die Drahtspirale mehr oder weniger Windungen hat? Oder wenn man den dünnen Kupferdraht durch dickeren Kupferdraht oder sogar einen Silberdraht ersetzt? Am Exponat konnte man dann mit den Effekten dieser Einflüsse experimentieren. Weitere Themen im Fokus des Workshops waren Platonische Körper und Sternpolyeder, das Sonnensystem, lipophile und lipophobe Substanzen, Minimalflächen aus Seifenlauge, sphärische Geometrie und vieles mehr. 
 
Die Experten gaben die Kommentar zum Workshop: Die Schülerinnen und Schüler hatten keine Berührungsängste mit moderner Wissenschaft und beschäftigten sich interessiert mit den unterschiedlichsten Themen; vor allem chemische-physikalische Experimente hatten es ihnen angetan. 
Wissenswelten im Klassenzimmer © Anthony Udeogu