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Library Tracker© Library Aid Africa

DIGITALE TECHNOLOGIE: DIE ZUKUNFT DER BIBLIOTHEKEN!

Im Jahr 2020 begann Library Aid Africa in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Nigeria mit der Entwicklung der webbasierten Anwendung Library Tracker. Im Folgenden finden Sie ein kurzes Gespräch mit Damilare Oyedele, das dieses laufende Projekt näher beleuchtet.

Library Tracker ­ – was ist das?

Library Tracker ist eine Webanwendung, die wichtige Informationen über Bibliotheken sammelt und bereitstellt, beispielsweise Standort, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Kapazitäten und verfügbare Ressourcen. Sie ist die erste ihrer Art, und wir stellen sie in sechs nigerianischen Bundesstaaten – Lagos, Kano, Kwara, Cross River, Anambra und Bauchi – sowie im Federal Capital Territory (FCT) als Pilotprojekt zur Verfügung, um die Erfahrungen für ein groß angelegtes Vorhaben zu dokumentieren.

Wie entstand die Idee zu dieser App? Warum ist sie wichtig?

Ich hatte versucht, eine Bibliothek in der Nähe zu finden und fand online keinerlei Informationen. Da kam mir der Gedanke, dass wir eine Plattform brauchen, die leicht zugängliche Informationen über Bibliotheken, die von ihnen angebotenen Dienstleistungen und vor allem über ihren Standort bereitstellt.

Für mich ist die wichtigste Komponente dieses Projekts, dass wir die Zukunft der Bibliotheken neu denken, indem wir digitale Technologien nutzen, um die Bibliotheken den vorhandenen und potenziellen Nutzern zu erschließen. Durch Bereitstellung detaillierter Informationen über Bibliotheken und die angebotenen Dienstleistungen werden diese Einrichtungen näher an die Menschen herangebracht und für jeden zugänglich gemacht: Sie können bequem von zu Hause aus nach Bibliotheken in ihrer Nähe suchen. Dies steigert die Zahl der Nutzer. Die App behebt den Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Bibliotheken und der breiten Öffentlichkeit. Diese App verhilft den Bibliotheken auch zu mehr Benutzerfreundlichkeit.  Bibliotheken sind nicht für Nerds gedacht – sie sind für alle da.

Darüber hinaus hoffen wir, dass sich die Daten zu Nutzerverhalten, verfügbaren Ressourcen, Infrastruktur und Kapazitäten dazu nutzen lassen, politische Entscheidungsträger und andere Akteure für die Verbesserung des Bibliothekssektors zu gewinnen und Bibliotheken als strategische Partner für die Entwicklung zu positionieren. Die Library Tracker-Plattform wurde im Grunde als Datenbank konzipiert, die genaue Einzelheiten zum Zustand der Bibliotheken im Land liefert.

Welche Schritte haben Sie bisher bei der Entwicklung der App unternommen?

Die Vorstufen der App-Entwicklung waren ziemlich intensiv, weil wir viel recherchieren mussten, um zu verstehen, wie man eine App entwickelt und konzipiert.

Zunächst haben wir skizziert, was wir mit der App erreichen wollten und wie es erreicht werden kann. Die Skizze haben wir dann unserem technischen Partner, Motionwares Digital Solutions, vorgelegt. Der hat uns über die technische Machbarkeit unserer Ideen aufgeklärt, und gemeinsam haben wir einen Entwicklungsplan für die App entworfen. Zu diesem Plan gehörte auch das UI/UX-Design der Plattform.
Im zweiten Schritt entwickelte ein Programmierer-Team bei Motionwares Digital Solutions die Plattform. Dieser Prozess hat uns gelehrt, dass es unglaublich wichtig ist, mit Profis zusammenzuarbeiten, also Experten auf ihrem Gebiet, die wissen, wie man digitale Plattformen konzipiert und entwickelt.

Von Anfang an waren wir uns auch über die Notwendigkeit im Klaren, die App kooperativ zu entwickeln. Daher haben wir online eine Reihe von Beratungsgesprächen mit den Akteuren aus dem Bibliotheksbereich geführt, bei denen wir das Konzept vorstellten und Feedback für Verbesserungen erhielten. Dieser Prozess hat die endgültige Version des App-Designs entscheidend geprägt. Wir dokumentieren den Prozess, und die bisherigen Rückmeldungen sind ermutigend; sie eröffnen den Bibliotheken mehr Möglichkeiten in Bezug auf die notwendigen Fähigkeiten und Kapazitäten für die Nutzung der Plattform. Durch unsere Library Tracker-Botschafter an den Pilotstandorten haben wir festgestellt, dass Bibliotheken Fähigkeiten für die Nutzung digitaler Tools benötigen. Deshalb haben wir im August mit monatlichen Webinaren begonnen: den Library Tracker-Webinar-Sitzungen, in denen wir Bibliothekare über digitale Tools und ihre Nutzung zur Dienstleistungsverbesserung informieren. Wir bekamen erstaunliche Rückmeldungen von Teilnehmenden, die sich nun bei Library Tracker angemeldet haben, um ihre Bibliotheken für vorhandene und potenzielle Nutzer sichtbar und zugänglich zu machen.

Wie funktioniert die App?

Die App ist webbasiert. Das bedeutet, dass man eine Internetverbindung und einen Webbrowser braucht, um darauf zuzugreifen – über Ihren Webbrowser können Sie die App also auf Ihrem Handy oder Computer  installieren.

In der App gibt es einen Suchbereich, in den man Suchkriterien wie Bibliotheksname und -standort eingeben kann. Klickt man auf „Suchen“, werden auf der Ergebnisseite die Bibliotheken angezeigt, die der Suche entsprechen.

Für das Hochladen von Informationen in die App sind zwei Kategorien von Personen zuständig: das sind die Bibliotheksverwalter und die ehrenamtlichen Datenerfassungsbeauftragten.
Es sind Bibliotheksmitarbeiter, die sich bei der App anmelden, ihre Bibliotheksinformationen hochladen und sie auf der Plattform pflegen.

Wir haben diese Ansätze des bürgerschaftlichen Engagements ehrenamtlicher Datenerfassungsbeauftragter entwickelt, um Bibliotheksinformationen in schwer erreichbaren Umfeldern, in denen es keine Bibliothekare gibt, hochzuladen und zu pflegen. Die Ehrenamtler dort übernehmen die Rolle von Administratoren. Sie kümmern sich um das Hochladen und Aktualisieren der Informationen der Bibliotheken an ihrem Standort.

Die hochgeladenen Informationen durchlaufen ein Prüfverfahren. Erst wenn sie genehmigt sind, werden sie auf der Library Tracker-Plattform für die Allgemeinheit zugänglich. Mit diesem Konzept können wir so viele Bibliotheken wie möglich erfassen – #LeaveNoLibraryBehind.

Was ist das Ziel des Projekts, und was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Library Tracker dient dazu, bestehenden und potenziellen Nutzern den Zugang zu Bibliotheken  zu erleichtern. Die App schließt Lücken zwischen Bibliotheken und ihren Nutzern im Umfeld durch digitale Technologien.

Unser Ziel ist es, die App bis Ende 2025 zur zentralen Open-Source-Plattform für Bibliotheksdaten und -informationen in Afrika zu machen. 

Wir werden bis zum nächsten Jahr den größten Teil Nigerias erfassen und die Plattform auf andere Länder Afrikas ausweiten. Unter http://librarytracker.org/ können Sie mehr erfahren und sich engagieren.

Über Library Aid Africa:
Library Aid Africa ist eine gemeinnützige Organisation mit Schwerpunkt auf dem Zugang zu Informationen durch funktionierende Bibliotheken in Schulen und Gemeinden. Wir setzen uns für die Einrichtung von Bibliotheken in Schulen und Gemeinden ein und unterstützen sie. Dabei nutzen wir digitale Technologien und Ansätze zur Bürgerbeteiligung, um Projekte und politische Reformen für Bibliotheken in Afrika voranzubringen.

 

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