Stretched Terrains – das mobile Museum auf dem Weg zur Dak'Art

Strechted Terrains Graphics: Goethe-Institut / Jeremiah Ikongio


Zum zweiten Mal nach 2016 initiiert das Goethe-Institut Nigeria unter dem Titel "Stretched Terrains – Das mobile Museum auf dem Weg zur Dak'Art" ein mobiles Residenzprogramm für eine junge Künstlergruppe mit Teilnehmern aus Nigeria, Ghana, Elfenbeinküste, Senegal und Deutschland.
 

Mit einem alten umgebauten Schulbus, dem Molue Mobile Museum of Contemporary Art, startet die Gruppe am 11. April 2018 von Lagos aus zu einer sechswöchigen Tour durch Benin, Togo, Ghana, Elfenbeinküste und Mali, um rechtzeitig Anfang Mai zur Eröffnung der 13. internationalen Kunstmesse DaK'Art in Dakar/ Senegal anzukommen. Am 07. Mai wird der Bus wieder Richtung Nigeria aufbrechen und dort am 25.Mai zurückerwartet.

Auf dieser Reise wird das Künstlerkollektiv verschiedene öffentliche Plätze und Orte im Hinblick auf deren Bedeutung als soziale, wirtschaftliche und politische "Kommunikationszonen" untersuchen. Das Projekt berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Arbeitsstile und Perspektiven der teilnehmenden Künstler, die sich während der fast 10.000 km langen Rundreise über ihre künstlerischen Interaktionen austauschen und auseinandersetzen können. Die in Dakar und während der Reise entstehenden Werke werden auf der Rückreise nach Nigeria an den Goethe-Instituten und Kulturzentren in Dakar, Bamako, Abidjan, Accra, Lomé und Lagos vorgestellt und im Rahmen von Veranstaltungen diskutiert.

Die Herausforderung für die Künstler, aber auch der besondere Charakter des Projekts, ist mit dem stetigen Ortswechsel, den sich veränderten Rahmenbedingungen und den Unwägbarkeiten der Reise verbunden. Dieser experimentelle Rahmen ermöglicht einen permanenten Austausch mit verschiedenen Orten und Zielgruppen.

Kurator des Projekts ist der nigerianische, in Deutschland lebende Künstler Emeka Udemba.
 
Folgen Sie den Teilnehmern auf ihrer Reise auf dem Webblog Stretched Terrains und in den sozialen Medien unter dem #StretchedTerrains.
 
"Stretched Terrains – Das mobile Museum auf dem Weg zur Dak'Art" ist ein Projekt des Goethe-Instituts Nigeria, durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von Lufthansa und Brussels Airlines.
 

Onlineberichte über Stretched Terrains

Departure Foto: Goethe-Institut / Jeremiah Ikongio

NEW TELEGRAPH
Six artists for ‘The Mobile Museum on its Way to Dak’Art’

For the second time since 2016, the Goethe-Institut Nigeria initiates a mobile residency program titled “Stretched Terrains – The Mobile Museum on its Way to Dak’Art”, with a group of young artists from Nigeria, Ghana, Ivory Coast, Senegal and Germany.

Departure Photo: Goethe-Institut / Jeremiah Ikongio

Deutsche Welle
Ein rollendes Museum geht auf Tour durch Westafrika

10.000 Kilometer, sieben Länder: Sechs Künstler haben sich am Dienstag auf eine Reise durch Westafrika gemacht - in einem alten Bus, der nun ein rollendes Museum ist. Adrian Kriesch hat sie vor der Abreise getroffen.

Blog Stretched Terrains
Stretched Terrains

Folgen Sie unserem Museumsbus auf seinem aufregenden Weg von Lagos zur Dak'Art 2018.

Teilnehmer

Emeka Udemba © Emeka Udemba Emeka Udemba, * 1968 in Enugu/ Nigeria, studierte Kunst am College of Education und der University of Lagos in Nigeria. Er lebt und arbeitet als Künstler und Kurator in Lagos und in Freiburg/ Deutschland, dessen Arbeit sich auf die Beziehung zwischen Medien sowie die Schnittstellen von Bildern und Strukturen konzentriert, um eine tiefere Einsicht darin zu gewinnen, wie wir miteinander kommunizieren, wie wir Identität und Kultur formulieren (oder verstecken) und wie diese Elemente unseren Sinn für ein kollektives Bewusstsein beeinflussen.

2014 gründete Emeka Udemba das Molue Mobile Museum of Contemporary Art Lagos (MMMoCA).  Seine kuratorischen Projekte beschäftigen sich mit der Untersuchung von Zwischenräumen, die frei von Begrenzungen sind. Sie stellen Plattformen für Austausch bereit, um unsere Beziehung zu anderen zu besprechen und zu hinterfragen.

Seine kuratorischen Projekte beinhalten u.a. Lagos Open (2005 und 2013), In God we Trust (2008), Exchanging Spaces (2010), Ein Haus für Junkman (Ewerk, Freiburg/Deutschland, 2013).

 
Gabriel Goller © Eleni Zaharopoulos Gabriel Goller, *1992 in Freiburg,  ist Student an der Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik in seiner südwestdeutschen Heimatstadt. Fotografie ist sein Vertiefungsfach. Thema seiner Abschlussarbeit ist ein Vergleich der Darstellung von Menschen im öffentlichen Raum. Unter dem Titel "Public Mirror" werden unterschiedliche Darstellungsformen in der Fotografie und Malerei untersucht.

In den letzten Monaten konnte Gabriel Goller im Rahmen eines Praxissemesters  Erfahrung im Filmbereich sammeln und war am  Entstehungsprozess eines Kinofilms beteiligt.
Die Themengebiete seiner bisherigen Arbeiten umfassen hauptsächlich Sozialdokumentationen, Reportagen und Portraitfotografie.

Ein großer Teil seiner Arbeit wählt den kritischen Blick auf die Ballungsräume europäischer Großstädte. Thematisiert werden dabei die Rolle des Konsums in der Gesellschaft sowie die Identität des Individuums im urbanen Raum. Es wird der Blick in Innenräume gewählt - in Geschäfte, Restaurants, Schaufensterauslagen – und auf die damit einhergehenden Wünsche und Sehnsüchte der Menschen.
 
Monsuru Alashe © Dapo Adeniyi Monsuru Alashe, * 1981 in Lagos/Nigeria, ist ein Experimentalkünstler, Fotograf und Graphikdesigner. Er ist der Gewinner des Life in My City Kunstfestivals 2013 (Bereich Textilien/Grafik) und erhielt den Sonderpreis desselben Festivals im Jahr darauf. Ebenfalls 2014 erreichte er den 3. Platz beim Lagos Photo Wettbewerb. 2017 war er der Sieger des Waco/ Nigeria Kunstwettbewerbs "Telling the African Stories" sowie den Sonderpreis der Union Bank Art Challenge.
Monsuru Alashe nahm an den jährlich stattfindenden Harmattan Workshops, vor allem in Delta State/ Nigeria (2010-2017), sowie an den "We are Together" Workshops in der Republik Benin (2012) teil. Bereits 2016 war er Teilnehmer der ersten kleinen, vom Goethe-Institut organisierten Busreise von Lagos in den Senegal. 2017 engagierte er sich bei der "Art for Peace"-Veranstaltung in Lagos. Neben der Beteiligung an verschiedenen Gruppenausstellungen, hatte Monsuru Alashe 2013 eine Einzelausstellung "The Awakening: Our Everyday Life" bei der Alliance Française in Lagos.
 
Ray Agbo Fawaz © Agbo Ray Claver Agbo, *1970, studierte am College Artistique et Artisanal in Togo, an dem er 1992 seinen Abschluss machte. Seit 1994 lebt und arbeitet er als Bildhauer in Takoradi/ Ghana. Auch wenn er mit diversen unterschiedlichen Materialien gearbeitet hat, so ist er doch vor allem von Holz fasziniert. "Durch die Wärme des Mediums Holz habe ich das Gefühl, durch dessen Seele andere Seelen berühren zu können".

In seinen Skulpturen verarbeitet Ray Claver Agbo aber auch andere Materialien, Nägel und Symbole um die Bedeutung seiner Kunstwerke zu verstärken und seine eigene Philosophie zu entwickeln.

Schon seit vielen Jahren nimmt der Künstler an verschiedenen nationalen wie auch internationalen Workshops, Symposien, Ausstellungen sowie Residenzprogrammen (etwa  2005 in Accra/Ghana) teil, u.a. Art House in Laongo/ Burkina Faso (2008), Dakar Biennial (2014), KARP-Kamina (2016 and 2017) in Togo. Er ist zudem einer der Gewinner des Alias Norbert Foundation-Preises 2004.

Ray Claver Agbo arbeitet zurzeit als Leiter der NGO Art in Action, als Mentor für Bildhauer sowie als Berater und Vorstandsmitglied der Takoradi Technical University, Fakultät für angewandte Künste, Abteilung für Bildhauerei, Ghana. 
 
Souleymane Konate © Dino Hirojiro Souleymane Konate, *1983 in Abidjan, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt in der Republik Côte D'Ivoire. Zuerst arbeitete er als Kalligraph bevor er seiner Liebe zur Malerei und zur Kunst im Allgemeinen folgte und 2011 Assistent des Malers Aboudia wurde. Von 2012 bis 2014 arbeitete Souleymane Konate mit verschiedenen Künstlern zusammen. Seine Bilder sind das Manifest einer Kunst, die ähnlich der von Graffitikünstlern, von der Energie eines spontanen bildhaften Stils getragen wird. Die Personen, die seine Bilder bevölkern, zeigen seinen persönlichen Blick auf und sein Verständnis von Menschen, deren Schönheit nicht in der äußeren Erscheinung liegt, sondern eher in ihrer Moralität und den Werten, die sie vermitteln.

Souleyman Konate verfolgt einen globalen Ansatz, der zu einer Reflektion auf die Rolle des Bildhaften im Bruch mit seiner direkten Wahrnehmung anregt, um dadurch einen eher symbolischen und erhabenen Charakter zu erhalten – eine Art von sakraler Dimension.  Der Künstler nahm bereits an Ausstellungen in der Republik Elfenbeinküste, im Senegal, Burkina Faso, Marokko, Italien, Frankreich und Deutschland teil.
 
 Bay Dam © Bay Dam Dame Diongue, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bay Dam, *1984 in Dakar, ist ein Computerfachmann mit einer großen Leidenschaft für Linux und andere freie Softwares. 2014 traf er in Dakar auf die beiden kanadischen Künstler Sofan Audry und Alexandre Quessy, mit denen er gemeinsam MapMap, eine freie "projection mapping"-Software, entwickelte. Er hat ebenfalls an verschiedenen Projekten im Bereich digitale Kunstwerke und interaktive Installationen, teilweise in Kooperationen mit anderen Künstlern, gearbeitet. Als Gründer des VX Labs, einer Werkstätte, die sich mit der Erforschung und dem Experimentieren mit Kunst, Wissenschaft und Technik auseinandersetzt, ist Bay Dam aktiv an der Herstellung und der Entwicklung von  "Open Source Software" beteiligt. Während dieser ständigen Suche nach neuen künstlerischen Schaffensprozessen nutzt er neue Technologien, um sich auf verschiedenen Wegen den öffentlichen Raum, Formen, Farben und Materialien auf neuen Wegen anzueignen. Dieser multidisziplinäre Ansatz ermöglicht eine einfache Herstellung von audiovisuellen Installationen oder Bühnenhintergründen für Theater-, Tanz- oder ähnliche Veranstaltungen. Als Programmier-Autodidakt und jemand, der sich den Zugang zu den neuen Technologien sehr schnell selbst erarbeitet hat, ermutigt Bay Dam dazu, die eigenen Kenntnisse zu teilen, indem er regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zur Weitergabe von Fertigkeiten durchführt.