Digitale Workshopreihe
Die Bedeutung von Netzwerken in Krisenzeiten

Digitale Workshopreihe Teaser © Goethe-Institut / Jeremiah Ikongio

Der deutsch-französische Kulturfond, Goethe-Institut Nigeria, Institut Français du Nigeria und Centre for Contemporary Art (CCA) führen eine digitaler Workshopserie zur Bedeutung kultureller Netzwerke durch.

Die nigerianische Kulturszene hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Trotz diverser finanziellen Schwierigkeiten gab es v.a. für die bereits gut etablierten Kulturprojekte immer irgendwelche Sponsoringmöglichkeiten, z.B. durch Banken oder Lebensmittel-/Getränkefirmen. Allerdings hat die COVID 19-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Kultursektor weltweit gezeigt, wie schnell sich traditionelle Strukturen in Luft auflösen können. Um das nigerianische Kulturleben am Leben und funktionsfähig zu erhalten, müssen Strukturen und Plattformen überdacht und geändert werden. Die Pandemie hat über die vergangenen Monate viele Kooperations- und Austauschprogramme weltweit zum Stillstand gebracht. Mit dieser plötzlichen und unvorhergesehenen Realität konfrontiert, suchen nun viele nach Lösungen, wie sie die Projekte doch noch durchführen können, vor allem mit Hilfe von digitale Werkzeugen.

Drängende Fragen sind momentan, was man durch diese Lebenserfahrung und die Zwangspause lernen kann, und welche dieser gewonnenen Erfahrungen man auch weiter nutzen möchte sobald der engere Kontakt zwischen den Menschen und analoge Veranstaltungen wieder möglich sind.

Mit Hilfe des deutsch-französischen Kulturfonds werden die deutsch-französischen Projektpartner Goethe-Institut Nigeria und Institut Français du Nigeria in Zusammenarbeit mit dem Centre of Contemporary Art (CCA) eine Serie von Onlineworkshops entwickeln, die sich mit den notwendigen Modifikationen und den Vorteilen des Arbeitens in Netzwerken beschäftigen. Diese werden sich als Reflexions- und Aktionstrainings mit drei wichtigen Themen beschäftigen. Die partizipativen Workshops bringen Fachleute aus lokalen Organisationen mit französischen, deutschen und nigerianischen Expert*innen zusammen, die sich mit diesen Themen beschäftigen und sich über die neuesten Entwicklungen in den verschiedensten kulturellen Kontexten weltweit austauschen.

Es finden vier Online-Treffen statt, die jeweils 1,5 Tage dauern. Der Projektzeitraum liegt zwischen März und Oktober 2021.

Die Expert*innen aus den drei Ländern präsentieren und diskutieren folgende Themen:

  • Wichtige Lehren aus der Zeit der COVID 19-Pandemie und wie Kulturinitiativen auf die neuen Umstände reagieren können
  • Verwaltungstechnische und rechtliche Herausforderungen
  • Die Kunst des Netzwerkens – wie kulturelle Initiativen vom Teilen profitieren können

In einem vierten Workshopteil präsentieren und diskutieren die Teilnehmende erste Erfahrungen beim Netzwerkaufbau.

Teilnehmer*innen

Nach einer Reihe von digitalen Workshops, die im März 2021 angefangen haben, schließt der Deutsch-Französische Kulturfonds in Zusammenarbeit mit dem Centre of Contemporary Art (CCA), dem Institut Français du Nigeria und dem Goethe-Institut Nigeria das Projekt ab, das sich auf notwendige Anpassungen und die Vorteile der Vernetzung in der nigerianischen Kulturszene konzentriert.

Nachfolgend finden Sie die Teilnehmer*innen und einen Einblick in ihre individuellen Projekte:
 


Daniel Uti © Daniel Uti
Daniel Uti  kommt aus der Stadt Ndoni im Bundesstaat Rivers im südlichen Teil Nigerias. Zurzeit studiert er Mathematik und Informatik an der National Open University of Nigeria.
Er ist Künstler, Dokumentarfotograf und Dichter. Seit 2017 konzentriert er sich auf Kultur und moderne Kunst, wobei er sich mit abstraktem Expressionismus, Porträts und Mischtechniken beschäftigt.

2018 wurde er im Rahmen der nigerianischen Teen Choice Awards bei der maritimen Ausstellung (Blue Economy) als " Most Artistic Personality" nominiert.

Außerdem nahm er an einer Kunstausstellung des Bundesstaates Enugu zum Thema "Afrikanisches Kind" und an einer Ausstellung für Dokumentarfotografie teil, die im Rahmen der Feier zum 150-jährigen Bestand des Königreichs Opobo organisiert wurde.

Seine Arbeit erforscht die Beziehungen zwischen sozialen Auswirkungen von Situationen und den kulturellen Implikationen auf den menschlichen Geist und die Emotionen.

 

Edima Imara © Edima Imara
Edima Imara ist die kreative Leiterin von Dance Ville Entertainment, Vorsitzende der Amethyst Dance Foundation und Initiatorin des Dance Worka Project.

Sie betreibt ein Tanzstudio und entwickelt tanzspezifische Veranstaltungen für Bühnen, Arenen und Leinwände.
Edima trainiert und begleitet derzeit Individuen in kleinen Städten, die sich für nachhaltige Tanzpraktiken einsetzen. 

Sie hat eine besondere Fähigkeit, tänzerische Lösungen für soziale Probleme zu finden.
 

Vetum Galadima © Vetum Galadima
Vetum Gima Galadima ist eine multidisziplinäre Künstlerin. Sie studierte Archäologie an der Ahmadu Bello University.
Sie interessiert sich leidenschaftlich für das kulturelle Erbe Nigerias und hat als Reiseleiterin für die National Commission for Museum and Monuments im Heiligen Hain von Osun gearbeitet.

Außerdem ist sie die 2021 Stipendiatin des '“Arts-in-Medicine'“ Förderprogramms.

Mit Hilfe verschiedener Medien erforscht sie die Schnittstelle zwischen Technologie, Kulturerbe und Kunst.
 

Ochai Ogaba © Ochai Ogaba
Ochai Ogaba ist ein Tänzer, Choreograf und Fotograf aus Kaduna. Er ist der Gründer und künstlerischer Leiter der Mud Art Company. Er hat an Ausstellungen sowohl als Fotograf als auch als Kurator teilgenommen.

Im Jahr 2017 war er Ko-Kurator der Ausstellung zur Hundertjahrfeier von Kaduna.

Mit seiner Arbeit möchte  er Möglichkeiten zur Heilung anbieten und sichere Räume in Nordnigeria schaffen, indem er zwischenmenschliche Beziehungen in der Welt vorantreibt und Räume auch für Menschen mit Behinderungen schafft, um kreativ und ausdrucksstark zu sein.

In Zusammenarbeit mit der in Kalifornien ansässigen Tanzkompanie „Jacob Jonas The Company“hat er ein Filmprojekt realisiert. Zudem hat er Arbeitsbeziehungen mit der Alliance Francaise Lagos, dem Institut Francais du Nigeria, dem Goethe-Institut und dem Centre for Contemporary Art Lagos aufgebaut. Derzeit arbeitet er an seiner dritten Produktion mit dem Titel COMPOUND.
 

Amba Idongesit © Amba Idongesit
Amba Idongesit Peter ist eine engagierte Geschichtenerzählerin, Content-Strategin und Projektmanagerin aus Nigeria. Sie hat bereits Erfahrungen in verschiedenen Branchen gesammelt: PR, Technik, Film, Mode und vieles mehr. Sie begann ihre Karriere  als freiwillige Korrespondentin für den Commonwealth und half dabei, den Menschen in ihrer Gemeinde Gehör zu verschaffen.

Derzeit arbeitet sie als Redakteurin für das Onlinemagazin Red Edit und ist technische Direktorin für die berühmte Big Brother Show. Es ist ihr ein Anliegen, ihre Fähigkeiten kontinuierlich einzusetzen, um soziale Gerechtigkeit zu beeinflussen, Menschen weltweit zu verbinden, zu bilden und zu unterhalten.
 
Amba schätzt die Kunst und das Geschäft des Filmemachens, seine Detailgenauigkeit und die Synergie der Teamarbeit. Vor kurzem hatte sie die Gelegenheit, bei zwei der besten Regisseuren Afrikas, Kenneth Gyang und Biyi Bandele, zu lernen und bei einem Netflix-Projekt dabei zu sein, das von Ebonylife Studios produziert wurde. Sie ist ständig bestrebt, authentische Geschichten zu erzählen und zu teilen.

Für Amba „sollte man das Leben wertschätzen und in jedem Moment, in dem man etwas teilen, zuhören oder darüber sprechen kann, woran man glaubt, sollte man es tun.“
 

Sada Malumfashi © Sada Malumfashi
Sada Malumfashi ist ein Kunstkurator, der sich mit der Schnittstelle von Kultur und Identität beschäftigt. Er war 2019 Fellow von Reporter ohne Grenzen Deutschland 2019 Fellow der Arts Omi Residency und 2018 Fellow des Goethe Instituts/Sylt Foundation African Residency in Deutschland.

Er ist Gründer von Open Arts, einem literarischen Kollektiv und kuratiert  das Hausa International Book and Arts Festival (HIBAF), ein grenzüberschreitendes Festival für Kunst und Sprache sowie das Kaduna International Poetry Festival , bei dem Poesie eingesetzt wird, um fragile Gemeinschaften im Norden Nigerias zu stärken.

Er wurde als einer der jungen Kulturschaffenden ausgewählt, um am internationalen Kolloquium 2019 „Kultur für die Zukunft - Kreativität, Innovation und Dialog für inklusive Entwicklung“ teilzunehmen, das von der Europäischen Kommission organisiert wird, um Mittel und Wege zur Nutzung von Kultur als Instrument für Chancen und zur Linderung von Sicherheit und Konflikten insbesondere in Entwicklungsländern zu erkunden.
 

Oluwayemisi Odidiomo © Oluwayemisi Odidiomo
Oluwayemisi Odidiomo ist Mitbegründerin und Leiterin der Kulturinitiative Deutsches Haus, einem nigerianisch-deutschen Zentrum für interkulturelle Begegnungen in Ile-Ife.

Sie ist seit 2013 Deutschlehrerin und Kulturvermittlerin und arbeitet vor allem mit Jugendlichen. Neben dem Deutschunterricht fördert sie junge Menschen, vor allem Frauen, bei der Präsentation ihrer Talente, indem sie verschiedene Projekte organisiert, die Jugendliche in den Bereichen Kunst und Kultur miteinander in Kontakt bringen.

Aufgrund ihres Studienbereichs-  Gender und Entwicklung -  konzentriert sie sich vor allem auf die Stärkung von Frauen und die Entwicklung von Kindern, wodurchauch ihr neues Projekt -Deutsches Haus - entstand ab. Zurzeit arbeitet sie an der Entwicklung einer Kinderbibliothek, einer einzigartigen Einrichtung in Ile-Ife, die Kindern die Möglichkeit bieten soll, akademisch und kulturell zu lernen.
 

Emmanuel Ndefo © Emmanuel Ndefo
Emmanuel Ndefo arbeitet als Forscher, Reisekünstler, Performance- und Textilkünstler und Tanzchoreograf. Im Allgemeinen basieren seine Projekte auf Bewegungssystemen in ihrem emotionalen und materiellen Kontext.

Diese sind auch ein Abenteuer und eine Suche nach der Materialität von Handlung, Gesten, Bewegung und Performance, die jeder menschlichen Aktivität zugrunde liegt.

Er interessiert sich für Räume, die Manipulation von Räumen und die gestischen Möglichkeiten, die kuratierte Räume bieten.

Obwohl sein Körper in einem zeitgenössischen Rahmen das Hauptmedium ist, vermeidet er es bewusst, sich an Trends, Moden oder Stile in der Kunstwelt zu binden. Diese Herangehensweise, die eine offene, kreative Mobilität erlaubt, stimuliert eine Vitalität, die aus dem Körper und der Bewegung stammt, aber darüber hinaus in den Bereich der Fotografie, der Installationen, der Sublimation und anderer künstlerischer Darstellungsformen führt.
 

James Notin © James Notin
James Notin (Richard Kayode O.) ist ein experimenteller Künstler, der sich in seiner Arbeit mit den Räumen des Individuums, seinen Überschneidungen und seiner Position im Universellen beschäftigt. Er erforscht auch das Konzept des Selbst in der Yoruba-Weltanschauung sowie dessen "-ismus". James ist Kurator bei Tantdile Xperimenta Lab.
 

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