FRAGILE

Wolfgang Tillmans: FRAGILE Wolfgang Tillmans

Nach Stationen in Kinshasa, Nairobi, Johannesburg, Addis Abeba, Yaoundé, Accra und Abidjan wird am 28. Mai 2022 die letzte Station der Ausstellungstournee Fragile des deutschen Künstlers Wolfgang Tillmans Arte Twenty One und CCA, Lagos eröffnet.

In Zusammenarbeit mit Wolfgang Tillmans und dem Goethe-Institut zeigte das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) Fragile in den vergangenen fünf Jahren in mehreren afrikanischen Städten.

Wolfgang Tillmans: FRAGILE

Was ich bei Menschen am reizvollsten finde, ist, wie sie sich ihrer eigenen Fragilität bewusst und dennoch stark und unabhängig sind. Ich möchte diese Komplexität in seiner Gänze kommunizieren, dieses Fehlen einer einzigen Lesart, und den vielschichtigen Charakter und Wiedersprüche innerhalb einer Persönlichkeit darstellen - wie sie sich in der Kleidung zeigen, im Stil, in Haltungen und in der Art und Weise, wie eine Person lebt. Es ist die gebrochene Realität der Identität, die mich fasziniert.“

Wolfgang Tillmans

Die Ausstellung „Fragile“ gibt einen umfassenden Überblick über das facettenreiche Werk von Wolfgang Tillmans und zeigt mehr als 200 Arbeiten, die zwischen 1986 und 2020 entstanden sind. Großformatige Drucke, kleinere Fotoabzüge, skulpturale Objekte und Tisch-Installationen sind ebenso Teil der Ausstellung wie Videoprojektionen und Publikationsprojekte.

Wolfgang Tillmans‘ künstlerische Arbeit basiert auf einer unbändigen Neugierde, rechercheintensiven Vorbereitungen und der permanenten Auseinandersetzung mit dem technischen und ästhetischen Potential des Mediums Fotografie. Seine Bildsprache ist geprägt von einer genauen Beobachtung, die einen zutiefst menschlichen Zugang zu unserer Umgebung eröffnet. Vertrautheit und Empathie, sowie Freundschaft, Gemeinschaft und Nähe sind in seinen Bildern sicht- und spürbar.

Das Annehmen der Fragilität, die uns als Individuen und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt, versteht Tillmans nicht als Schwäche sondern vielmehr als Stärke. Fehler, Brüche und Zerbrechlichkeit nutzt er als Impuls zur Entwicklung neuer Prozesse. Sie verweisen auf die Unvollkommenheiten unseres Lebens und eröffnen gleichzeitig ungeahnte Perspektiven auf dessen Materialität. In diesem Sinne verweist „Fragile“ auf die kostbaren Momente und den Wert gesellschaftlichen und familiären Zusammenhalts – besonders in Zeiten sozialer und politischer Instabilität.
 

  • Wolfgang Tillmans, astro crusto, a, 2012 Wolfgang Tillmans, astro crusto, a, 2012

  • Wolfgang Tillmans, Dan, 2008 Wolfgang Tillmans, Dan, 2008



Fragile ist Tillmans' erste Ausstellung auf dem afrikanischen Kontinent, die in den letzten fünf Jahren durch mehrere afrikanische Städte tourte. Sie war in Kinshasa, Nairobi, Johannesburg, Abidjan und Accra zu sehen und kommt nun endlich auch nach Lagos. In den 12 Wochen, in denen die Ausstellung sowohl im Art Twenty One als auch im Centre for Contemporary Art in Lagos zu sehen ist, wird das Goethe-Institut eine Reihe von Veranstaltungen organisieren, um die Ausstellung zu aktivieren.

Über den Kunstler:Wolfgang Tillmans

Wolfgang Tillmans wurde 1968 in Remscheid, Deutschland geboren. Von 1990 bis 1992 studierte er in Großbritannien am Bournemouth and Poole College of Art and Design. Er lebt und arbeitet in Berlin und London. Tillmans wurde im Jahr 2000 als erster Fotograf mit dem Turner Prize ausgezeichnet und erhielt 2015 den Hasselblad-Preis.

In den letzten Jahren wurden Tillmans‘ Arbeiten in großen Museums-Einzelausstellungen gezeigt, zuletzt 2017 in der Tate Modern in London und in der Fondation Beyeler in Basel. Tillmans hat zahlreiche Künstlerbücher veröffentlicht und wurde jüngst verstärkt politisch aktiv: 2016 gestaltete er anlässlich des britischen Referendums eine Anti-Brexit-/Pro-EU-Kampagne, 2017 eine Poster-Kampagne für mehr Wahlbeteiligung und gegen nationalistische Kräfte im Deutschen Bundestag.

28. Mai – 10. Juli 2022
Art Twenty One, Eko Hotel, Lagos
Centre for Contemporary Art (CCA), Yaba, Lagos

Eröffnungsveranstaltungen:
28. April 2022, 17 Uhr im CCA
29. April 2022, 17 Uhr in Art Twenty One mit einem Künstlergespräch






 

ifa/Goethe-Institut

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