SUPPORT & CONNECT 2022: SELECTED ENTRIES

Support & Connect 2022: Ausgewählte Projekte ©Mud Art Productions

Tell Africa

Tell Africa ©Tell Africa
Heute mehr denn je ist der Bedarf an gesicherten Gemeinschaften in Nigeria deutlich spürbar. Als Folge der #ENDSARS-Proteste des Jahres 2020 halten wir es für sehr wichtig, dass Nigerianer*innen ihre Stimme erheben und gegen jede Form von Ungerechtigkeit demonstrieren. Mit der Anthologie "Memoirs of Nigerian University Students" (MONUS) möchten wir den Studierenden der nigerianischen Hochschulen die Möglichkeit eröffnen, ihre Lebensgeschichten zu erzählen und sinnvolle Gespräche anzuregen, die positiven Entwicklungen im nigerianischen Hochschulsystem auslösen können.
Wir haben diese Initiative 2018 initiiert, um ein Kompendium mit spannenden Geschichten aus dem wahren Leben nigerianischer Studierender an verschiedenen Universitäten zu erstellen, mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf den verfallenden Zustand der Hochschulbildung in Nigeria zu lenken.
Wir haben bereits zwei Ausgaben dieser Anthologie veröffentlicht und über 5.000 Beiträge von 30 nigerianischen Universitäten eingesammelt. Die Beiträge reichten von Prosa über Theaterstücke bis hin zu Kunstwerken und bildlichen Darstellungen und behandelten verschiedene Themen wie Vergewaltigung, Sekten, Fehlverhalten bei Prüfungen und Sex für Noten. Die letzte Ausgabe wurde von dem führenden nigerianischen Enthüllungsjournalisten Fisayo Soyombo und des preisgekrönten AFP-Journalisten Mayowa Tijani redaktionell betreut.
Wir hoffen, dass wir dieses Projekt fortsetzen können, um die Aufmerksamkeit auf den Verfall des Bildungswesens in Nigeria zu lenken. Wir freuen uns, dass die diesjährige Ausgabe vom Goethe-Institut gefördert wird.

Traces of Ecstasy
Traces of Ecstasy ©Traces of Ecstasy
"Schwarze Männer aus der Dritten Welt müssen entweder unserem eigenen Volk oder der westlichen Welt eine gewisse schockierende Realität offenbaren: Wir können einander begehren" Rotimi Fani-Kayode.

Traces of Ecstasy ist eine Reihe interaktiver Stücke, die in einem Galerieraum präsentiert werden. Anhand einer Schlafzimmerinstallation, sich bewegender Körper, Texte und der Ausstellung von Ecstasy-Gegenständen werde ich die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte hinterfragen, die Männlichkeit und männliche Verletzlichkeit in Nigeria bestimmen.
Während der Ausstellung werden die dargestellten Körper als Objekte der ästhetischen Kontemplation auftreten. Das Publikum darf in Echtzeit mit dem Werk interagieren, sodass die Interaktion mit dem Publikum im Gegensatz zur traditionellen Ausstellung von Kunstwerken in einem White Cube im Vordergrund steht. Ich werde erforschen, wie der Körper in Raum und Zeit Gestalt annimmt, und den männlichen Körper als Werkzeug benutzen, um traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit zu überschreiben und zu parodieren.
Dadurch sollen die vielen Schichten, die sich der Verletzlichkeit widersetzen, auseinandergerissen werden, um durch die Performance die Macht der männlichen Intimität zu untersuchen, während ich mich durch ein bestehendes Labyrinth aus Schuld und Scham, Moral, Liebe und persönlicher Identität bewege. " " Das Stück soll in seinen Hinterlassenschaften, in den Erinnerungen und in Objekten existieren. In den zerknitterten Bettwäsche, in den Gegenständen der Ekstase und den im Schlafzimmer gesammelten Körperdarstellungen". Dies sind die Spuren der Ekstase.

The DaVID Conference
The DaVID Conference ©The DaVID Conference
Die Dance Ville International Dance Conference ist seit Jahren eine Plattform, um Diskussionen anzustoßen und Methoden der nigerianischen Tanzindustrie aus internationaler Perspektive zu präsentieren. 
Dieses Jahr wollen wir den Prozess der Kuratierung und Dokumentation des Balletts (einer der Tanzstile mit den meisten Informationen und den am häufigsten aufgeführten/gelehrten Tänzen der Welt) untersuchen und vergleichen ihn mit dem, was bei nigerianischen Tänzen möglich ist.
Die zweitägige virtuelle Veranstaltung richtet sich an Personen, die sich derzeit mit Tanz und kultureller Dokumentation befassen, und soll von ihnen besucht werden. Obwohl die Teilnehmer sich einzeln anmelden müssen, werden mehrere Zentren/Tanzgemeinschaften Gastgeber sein, die sich für die Konferenz virtuell zusammenschließen werden. 

Son of a Pepper Seller
Son of a Pepper Seller ©Son of a Pepper Seller
Son of a Pepper Seller (Sohn eines Pfefferverkäufers) beschreibt eine persönliche Erinnerung an die Vorfälle während der Abriegelung im Jahr 2020, die als visuelles Erlebnis mit Hilfe von Feldfrüchten und Gemüse präsentiert wird. Es handelt sich um eine künstlerische Installation, die durchleuchtet, wie sich die Bevölkerung abmühte, während der Pandemie mit leicht verderblichem Feldfrüchtem und Gemüse Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. 
Um das Projekt auszuweiten, arbeite ich mit einem Landwirt aus der Abteilung für landwirtschaftliche Beratung und ländliche Entwicklung der Universität von Ibadan zusammen. Gemeinsam haben wir Ideen entwickelt, wie man verderbliche Feldfrüchte für die Zukunft aufbewahren kann, da wir uns immer noch in einer Phase der Unsicherheit befinden. 
Die Unterbrechung der Versorgungskette und andere Feldfrüchte werden nun in die Intervention einbezogen, die nun als Einzelausstellung gedacht ist, wobei die landwirtschaftlichen Produkte als Mittel des künstlerischen Ausdrucks und Intervention verwenden, da die nächsten Jahrzehnte uns in eine Zeit der Unsicherheit führen.

Freedom Vibes Poetry Concert                                                                                                                 
Freedom Vibes Poetry Concert ©Freedom Vibes Poetry Concert
Nach Auffassung der UNESCO ist Poesie "eine der wertvollsten Formen des kulturellen und sprachlichen Ausdrucks und der Identität der Menschheit". Der UNESCO zufolge wird Poesie in jeder Kultur und auf jedem Kontinent praktiziert. Sie verbindet Menschlichkeit und gemeinsame Werte und verwandelt das einfachste Gedicht in einen mächtigen Auslöser für Dialog und Frieden.
Die Konzertreihe ;Freedom Vibes Poetry Concert‘ ist eine kulturelle Initiative, die von Jahman Anikulapo,  - der Organisator des WORDslam Poetry Concert und des World Poetry Day Cafe - , in Zusammenarbeit mit Unchained Vibes Africa - eine Organisation, die die Kraft der Künste zur Förderung der staatsbürgerlichen Bildung, der guten Regierungsführung, der Menschenrechte, der kulturellen Vielfalt und dem Solidaritätsgeist in Afrika nutzt -  kuratiert wird.

Boju Boju
Boju Boju  ©Boju Boju 
Boju Boju ist ein Versteckspiel, das in Nigeria in mondhellen Nächten als Ruf- und Antwortspiel gespielt wird. Olowu Busayo, Sinimi Jay und Cécilia Ettlin haben die ''Boju Boju Night konzipiert, ein Konzept aus multidisziplinären, gemeinschaftlichen Performances, um einen Raum zu eröffnen, in dem Identität und Realität hinterfragt werden, um das Wesen des Selbst zu untersuchen und sich daran zu erinnern. Wie haben wir uns im Laufe der Jahre entwickelt? Was verbirgt sich hinter den Geschichten, die wir uns selbst erzählen? Leiten uns die Spuren von Traditionen, Erziehung, sozialem und lokalem Umfeld oder stehen sie unseren persönlichen Erfahrungen und intuitiven Gefühlen des Lebens entgegen?
Was ist wahr und was nicht? 
Die Performances sind zeitgenössische Interpretationen von Ritualen, die von den Kulturen zweier Kontinente, Europa und Afrika, inspiriert sind, und zwar durch ein starkes symbolisches Medium: Die Maske. Die Maske ist nicht nur eine philosophische und metaphorische Darstellung, sondern hat auch eine tiefe kulturelle und spirituelle Bedeutung in Nigeria mit seinen Maskentraditionen und in einigen Teilen Europas, wie z.B. in den schwäbisch-alemannischen Kulturen (Ostfrankreich, Südwestdeutschland und der Schweiz, vor allem in den Gebieten am Rhein) mit ihren Karnevalstraditionen und lokalen folkloristischen Feiern.
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ÀTẸ́LẸWỌ́
ÀTẸ́LẸWỌ́ ©ÀTẸ́LẸWỌ́
ÀTẸ́LẸWỌ́ Cultural Initiative (atelewo.org) wurde 2017 von Rasaq Malik und Oredola Ibrahim als Reaktion auf die vielfältigen Herausforderungen und Drohungen gegründet, denen die Bewahrung und das Fortbestehen der Yorùbá-Kultur und Sprache ausgesetzt sind.
 Ògbóǹtarìgì ist ein Dokumentarfilmprojekt von ÀTẸ́LẸWỌ́, um alte, altgediente Yorùbá-Autor*innen zu identifizieren und zu feiern, die durch ihre Werke und ihr Leben einen großen Beitrag zur Yorùbá-Literatur geleistet haben, und zwar durch YouTube-Dokumentationen, Interviews und Sichtbarkeit auf Online-Plattformen.
Unser erstes Subjekt war Bàbá Láwuyì Ògúnníran.
Mit dem Projekt Ògbóǹtarìgì wollen wir die ausgewählten Autore*innn in den Vordergrund rücken bzw. ihre Beiträge zur Literatur und zur kulturellen Entwicklung der Yorùbá in der Welt bekannt machen. Auf diese Weise sollen jüngere Generationen von den Leistungen und Werken der ausgewählten Veteranen inspiriert und motiviert werden, einen Beitrag zur Entwicklung der Yorùba-Literatur und -Kultur zu leisten; die Sichtbarkeit und Repräsentation von Yorùbá-Autor*innen im Internet zu erhöhen und so zur Dekolonisierung des Internets beizutragen, indem die Geschichten dieser bisher unterrepräsentierten Menschen im Internet erzählt werden.

Oluosupa Art & Culture Training Academy
Oluosupa Art & Culture Training Academy ©Oluosupa Art & Culture Training Academy
Das OACTA-Projekt 2022 "Indigene und zeitgenössische kulturelle und kreative Ästhetik durch Textilien, Bodenmalerei, Keramik, Performance, Fotografie und Videografie" zielt darauf ab, sein Angebot zu erweitern und auszubauen, um Schüler*innen über das wertvolle kulturelle und kreative Erbe in ihrer unmittelbaren Umgebung aufzuklären, zu sensibilisieren und zu schulen. Für diesen Sommer (August 2022) plant OACTA eine dynamische Reihe von partizipativen Schulungsworkshops und kulturellen Führungen, die speziell auf die Sensibilisierung und praktische Ausbildung von Schüler*innen ausgerichtet sind.
Die Schüler*innen sollen Fertigkeiten und Kenntnisse in der Herstellung lokaler Textilien, Bodenmalerei, Keramik, Performance sowie Fotografie und Videografie erwerben.  Das Ziel ist es, einen lebensfähigen, unterhaltsamen und kreativen Raum für junge Schüler*innen zu schaffen, in dem sie erforschen, interagieren und neue Fertigkeiten im Zusammenhang mit einheimischen und zeitgenössischen Kunstformen erlernen können, die für sie zugänglich sind.

Times and Trends
Times and Trends ©Times and Trends
Times and Trends ist eine Fortsetzung des jährlichen Afrika-Writes-Programms, das aus einem viertägigen Workshop und einer eintägigen Kultur- und Literaturveranstaltung besteht.
Bei dieser Ausgabe handelt es sich um ein multidisziplinäres Kunstevent, das in zwei Phasen stattfinden wird: ein Workshop zu performativer Poesie, Theater und Straßenfotografie in verschiedenen Gegenden von Makurdi für Studenten und junge Erwachsene. Der Workshop wird jeweils zwei Tage für die verschiedenen Kategorien dauern, und anschließend werden die Teilnehmenden zeigen, was sie im Laufe des Workshops geschaffen haben.
Die Veranstaltung wird mit einem großen Finale zum Thema "Wir sind rar und wir sind hier: Einblicke in das nigerianische Schreiben der vierten Generation". Die neuen Wellen nigerianischer Schriftsteller haben im Diskurs über das Schreiben in Nigeria keine kritische Aufmerksamkeit erhalten. Daher hoffen wir, dass sie durch dieses Projekt in den Vordergrund gerückt werden und dass auch die Kunst, die ihre Ära umgibt, vorgestellt wird.
Die Veranstaltung wird mit einer Aufführung der Benue Poetry Troupe enden. Außerdem wird es eine Open-Mic-Performance geben, bei der junge und etablierte Künstler*innen gemeinsam auf der Bühne stehen und ihre Werke präsentieren.


‚What If?’ Eine Aufführung für soziale Gerechtigkeit
‚What If?’ Eine Aufführung für soziale Gerechtigkeit ©‚What If?’
Dieses Projekt, dessen Höhepunkt die öffentliche Aufführung eines Theaterstücks ist, entstand im Rahmen von Workshops, Vorträgen, Spielen usw. Es ist ein kreatives Engagement, um soziale Gerechtigkeit im Kontext der konkurrierenden Realitäten Nigerias durch  die Perspektive des von Israel Meriomame Wekpe inszenierten Theaterstücks ‚What if‘? zu betrachten.
Das Projekt beruht auf einer sorgfältigen und bewussten Anerkennung der engagierten Position des deutschen Dramatikers Bertolt Brecht zu Drama und sozialem Wandel. Noch wichtiger ist, dass dieses kreative Engagement sich ergänzende Erfahrungen ermöglicht. Das Theaterspielen bietet eine zweifache Entwicklungsmöglichkeit - einerseits ist es ein Beruf und andererseits eine Mittel des sozialen und wirtschaftlichen Wandels, wobei sich junge Menschen die mit dem Theaterspielen verbundenen Fähigkeiten und Kompetenzen, aneignen, und sie in Jobs übertragen können
Die Theaterarbeit eröffnet eine Kette von Möglichkeiten, die in der Kreativbranche zu unternehmerischen Ergebnissen führen.
Als Aufführung für soziale Gerechtigkeit ist "What if?" eine intersektionale Darstellung der Komplexität Nigerias sowie eine subtile Darstellung ihrer Auseinandersetzung mit diversen Dimensionen ihrer Existenz z.B. Ethnizität, Korruption und Führung. Es bündelt dramatische Diskussionen über Religion, Wahlen und Proteste.

The Benue Book and Arts Festival (BBAAF)
The Benue Book and Arts Festival (BBAAF) ©BBAAF
Das Benue Book and Arts Festival (BBAAF) ist eine jährliche Kulturveranstaltung für Bücher, Kunst und Entwicklung. Als Höhepunkt findet ein einwöchiges virtuelles und [ein- oder zweitägiges] physisches Gipfeltreffen statt, bei dem verschiedene Kunstschaffende (Schriftsteller*innen, Denker*innen, Maler*innen usw.) zu bedeutungsvollen Begegnungen und Workshops zusammenkommen, die auf die Vision des Festivals ausgerichtet sind, nämlich " den Wandel für nachhaltige Entwicklung und positive Entwicklung".
Das BBAAF findet nach seiner ersten Ausgabe im Jahr 2019 nun im vierten Jahr statt.
Die diesjährige Ausgabe ist für den 20. bis 25. Juni 2022 geplant und steht unter dem Motto "ART AND THE CONVERGENCE".
An diesem Projekt haben verschiedene Autor*innen aus Westafrika teilgenommen, darunter S.E. Eunice Ortom, Chuma Nwokolo, die Professoren Niyi Osundare, Moses Tsenongu, Leticia Mbaiver Nyitse und Dul Johnson; Eric Ngalle, Abubakar Adam Ibrahim, Dr. Maria Ajima, Bash Amuneni, T. J. Benson, Servio Gbadamosi, Amara Chimeka, Daisy Odey, ehemalige Präsidenten und Vorsitzende der Vereinigung nigerianischer Autor*innen, um nur einige zu nennen.
Wir sind davon überzeugt, dass dieses Festival eine Plattform für die Umstellung auf neue Werte, die Förderung von Kultur und Kreativität, den Aufbau von Kapazitäten und ein Mittel zur positiven Reformierung durch sinnvolles Engagement und die Einbeziehung junger Menschen in verschiedene Programme sein wird.

Visual Efiko
Visual Efiko ©Visual Efiko
Die nigerianische Kulturszene ist in den letzten paar Jahrzehnten gewachsen. Doch die Kritik an diesem Milieu und seinen Angeboten wächst nicht in gleichem Maße. Visual Efiko soll diesen Missstand beheben. Mit dem Projekt wird zum ersten Mal online und in großem Umfang versucht, künstlerische Kritik an nigerianischer Musik, Filmen, Musikvideos, Dokumentarfilmen und Comedy-Skits zu leisten. Das Entrée des Projekts ist eine Website mit unabhängigen Kritiken und Besprechungen nigerianischer Kunst (und von Nigerianern geschaffener Kunst), sowohl innerhalb und auch außerhalb des Landes. Zum Start wird die Plattform einen Kritiker-Workshop für Autor*innen  sowie angehende Kritiker*innen und veranstalten.
 

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