Weltweites Screening SHOAH von Claude Lanzmann

Shoah - Screening © Absolut Medien

Mo, 27.01.2020

The Auditorium, Alliance Française Lagos/Mike Adenuga Centre

9 Osborne Road
Ikoyi

Das Goethe-Institut Nigeria und Alliance Française de Lagos beteiligen sich am diesjährigen weltweiten Screening des Dokumentarfilms "SHOAH" von Claude Lanzmann, dass anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Nazi-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 vom internationalen literaturfestivals berlin [ilb] organisiert wird.

Der 9 ½ stündige Film wird in 4 Abschnitten gezeigt: Teil 1 bis 3 werden mit kurzen Einführungen über den historischen Kontext des Filmes beginnen. Vor der Vorführung von Teil 4 wird der nigerianische Historiker und Filmemacher Ed Keazor über verschieden Aspekte der Erinnerungskultur sprechen.

Zeitplan

Claude Lanzmann hat Shoah in zwei Abschnitte aufgeteilt. Um mehr Pausen zu ermöglichen, zeigen wir den Film in vier Teilen, gefolgt von einer Diskussion.

Teil 1                    10:15–12:50
Teil 2                    13:10–15:10
Teil 3                    15:30–18:10
Teil 4                    18:30–20:55
Diskussion           20:55–ca 21:30

Über den Film

In dem 9½-stündigen Film kommen überlebende Opfer wie Täter der systematisch betriebenen Vernichtung der Juden durch das Deutsche Reich zu Wort.

Laut Claude Lanzmann – der an dem Film über elf Jahre lang arbeitete (1974-1985) - ist Shoah kein Film über das Überleben, sondern ein „Zeugnis des Todes“. Er bittet die Zeugen nicht nur, sich an ihre Erfahrungen zu erinnern; seine Fragetechnik veranlasst die Befragten, die vergangenen Ereignisse noch einmal zu erleben. Seine Fragen beziehen sich auf Ereignisse an den Orten, an denen Juden ermordet wurden - Helmno, Treblinka, Auschwitz-Birkenau und das Warschauer Ghetto. Sie legen den bürokratischen Mechanismus der Vernichtung offen, der in den Ghettos begann und schließlich in den Konzentrations- und Vernichtungslagern weiteführt wurde.

Die Berlinale verlieh dem Regisseur 2013 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Sein Film gilt als »epochales Meisterwerk der Erinnerungskultur«. Aus welchen bizarren Gründen auch immer wurde er in Deutschland im Erscheinungsjahr 1985 nur in den Dritten Programmen gezeigt, die jüngeren Generationen kennen ihn kaum noch. Angesichts dieser Umstände und angesichts des neuen Antisemitismus, der weltweit - besonders in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland - virulent ist, ist die internationale Präsentation evident. Der 27. Januar, Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, wurde 2005 von den Vereinten Nationen eingeführt, um dem Holocaust und der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 zu gedenken. Bei dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau handelte es sich um das größte deutsche Vernichtungslager während des Nationalsozialismus. Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden hier ermordet. Insgesamt fielen über 5,6 Millionen Menschen dem Holocaust zum Opfer.

Shoah, Frankreich 1974 – 1985, Farbe, DCP (16mm), ca. 566 Minuten, mit englischen Untertiteln.
Regie: Claude Lanzmann, Kamera: Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubtchansky, Schnitt: Ziva Postec, Anna Ruiz, Ton: Bernard Aubouy, Michel Vionnet.

 
Claude Lanzmann wurde 1925 in Paris geboren und erlebte als Teenager den Einmarsch deutscher Truppen nach Frankreich. 1943 schloss sich der Gymnasiast dem Widerstand in Clermont-Ferrand an und ging in den Untergrund gegen die Nazis. Nach dem Krieg schloss er ein Studium der Philosophie ab, promovierte 1947 und begann 1948/49 an der Freien Universität Berlin zu lehren. 1953 wurde Lanzmann, der zum Kreis von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir gehörte, ständiger Mitarbeiter der legendären politischen und literarischen Zeitschrift Les Temps Modernes. 1970 unternahm er erste Streifzüge in die Welt des Filmemachens, die auch sein politisches Engagement gegen die französische Politik in Algerien dokumentieren. Gegen Ende des Algerienkrieges unterzeichnete Lanzmann das „Manifeste des 121“ gegen französische Kriegsverbrechen. In seinem Film Pourquoi Israel? Von 1973 erkundete Lanzmann seine eigene jüdische Identität. Ein Jahr später begann er mit der Arbeit an Shoah. Er starb am 5. Juli 2018.
 

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