Digitale Gesprächsrunde "Bring Back Lost Òrisàs"

Flyer Bring Back Lost Òrisàs © iwalwabooks

Di, 11.05.2021

19:00 Uhr WAT

Bring Back Lost Òrisàs

Über die spirituelle Kraft, die in der Rückforderung von Göttinnen und Göttern liegt

Òrisàs, die Götter und Göttinnen der Yorùbá-Kultur – mit halb göttlichen und halb menschlichen Wesenszügen – sind mächtige Wesen, die aber oftmals durch andere spirituelle Glaubenssysteme und Kosmologien verdrängt oder gar dämonisiert wurden. So wurde etwa Èsù, der Schwindler, Bote und Gott der Wegkreuzungen, in manchen christlichen Lesarten als 'Satan" interpretiert. In der Yorùbá-Diaspora verlief es anders, denn dort wurden die Òrisàs in die spirituellen Strukturen des Candomble oder der Santeria integriert.

In diesem Gespräch wollen wir uns intensiver mit dem Potential der Òrishàs beschöftigen und was ihre Geschichten für die Gegenwart bedeuten. Wie können die Òrisàs als Teil der Yorùbá-Kultur durch die Beschäftigung mit den Oriki- den Lobpreisungsgedichten – besser verstanden werden? Wie können wir über sie den Zugang zu der komplexen Yorùbá-Ästhetik bekommen, in der Charakter Schönheit ist, und ein neu aufgebauter Palast immer schöner als der abgebrannte errichtet wird? Wie kann die Beschäftigung mit der Yorùbá-Spiritualität als eine dekolonialistische Praxis und eine Praxis des Heilens verstanden werden?

Mit dieser ersten Veranstaltung unserer dreiteiligen Gesprächsreihe wollen wir Inhalte unseres Buchprojekts "Who's Who in the Yorùbá Pantheon" näher betrachten. Das Buch zielt darauf, wie es der Illustrator Abdulkareem Baba Aminu ausgedrückt hat, "die Òrisàs eine neuen jungen Generation von Nigerianer*innen und Nicht-Nigerianer*innen vorzustellen, ihren Stolz zu wecken und einen Sinn für ihre Kultur und ihre Geschichte wieder herzustellen."

In den Online- und Hybrid-Veranstaltungen, die im Laufe des Jahres durchgeführt werden, werden die Relevanz der Òrisàs in der Diaspora, die Hierarchien im Pantheon und das queere Potential der Yorùbá-Kosmologie näher betrachtet.

Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt und werden vom Goethe-Institut Nigeria und iwalewabooks durchgeführt.


Zugang über Zoom

Zoom-Link
Meeting ID: 939 7826 5844
Code: 757441


Teilnehmende Expert*innen:

Stephen Folaranmi Stephen Folaranmi | Foto: Stary Nwaba Moderation: Stephen Folaranmi (Geisteswissenschaftler, Rhodes University, Makhanda)

Dr. Stephen Folaranmi ist ein Künstler und Kunsthistoriker Bereich Bildende Künste der Rhodes University, Südafrika. Zuvor lehrte er Malerei, Zeichnen und Kunstgeschichte and er Obafemi Awolowo Universität Ile-Ife, Nigeria. Seine Forschungsschwerpunkte sind Yorùbá Kunst, afrikanische Wandmalerei und Architektur. Er hat mehrere Texte in Journalen, Tagungsberichten und Buchbeiträgen veröffentlicht. Er war 2008/2009 der Empfänger der ersten Höffmann-Dozentur für Interkulturelle Kompetenz an der University Vechta, Deutschland. Stephen Folaranmi erhielt ebenfalls das 2019 Getty CAA Reisestipendium, das CAA 2020 Internationale Reisestipendium sowie das 2020 ACASA Reisestipendium.


Adeola Olagunju Adeola Olagunju | © Anastasiia Matsiienko Adèola Olagunju (Künstlerin, Folkwang Universität der Künste, Essen, Deutschland)

Adéola Olagunju beschäftigt sich als Künstlerin mit Fotografie, Videokunst, Klang und Installation. Viele ihrer Arbeiten behandeln die Themen das Selbst, Erinnerung, Spiritualität, Heilung und soziale Landschaften. Ihre Kunstwerke wurden schon bei vielen Festivals, in Museen und Galerien gezeigt. 2019 erhielt sie den Seydou Keita Grand Prize Award für die beste fotografische Kreation bei der 12. Bamako Encounters International Biennial for Photography. 2013 wurde sie mit dem Younf Art Support Amsterdam Award und 2012 mit dem Lagos Photo Festival Award ausgezeichnet. 2020 war Olagunju eine der ausgewählten Mentees bei der 5. Forecast Platform Berlin. Sie lebt aktuell in Deutschland und Nigeria.


Rowland Abiodun Rowland Abiodun | Foto: Lea Abiodun Rowland Abiodun (Professor, Amherst College, Massachusetts, USA)

Rowland Abiodun ist John C. Newton Professor für Kunst. Kunstgeschichte und Black Studies am Amherst College. Er ist der Autor der Werke Yorùbá Art and Language: Seeking the African in African Art (2014); What Follows Six is more than Seven: Understanding African Art (1995); Ko-Autor von Yorùbá Art and Aesthetics (1991); sowie Cloth Only Wears to Shreds: Yorùbá Textiles and Photographs from the Beier Collection (2004). Er ist Mitherausgeber von The Yorùbá Artist: New Theoretical Perspectives on African Arts (1994). Abiodun arbeitete als Berater sowie Teilnehmer in dem Smithsonian World Film, Kindred Spirits: Contemporary Nigerian Art.

Abdiodun ist ehemaliges Mitglied und Vorsitzender des Herskovits Book Award Committee of the African Studies Association; daneben war er ebenfalls Vorstandsmitglied der African Studies Association und Präsident des Arts Council of the African Studies Association. 2011 erhielt er den Leadership Award of Arts Council der African Studies Association in Anerkennung seiner besonderen Leistungen, seiner Innovationsbeiträge und seiner Visionen im Bereich der African and Diasporic Arts.


Raimi Gbadamosi Raimi Gbadamosi | © Raimi Gbadamosi Raimi Gbadamosi (Professor, De Montford University Leicester & WiSER)

Professor Raimi Gbadamosi ist ein Künstler, Autor und Kurator. Er promovierte 2001 in Bildender Kunst an der Slade School of Fine Art, London. Er ist Mitglied der interdisziplinären Forschungsgruppe "Afroeuropeans" an der Universität Leon, Spanien und der Gruppe "Black Body" am Goldsmiths College, London. Ebenso ist er im Redaktionskomitee des Journal of African Studies, des Open Arts Journal und SAVVY und Vorstandsmitglied bei Elastic Residence, London und Relational, Bristol. Momentan ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wits Institut für soziale und wirtschaftliche Forschung, Wits Universität, Johannesburg. Seine künstlerischen Arbeiten beinhalten Multiplikatoren, Musik, Webseiten, Schreiben und Zuschauerbeteiligung. In den letzten Jahren war er u.a. bei folgenden nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligt: Aardklop, Potchefstroom 2018; Words Festival, NIROX 2017, Südafrika; Romulus, Rebus, Priest Gallery, Johannesburg 2017; Cemetery, Johannesburg Art Gallery, Südafrika 2014/2015; Banquet, South Hill Park Bracknell, Großbritannien 2011. Gbadamosi wirkte an folgenden Publikationen mit: African Futures, Kerber 2016; Representing Enslavement and Abolition on Museums, Routledge 2011; Black British Perspectives, Sable, 2011.

Zurück