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Illustration: Kinder verschiedener Hautfarben mit dem Projektnamen DRINIllustration: EL BOUM

DIVERSITÄT, REPRÄSENTATION, INKLUSION, NORMKRITIK
Zum Projekt DRIN

Kinderbücher prägen das Weltbild, mit dem wir aufwachsen. Für Kinder ist es wichtig, sich in Geschichten, Illustrationen und Erzählungen wiederfinden zu können und gleichzeitig die Vielfalt an Lebensrealitäten, die sie umgeben, kennenzulernen. Spiegelt die aktuelle Kinderliteratur in Deutschland, Finnland und anderen (nord)europäischen Ländern die diversen Gesellschaften, in denen wir leben, wider, oder macht sie einen wachsenden Teil ihrer jungen Bevölkerung unsichtbar?

Der Fokus des Projekts liegt auf der Darstellung von Kindern of Color - immer mit einem intersektionalen Ansatz. Mit dem Begriff "intersektionell" ist die Art und Weise gemeint, in der verschiedene Arten von Diskriminierung (d. h. ungerechte Behandlung aufgrund von Rassismus, Sexismus, Klassismus, Behindertenfeindlichkeit usw.) miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Wie die schwarze, lesbische Dichterin und Aktivistin Audre Lorde es ausdrückte: "There is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-​issue lives."

Die Frage nach gleichberechtigter Teilhabe beschäftigt unsere vielfältigen Gesellschaften in Europa. DRIN befasst sich mit der Notwendigkeit, alle Menschen zu befähigen und in die Lage zu versetzen, an unseren Gesellschaften teilzunehmen. Wie können alternative, unterrepräsentierte Narrative, Stimmen und Bilder eingebracht werden? Welche guten Beispiele können wir teilen? Und was können die verschiedenen Akteure in diesem Bereich - Autoren, Illustratoren, Verleger, Bibliotheken und Leser - voneinander lernen?

Wissensaustausch, Empowerment, Vernetzung, Capacity Building, Bewusstseinsbildung und Ergebnissicherung in einem (nord)europäischen Kontext zu fördern sind die Hauptziele des Projekts. Im Zentrum des Wissensaustauschs steht die Expertise nicht ausreichend repräsentierter Stimmen, um gezielt Wissenslücken zu schließen und Missstände in Bezug auf die Vielfalt der produzierten Kinderbücher zu beheben. Vernetzung ist in diesem Zusammenhang ein essentieller Punkt, da die verschiedenen Akteur:innen, die sich für Diversität und Teilhabe einsetzen, in den jeweiligen Ländern nur sporadisch vernetzt sind und im europäischen Kontext kaum. Ein solches Netzwerk kann zur Ermächtigung verhelfen und gleichzeitig sogenanntes Capacity Building voranbringen, indem man sich über Grenzen und Berufe hinweg austauschen und weiterbilden sowie neue Verbündete suchen kann. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Bewusstseinsbildung bei Entscheidungsträger:innen in Verlagen und Bibliotheken. Zur Ergebnissicherung wird aus den Projekterfahrungen und Veranstaltungen ein Guide entwickelt, der Bedürfnisse abfragt, Kriterien listet und Visionen für eine pluralistischere Kinderliteratur zeichnet. Der Guide stellt eine nachhaltige Wissensvermittlung auch nach Projektende sicher. Die Schauplätze des Projekts sind sowohl analoge, wie Festivals, Buchmesse und Seminarorte, als auch digitale, um möglichst vielen europaweit und leicht zugänglich die Beteiligung am Projekt zu ermöglichen. 
 
Die inhaltlichen Schwerpunkte bei diesem Projekt setzen nicht nur das Goethe-Institut und seine Partnerorganisationen, in denen vorrangig Personen arbeiten, die der weißen Mehrheitsgesellschaft angehören. Drei Expertinnen – die Illustratorin Warda Ahmed aus Finnland, die Illustratorin EL BOUM und die Autorin Chantal-Fleur Sandjon aus Deutschland – gestalten mit ihrer Expertise und ihren Erfahrungen die Projektentwicklung und definieren die Zielerreichung mit.
Im Jahr 2021 organisieren wir Webinare und Seminare, arbeiten mit Festivals zusammen und sind auf Buchmessen vertreten.

Bisherige Aktivitäten:
Ende 2018 hat das Goethe-Institut Finnland ein Projekt gestartet, das sich mit der Darstellung von Kindern in Bilderbüchern aus Nordeuropa und Deutschland beschäftigt. Nach einem Seminar in Turku, das sich mit der Frage beschäftigte, wie die Kinderliteratur, die in Kindertagesstätten und Schulen in Finnland gelesen wird, repräsentativer für die Bevölkerung des Landes werden kann, wurde das Projekt Ende 2019 erweitert. Im Jahr 2020 haben wir mehrere Webinare organisiert, um ein Netzwerk aufzubauen und Wissen zu teilen.
 

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