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Investigating Escapology© Rei Kakiuchi

Investigating Escapology

15.09. - 15.12.2022
Goethe-Institut Rotterdam
Westersingel 9
Rotterdam

Die Kunst des Lebens ist die Kunst der Flucht, und die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte der Flucht. Wovor fliehen wir eigentlich? Vor der Gemeinschaft, den sozialen Strukturen, dem Krieg, den Menschen, oder vielleicht vor uns selbst? Was ist es genau, das uns in ausweglose Situationen treibt? Vielleicht wollen wir nur vorübergehend etwas Freiheit vom Alltag erfahren. Oder ist es eine Flucht aus der Enge eines Planeten in Not und vor den ökologischen Ängsten, die wir erleben? Der Studioaufenthalt von Rei Kakiuchi im Herbst 2022 ist Teil seines Langzeitprojekts Secrecy and Escapology. Im Mittelpunkt steht dabei der O'Neill-Zylinder.

Der O'Neill-Zylinder, der in seiner Form nicht von ungefähr an den Aal, für Rei Kakiuchi das "Fluchttier" par excellence, erinnert, ist eine in den 1970er Jahren durch den Physiker Gerard O'Neill bedachte Weltraumkolonie, entwickelt im Rahmen von Workshops, die der Wissenschaftler an der Princeton University gemeinsam mit der NASA durchführte. Der viele Kilometer lange und breite, rotierende Zylinder sollte dabei einer Menschheit, die eine ausgelaugte und durch Klimakatastrophen unbewohnbar gewordene Erde verlassen musste, als Lebensraum dienen. Wie würde das Leben in einem solchen Zylinder aussehen? Wie sind die biologischen und ökologischen Bedingungen eines solchen Lebens? Und welche sozialen Mechanismen würden greifen angesichts der Knappheit des Raums? Rassismus und Eugenik würden vermutlich eine Rolle spielen: Welche Menschen würden ausgewählt, um im Zylinder zu überleben? Welche Parallelen zu zeitgenössischen irdischen Katastrophen, wie Pandemien, Kriegen und Wirtschaftskrisen, würden sich zeigen? Während seines Studioaufenthalts am Goethe-Institut in Rotterdam wird Rei Kakiuchi Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen zum Leben im Zylinder befragen. Kosmologie, futuristische Mythologie, aber auch Ökonomie und Ökologie sind dabei die sehr unterschiedlichen Referenzrahmen. Außerdem wird eine großformatige Skizze für einen großen Teppich entstehen, der, wenn er fertig ist, zu einem großen Zylinder zusammengerollt werden kann. Wie der fliegende Teppich aus Tausendundeiner Nacht wird er dazu dienen, sich der Erdanziehungskraft hinzugeben und ihr zugleich zu entfliehen.

Rei Kakiuchi studierte Textildesign an der Kyoto Seika University (BA 1993), der Nottingham Trent University of Art and Design (MA 2002) und am Dutch Art Institute (MFA 2013). Er stellt regelmäßig in Japan, Deutschland und den Niederlanden aus. Er lebt und arbeitet in Rotterdam.

Am 27. Januar 2023 präsentiert Rei Kakiuchi im Rahmen eines Open Studios die Ergebnisse seiner dreimonatigen Untersuchungsperiode.
Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie HIER.

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