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Investigating the Dialectic of Arrival© Soupspoon

Investigating The Dialectic Of Arrival

15.09. - 15.12.2022
Goethe-Institut Rotterdam
Westersingel 9
Rotterdam

Soupspoon ist eine Gruppe von Rotterdamer Künstler*innen mit Wurzeln in verschiedenen asiatischen Ländern, die sich als Studiengruppe für performative und körperbezogene künstlerische Forschung versteht und in den Niederlanden einen gemeinsamen, asiatisch kontextualisierten Raum für das Partikulare, sich der Übersetzung Entziehende schaffen möchte sowie für eine Kunstpraxis der "minor gestures" und der "micro politics".

Die Künstler*innen, alle Absolvent*innen des MA Künstlerische Praxis am Dutch Art Institute, haben sich mit dem Ziel zusammengefunden, die Dringlichkeit künstlerischer Arbeit für den suchenden, in einem Zwischenzustand befindlichen Körper zu ergründen. Die Machtdynamik und Hierarchie der Sinne, queere Migration, die Auflösung des "Ichs", die wechselseitigen Abhängigkeiten innerhalb unseres kollektiven Körpers und die dünne, aber opake Schwelle zwischen Leben und Tod sind Themen in der künstlerischen Praxis der Gruppe. Zu ihren Forschungsmethoden gehören Feedbacksitzungen, Teasessions, Kochen, Wanderungen und Karaoke als Mittel, um gemeinsam und voneinander zu lernen. In den Feedbacksitzungen setzen die Künstler*innen sich mit den individuellen Forschungsinteressen und aktuellen Praktiken der anderen auseinander, die Teasessions dienen dem Austausch mit Gästen. Gegen Ende des Aufenthalts präsentiert Soupspoon die Ergebnisse des dreimonatigen Studios in Form eines offenen Ateliers und eines Performance/Publishingevents.

Am 12. November 2022 fand im Goethe-Institut Rotterdam die erste einer Reihe von Veranstaltungen des Kollektivs Soupspoon im Rahmen des Forschungsprojekts Investigating The Dialectic Of Arrival statt: die Teasession Soupspooning Spectral Asia(n).
Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie HIER.
Vom 8. bis 10. Dezember 2022 präsentierte Soupspoon im Rahmen eines Open Studios die Ergebnisse ihrer dreimonatigen Untersuchungsperiode.
Mehr Informationen zu dieser Ausstellung finden Sie HIER.

Mitglieder von Soupspoon

Pitchaya Ngamcharoen (TH)
Pitchaya Ngamcharoen hinterfragt in ihrer künstlerischen Praxis die Beziehungen und die Machtdynamik zwischen nichtmenschlichen und menschlichen Tieren sowie die Hierarchisierung der Sinne im Kontext von Kultur und Gender. Dabei interessiert sie besonders der Geruchssinn, der nach ihrer Erfahrung in Thailand, wo hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze herrschen, eine völlig andere Rolle spielt als im Westen. Sie untersucht die Bedeutung und Symbolik von Gerüchen, Hygiene, Reinigung und Desodorisierung, etwa bei Prozessen von Gruppenformung und Kolonisation. Wie kann ein stärkeres olfaktorisches Bewusstsein der Erkenntnis über das Selbst und die Gesellschaft sowie die Wechselbeziehungen zwischen beiden dienen? Pitchayas Arbeiten wurden u.a. vom Mondriaan Fund, dem CBK R'dam und der Schuurman Schimmel van Outeren Stichting unterstützt.

Raffia Li (CN)
Raffia Li arbeitet mit Performance, Video und Poesie. Raffia Li lernt vom und arbeitet mit dem interdependenten Körper, dem behinderten Körper, der taoistischen Sicht auf den Körper, dem entpersönlichten Körper, dem Körper und der Sprache "wie sie sind" (⾃然的). Sie erforscht die Physikalität von Wörtern und Sprachen als Aktionen, Rituale und Orte, wobei Raffias künstlerische Praxis stark beeinflusst ist von Beobachtungen von Traumzuständen, dem Fluss in der Nähe von Oma 芹s Hof, Tagebüchern und Briefwechseln mit Freunden, der Lektüre von Zhuangzi, Augusto Boals Theater der Unterdrückten, Feldforschung über asiatisches Schattenspiel und seine Rituale in China, Thailand, Indonesien und Indien sowie von Raffias Erfahrungen im Gebärdensprachkunstkollektiv Shape of Language (seit 2016). Raffia Lis Projekte wurden u.a. im Today Art Museum (Beijng), im Guangdong Times Museum (Guangzhou), beim Wuzhen Theatre Festival und bei Melly (Rotterdam) präsentiert.

Maoyi (CN)
Maoyi arbeitet zu queerer Migration und feministischer somatischer Praxis sowie zu alternativem Space-Making in Ost- und Südostasien. Außerdem organisiert Maoyi soziale investigative Projekte rund um Zensurpraktiken. Zwischen Stille, Sprache und Musik stellt they Fragen zu Transparenz und Opazität, Unsichtbarwerden und Sich-Aufmerksamkeit-Verschaffen, Camouflage und Assemblage. Maoyi ist Mitbegründer*in von Q-space, einem seit 2016 bestehenden queer-feministischen Kollektiv in Peking, China, sowie Gastautor*in bei Subtropical Asia (Shanghai) und DADDY Magazine (Berlin), Gastredner*in bei UCCA Beijing. Maoyi wirkte mit bei der International Queer Archive Conference ALMS (Berlin) und beim Espace Diversités Laïcité in Toulouse Frankreich) In Zusammenarbeit mit Nguyễn +Transitory entwickelte Maoyi die Performance Symphony of Intimacies, aufgeführt im April 2022 beim Radial System Berlin.

Miyoung Chang (KR)
Seit 2021 ist Miyoung Chang Mitglied von "Louise the Women", einer in Südkorea gegründeten Gemeinschaft bildender Künstlerinnen. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit verschiedenen Medien auseinander, darunter Film, schriftliche Publikationen, statische Performance, zerbrochene Objekte, Drucke, Fotografie und Zeichnungen. Miyoung Changs künstlerische Forschung hat starke Bezüge zur koreanischen Gegenwartsliteratur, es geht unter anderem um den Begriff der "Muttersprache" unter dem Aspekt der Sprache als Gestalt und der Indifferenz der Universalität. Miyoung Chang sammelt aus dem Zusammenhang gerissene Bilder und Textobjekte und fügt sie zu Collagen zusammen.

Dakota Guo (CN)
Dakota Guos Medien sind Performance und Videoinstallation, Wörter, Objekte und Klanglandschaften. Sie fabriziert düstere Erzählungen und untersucht proto-/pseudoreligiöse Aktivitäten im Kontext des Yin und Yang. Sie spekuliert über Nekrotechniken und über eine Nekroökonomie, deren Paradigma noch zu definieren ist. Dakota hat neben dem MA in Art Praxis außerdem einen Abschluss in Performance Practice as Research (MA, Royal Central School of Speech and Drama, University of London, 2017). Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei Savvy Contemporary (Berlin, 2022), im Times Art Museum (Chengdu, 2021) und Institute For Provocation (Beijing, 2019) ausgestellt.

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