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Vom tödlichen Bollwerk zum Friedenssymbol
Wo die Berliner Mauer heute noch steht

30 Jahre nach ihrem Fall finden sich Stücke der Berliner Mauer nicht nur in Berlin, sondern über die ganze Welt verstreut. Zehn wichtige Orte, an denen die Mauer bis heute zu sehen ist.

Von Annika Schneider

 

  • Gedenken an die Mauertoten © Deutscher Bundestag/Achim Melde
    Mindestens 140 Menschen kamen an der Berliner Mauer ums Leben. Im Deutschen Bundestag in Berlin erinnert eine Gedenkstätte an diejenigen, die bei Fluchtversuchen starben. Dort finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt, zum Beispiel 2014 eine Ausstellung des Künstlers Lutz Friedel. Die mehr als 20 Eichenholzköpfe stehen wohl für die Demonstrantinnen und Demonstranten in der DDR, die den Fall der Mauer durchsetzten.
    © Deutscher Bundestag/Achim Melde.
  • Ort der Begegnung © The Wall Net
    Island liegt auf halbem Weg zwischen Moskau und Washington. Auf der Insel trafen sich 1986 US-Präsident Ronald Reagan und sein sowjetischer Kollege Michail Gorbatschow. An die Begegnung in einem Gästehaus der Regierung erinnert heute ein Mauerstück.
    © Mit freundlicher Genehmigung von The Wall Net.
  • Frieden in Europa ©The Wall Net
    Ohne den Fall der Mauer wäre die heutige Europäische Union undenkbar. Im belgischen Brüssel, dem EU-Hauptsitz, finden sich mehrere Mauerstücke. Eines steht direkt vor der Europäischen Kommission und zeigt John F. Kennedy.
    © Mit freundlicher Genehmigung von The Wall Net.
  • Zeichen der Solidarität © U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Paul Villanueva II
    In der Scott Air Force Base im US-amerikanischen Illinois weist ein Mauerstück auf einen gigantischen humanitären Lufteinsatz hin: Als West-Berlin im Juni 1948 abgeriegelt wurde, versorgten die Alliierten die über zwei Millionen Einwohner rund ein Jahr lang per Flugzeug über die so genannte "Luftbrücke".
    © U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Paul Villanueva II.
  • Symbol für Versöhnung © The Wall Net
    Bei der Schlacht um Verdun starben im Ersten Weltkrieg Hunderttausende Soldaten. Heute gibt es in der Stadt ein Weltfriedenszentrum, in dessen Garten ein Mauersegment aufragt – ein Geschenk der Stadt Berlin. Es steht auch für die Versöhnung der einstigen Kriegsgegner Frankreich und Deutschland.
    © Mit freundlicher Genehmigung The Wall Net.
  • Dank an Soldaten © Canadian War Museum
    Im Kalten Krieg waren auch viele kanadische Soldaten in Deutschland stationiert. Als Dank schenkte die Bundesrepublik ihnen 1991 ein bunt bemaltes Mauersegment, das heute im Canadian War Museum in Ottawa steht. Bild: Mauerstück im Canadian War Museum in Ottawa.
    © Berlin Wall Segment (CWM 20110041-00), Canadian War Museum
  • Mahnmal gegen Gewalt © CC BY-SA 3.0
    In der Gedenkstätte Vojna in der Tschechischen Republik erinnert ein Mauerstück an die Menschenrechtsverletzungen im Kommunistischen Regime. In dem ehemaligen Lager wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter inhaftiert. Später diente die Anlage als Gefängnis für politische Häftlinge. Bild: Mauerstück an der Gedenkstätte Vojna.
    © "Tábor Vojna. Díl Berlínské zdi“ by ŠJů, Wikimedia Commons. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.
  • Für Völkerverständigung © The Wall Net
    "Trophy of Human Rights" ("Trophäe der Bürgerrechte") steht auf der Mauerkrone des Segments, das auf dem Gelände der Vereinten Nationen in New York City aufgestellt wurde. 193 Mitgliedstaaten sind in den UN zusammengeschlossen – das wohl größte weltweite Projekt für Völkerverständigung und Frieden.
    © Mit freundlicher Genehmigung The Wall Net.
  • Einsatz für die Menschenrechte © Museo de Memoria y Tolerancia, México
    "Vergessen wir nicht die Tyrannei derer, die diese Mauer gebaut haben, und die Liebe zur Freiheit derer, die sie zum Einsturz brachten", steht neben dem Mauersegment im Museo de Memoria y Tolerancia in der mexikanischen Hauptstadt Mexico-City. Das Museum setzt sich mit seiner Arbeit für Menschenrechte und gegen Gewalt ein.
    © Museo de Memoria y Tolerancia, México.
  • Hoffnung auf Wiedervereinigung © The Wall Net
    Während die deutsche Teilung überwunden ist, ist Korea immer noch zweigeteilt. Nah an der Grenze zwischen dem Norden und Süden liegt der Bahnhof Dorasan mit einem symbolischen Wiedervereinigungsbahnsteig. Dort hinterließ der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck 2015 eine Plakette mit der Aufschrift "Gemeinsam für ein Leben in Freiheit".
    © Mit freundlicher Genehmigung The Wall Net.
Wer heute durch Berlin schlendert, kann sich kaum vorstellen, dass die Stadt einst in zwei Hälften geteilt war: Von 1961 bis 1989 trennte eine massive Betonmauer den Westen vom Osten. Die farbenfrohe East Side Gallery in der Nähe des Ostbahnhofs ist das längste noch erhaltene Teilstück. Die meisten Segmente des kilometerlangen Bollwerks sind längst verschwunden.

Nachdem am 9. November 1989 Demonstrantinnen und Demonstranten die Mauer friedlich gestürmt hatten, zeichnete sich die deutsche Einheit ab – und Mauerteile mauserten sich schnell zum begehrten Souvenir. Schon einen Tag nach dem Mauerfall fragte ein Amerikaner an, ob er ein Stück Mauer kaufen könne. Die Übergangsregierung der DDR versuchte, daraus Profit zu schlagen, und organisierte eine Versteigerung in Monaco.

Für den Abbau des mächtigen Betonbauwerks wurde die Nationale Volksarmee eingesetzt, die bis dahin noch die Grenzen bewacht hatte. Teile der Mauer wurden zerschreddert und für den Bau von Straßen und Autobahnen verwendet. Andere Segmente blieben erhalten: Vor allem die bunt bemalten Teile verschenkten die Bundesrepublik Deutschland und die Stadt Berlin in den Folgejahren zu besonderen Anlässen.

Inzwischen stehen die Betonstelen in Botschaften, Gedenkstätten, Schulen, und Restaurants weltweit. In Kapstadt findet sich ebenso ein Stück Berliner Mauer wie in Jakarta und auf Hawaii. Eines ziert sogar eine Casino-Toilette in Las Vegas. Für die Mauerstücke gibt es bis heute einen Markt.

Nur ein Fünftel der Mauerteile ist im Besitz von Firmen oder Privatleuten. Der Großteil stünde im öffentlichen Raum, in Bildungseinrichtungen oder in Regierungsgebäuden, sagt Rainer Janicki. Seit 1991 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, ehrenamtlich Informationen zu Standorten der Berliner Mauer zu sammeln. Über 600 davon hat er in seinem Projekt „The Wall Net“ zusammengetragen.

Meist stehen die Mauerreste als Mahnmale und Kunstwerke als Symbole für größere Anliegen wie Frieden und Versöhnung.
 

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