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Olst
Harmonisches Zusammenleben im selbstgebauten Earthship

Autofrei und unabhängig von fossilen Brennstoffen - so wollten Rogier und Miriam mit ihren Kindern leben. Zusammen mit ähnlich denkenden Menschen bauten sie ihre Häuser selbst: Aus alten Autoreifen und Erde.

Von Sanne Derks

 

  • Vom Dach eines der Earthships © Sanne Derks
    Vom Dach eines der Earthships
  • Rogier und Tochter Wim © Sanne Derks
    Rogier und Tochter Wim
  • Sohn Moos spielt mit seinem Freund Tobias aus der Nachbarschaft im Kletter-Spielzimmer. © Sanne Derks
    Sohn Moos spielt mit seinem Freund Tobias aus der Nachbarschaft im Kletter-Spielzimmer.
  • Estella in ihrem Haus © Sanne Derks
    Estella in ihrem Haus
  • Hester und Barend in der Siedlung auf dem gemeinschaftlichen Trampolin © Sanne Derks
    Hester und Barend in der Siedlung auf dem gemeinschaftlichen Trampolin
 „Wir wollten gerne in einer autofreien Siedlung wohnen, wo unsere Kinder frei aufwachsen können und man seine Nachbarn kennt. Eine Siedlung, welche im Einklang mit der Natur steht und andere inspiriert“, erzählt Rogier Battem. Mit seiner Frau Miriam und seinen Kindern Wim und Moos wohnt er in einem der 23 Earthships, die zu dieser Siedlung  Olst in der niederländischen Provinz Overijssel zählen.

Die selbstgebauten Häuser der Bewohner wurden durch die Earthships des amerikanischen Architekten Michael Reynolds inspiriert. Die Wände sind aus Erde und  mit Autoreifen gefüllt, die Häuser sind häufig aus Abfallmaterialien gebaut. Die Bewohner versuchten, Häuser zu bauen, die unabhängig von fossilen Brennstoffen sind. Aus diesem Grund sind die Fenster zur Südseite gerichtet, um das Haus optimal zu beheizen. Es besteht ein 9-prozentiger Neigungswinkel und das Dach ist mit recyceltem EPC isoliert. Das Dach, auf dem Gras, Blumen und Mauerpfeffer gepflanzt wurde, nimmt Wasser und ist mit Sonnenkollektoren und Solarplatten bestückt.

Rogier erzählt stolz: „Es ist unglaublich, dass wir es geschafft haben. Dafür war ein enormes Engagement erforderlich. Drei aufeinander folgende Jahre musste jede Person einen Tag in der Woche an dem Projekt abreiten und vier Stunden an Versammlungen teilnehmen. Auf der Grundlage der soziokratischen Methode wurden Entscheidungen getroffen. Das bedeutet, dass immer jeder Beitrag respektiert wurde. Wir haben alle Häuser gemeinsam gebaut, ohne eine Vorstellung zu haben, wie das geht, und zudem in einem experimentellen Baustil.“

Während des Prozesses erhielten die Siedler auch einige Rückschläge, wodurch sie die Ziele manchmal anpassen mussten. Estella Franssen hat den Gesamtprozess von der Idee bis zur Ausführung mitgemacht. Sie berichtet, dass sie es auch mit Baugenehmigungen, Vorschriften und Gesetzen zu tun bekamen. Dabei mussten verschiedene Kommissionen überprüfen, ob alle Bauanforderungen erfüllt wurden. Dies hatte zur Folge, dass die Häuser am Ende viel kostspieliger wurden, als zunächst veranschlagt war. Auch daher wurde beschlossen, die Häuser nur im Rohbau zu bauen und die Häuser durch ihre Bewohner selbst fertigstellen zu lassen. Aufgrund des Zeitverlusts und der Tatsache, dass die Konstruktion aus Autoreifen viel mehr Zeit gekostet hätte, beschlossen die Siedler auch, elf der 23 Häuser mit Strohmauern anstelle von Erde zu bauen.

In der Siedlung kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Für Rogier ist es etwas Besonderes, hier mit seiner Familie zu wohnen und zu einer Gemeinschaft zu gehören. „Wir wohnen hier so fantastisch. Und durch den ganzen Prozess, den wir hinter uns haben, wissen wir genau, was wir an unseren Nachbarn haben.“

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