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Wohnen auf Rädern
Stadtnomaden aus Nijmegen

Nachdem 2010 Hausbesetzungen in den Niederlanden verboten wurden, wohnen sie nun auf Rädern: Studenten der Universität Nijmegen berichten, was es bedeutet, Stadtnomade zu sein.

Von Sanne Derks

  • Stadtnomaden Nijmegen © Sanne Derks
    Die Stadtnomaden aus Nijmegen im Weideland von Lent
  • Max Receveur © Sanne Derks
    Philosophiestudent Max Receveur vor seinem Wohnwagen
  • Arjan Rottier © Sanne Derks
    Arjan Rottier hat sein Häuschen aus Abfallmaterialien gebaut
  • Wohnen auf Rädern © Sanne Derks
    Wohnen auf Rädern
  • Zusammen essen © Sanne Derks
    Gemeinsames Essen in der mobilen Gemeinschaft
„Seit 2010 ist es in den Niederlanden verboten, leerstehende Häuser zu besetzen. In diesem Gesetz ist über das Besetzen von Land nichts festgelegt. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass man nicht bleiben darf, deshalb wohnen wir alle auf Rädern.“

Max Receveur ist 25 Jahre alt und studiert Philosophie. Er wohnt zurzeit gemeinsam mit neun anderen Personen auf einem Stück Weideland im Dörfchen Lent, direkt außerhalb von Nijmegen. „Anfangs hatten wir uns auf dem Universitätsgelände angesiedelt. Das war natürlich strategisch. Die Universität kann schlecht gegen ihre eigenen Studenten einen Prozess führen. Im Einvernehmen mit der Universität und der Gemeinde wurde dann ein neues Wohnkonzept kreiert, in dem auch Platz für neue Wohninitiativen ist. Wir bekamen dieses Stückchen Land zugewiesen. Wir bekommen für höchstens 10 Jahre Laufzeit jeweils einen Vertrag. Wir bezahlen jetzt 1 Euro pro Quadratmeter, also 5.000 Euro pro Jahr, zu zehnt“.

Eine der wichtigsten Motivationen für die mobilen Bewohner ist, dass sie als Studenten nicht so viel Geld fürs Wohnen ausgegeben wollen. Viele Studenten müssen neben dem Studium arbeiten, um die hohen Wohnkosten bezahlen zu können. „Wir möchten unsere Freizeit lieber zum Entwickeln kultureller Aktivitäten nutzen“, erklärt Max. Arjan Rottier, Student der Sozialarbeit, unterstützt ihn: „Daneben möchten wir mit Raum und netzunabhängigem Leben experimentieren“. Arjan hat sein eigenes Häuschen aus Abfallmaterialien gebaut. „Ich würde es selbst kein Tiny House nennen, weil die Tiny-House-Bewegung aus einer ganz anderen Art von Bewegung kommt. Wir kommen eigentlich alle aus der Hausbesetzer-Szene. Es geht uns vor allem um die Mobilität. Alles, was hier steht, hat Räder. Innerhalb von neun Tagen hatten wir unsere ganze Siedlung von der Universität nach Lent verlegt.“

„Das Leben im Winter ist schon hart. Das Weideland ist feucht, es gibt hier viel Wind und es ist kalt“. Beide Studenten hoffen in der Zukunft ein Stück Land zu finden, auf dem sie einen permanenten Wohnsitz haben werden. „Aber solange wir das nicht finden können, bleiben wir eine mobile Gemeinschaft.“
 

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