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Experimentieren vom Wald aus
Wohnen in einem lebenden Dorf

Bäume so pflanzen, dass aus ihren Zweigen Mauern entstehen? Bowie will lebende Häuser schaffen. Den passenden Ort für seine Idee vom Dorf aus Bäumen sucht er noch.

Von Sanne Derks

  • Lebende Mauer © Sanne Derks
    Bouwie zeigt seine lebende Mauer
  • organisches Material © Sanne Derks
    Im Wäldchen wird vollauf mit lebendem Bauen und organischem Material experimentiert.
  • zu verlassendes Gelände © Sanne Derks
    Bouwie vor dem Gelände, das Bob und Cathelijn verlassen mussten.
  • Rieselmatte © Sanne Derks
    Bouwie kontrolliert die Rieselmatte
  • Rollender SRV © Sanne Derks
    Bob und Cathelijn bereiten das rollende Supermarkt-Auto für ihre Pilgerfahrt vor
Bouwie zeigt seine lebende Mauer: eine vertikal aufgestellte Palette, mit Erde gefüllt, in der zahme Kastanienbäume wachsen. Mithilfe eines genialen Bewässerungssystems werden die Pflanzen konstant genährt. „Ich wohnte früher in einem großen Haus in Almere, aber ich merkte, dass ich etwas anderes wollte. Ich kam nach Dalfsen, wo ich Bob und Cathelijn kennenlernte. Sie experimentierten bereits mit dem Bau eines lebenden Hauses. Eine großartige Idee: Häuser aus Bäumen und wachsendem Material, die selbst Sauerstoff und Nahrung produzieren. Unsere Traumvorstellung ist es, ein lebendes Dorf mit ungefähr 120 Häusern aus verschiedenen Bäumen zu bauen. Somit wohnt der eine in einem Nusshaus, der andere in einem Apfelhaus und man kann Nahrung untereinander austauschen.“

Eine Methode ist es, Bäume zu pflanzen und die Zweige miteinander zu verflechten, sodass Mauern entstehen - ein Prozess, der viele Jahre dauert. Es erfordert eine lange Zeit bis die Bäume ausgewachsen sind. Deswegen brauchen sie ein Stück Land, wo sie sich permanent ansiedeln können.
In dem Freizeitpark im Wald von Dalfsen, in dem Bouwie ein Häuschen hat, war zwar Platz zum Experimentieren, aber es ist nicht möglich,  hier ein Dorf zu gründen. Da Ferienwohnungen für befristetes Bewohnen bestimmt sind, ist es nicht erlaubt, sich bei einem Freizeitpark anzumelden und dort permanent zu wohnen. Bouwie fand eine Methode, um dennoch dort wohnen zu können: „Ich existiere als natürliche Person nicht mehr in den Niederlanden. Ich bin abgemeldet. Wohnen bezieht sich auf einen Ort, an dem man angemeldet ist, und nicht auf den Ort, an dem man sich aufhält.

Bob und Cathelijne Radstake kam die Vorschrift teuer zu stehen. „Was oft gemacht wird, ist, dass Menschen, die dauerhaft in einer Ferienwohnung wohnen, sich über Freunde oder Familie anmelden. Aber wir wollten das nicht. Wir haben uns entschieden, der Stadtverwaltung gegenüber ehrlich zu sein und gaben an, hier zu wohnen. Wir wurden aufgefordert auszuziehen. Sollten wir nicht ausziehen, dann würden wir ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro erhalten. Es ist sehr brutal, wenn man nicht für Ehrlichkeit belohnt wird“, sagt Cathelijne. Also bauten sie einen alten SRV-Wagen (= rollender Supermarkt*) zu einem fahrenden Haus um, gründeten eine Glaubensgemeinschaft und sind zur Pilgerfahrt ins gelobte Land abgereist. Laut Bob darf man als Kirchengemeinschaft durchaus von Bauvorschriften abweichen und sich auch freier durch das Land bewegen. „Mit der Keine-Ahnung-Kirche sind wir auf der Suche nach einer Gemeinde, in der wir willkommen sind und wo wir unsere Träume verwirklichen können.“

*SRV-Wagen
 

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