Simon Kentgens, Artist-in-residence

Raden Saleh, Selbstporträt (c) Tropenmuseum Amsterdam, Wikimedia Commons

1. Mai bis 1. Juli 2018, Dresden

Im 19. Jahrhundert lebte der javanische Maler und Prinz Raden Saleh (1811-1880) einige Jahre in Dresden. Während seiner Residenz möchte Simon Kentgens Raden Salehs Jahren in Dresden nachgehen, seinen Einfluss auf den Orientalismus und die Verbindungen zu den Entwicklungen der Gegenwart untersuchen. 
 

Der javanische Maler und Prinz Raden Saleh (1811-1880) wird als der Vater der modernen indonesischen Malerei und zugleich als einer der Begründer des deutschen Orientalismus in der Kunst, der Faszination für den „exotischen“ Osten, angesehen. Während einer Studienreise durch Europa lernte er Dresden kennen. Der kulturelle Reichtum der Stadt beeindruckte ihn so stark, dass er sich hier niederließ. Zwischen 1839 und 1849 verbrachte er in der Residenzstadt die nach seiner eigenen Aussage glücklichsten Jahre seines Lebens.

Dresden und das Bundesland Sachsen sind in den letzten Jahren Hochburgen rechter Bewegungen wie Pegida und AfD geworden, die äußeren, insbesondere östlichen Einflüssen auf die westliche Kultur äußerst ablehnend gegenüber stehen, eine Entwicklung, die in scharfem Kontrast zu stehen scheint zur eineinhalb Jahrhunderte früher herrschenden Faszination für den Orient.

Während seiner Residenz möchte Simon Kentgens Raden Salehs Jahren in Dresden nachgehen, seinen Einfluss auf den Orientalismus und die Verbindungen zu den Entwicklungen der Gegenwart untersuchen. Welche Spuren von Raden Salehs Zeit in Dresden sind in der Stadt noch zu finden?

Während einer Radtour durch Europa machte Simon Kentgens im Sommer 2017 erstmals Bekanntschaft mit der sächsischen Residenzstadt. Dresden gefiel ihm und er blieb länger als ursprünglich geplant. Die Residenz ist also bereits die zweite Begegnung mit der Stadt.

Simon Kentgens ist bildender Künstler und Programmleiter Autonome künstlerische Praktiken an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam.