Übersetzer

Übersetzer © Pixaby

Bok, Pauline de © Bok, Pauline de Pauline de Bok (1956)studierte in den 70er Jahren Theologie und Philosophie. Sie arbeitete als Journalistin und schrieb literarische Sachtexte. Ab 1981 besuchte sie regelmäßig die Länder hinter dem Eisernen Vorhang, vor allem die DDR. Seit 2000 wohnt sie einen Teil des Jahres in Mecklenburg. Darüber schrieb sie Blankow oder das Verlangen nach Heimat, das bei Weissbooks und dem Insel Verlag erschien. Zwischen 2005 und 2008 erwarb sie den Bachelor Germanistik in Amsterdam und den Master Übersetzen in Utrecht. Seither wechselt sie zwischen Übersetzen und Schreiben ab. Im Herbst 2014 erschien bei Atlas Contact ihr Roman De Jaagster, der im Wendland spielt und wofür sie in Deutschland den Jagdschein machte. Nicht nur deutsche Literatur übersetzen, sondern auch über Deutschland schreiben und dort wohnen bilden eine nicht versiegende Quelle von Sprach- und Kulturaustausch. Sie ist Mitglied des Organisationskomitees der alljährlich stattfindenden Literatur-Übersetzertage. 

Auswahl an übersetzen Titeln:

- Wolfgang Herrndorf: Leven met het pistool op tafel. Een Berlijns dagboek (Arbeit und Struktur). Uitgeverij Cossee, 2014
- Sherko Fatah: De dief van Bagdad (Ein weißes Land). Uitgeverij Cossee, 2012
Wolfgang Herrndorf: Tsjik (Tschick). Uitgeverij Cossee, 2011
- Stefan Thome: Weidmanns redding (Grenzgang). Uitgeverij Cossee, 2011
- Sherko Fatah: We gaan als het donker wordt (Das dunkle Schiff). Uitgeverij Cossee, 2010

Drei Fragen an Pauline de Bok:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Nein, einen Traumberuf hatte ich nie. Ich studierte Theologie und Philosophie gerade weil ich keinen bestimmten Beruf vor Augen hatte und mich nicht festlegen wollte. Ich wollte lesen, reisen, lernen, schreiben und verstehen, und das ist immer noch so. So bin ich Journalistin geworden und Autorin und Übersetzerin. Ich gedeihe vor allem durch Abwechslung: zwischen einem Leben an meinem Schreibtisch und einem Leben draußen, zwischen in der Stadt unter Menschen sein oder eben in der Einsamkeit des Landlebens aufgehen, zwischen Deutschland und den Niederlanden. Auch die Abwechslung zwischen Schreiben und Übersetzen tut beiden gut: seit ich übersetze, ist Sprache für mich materieller und sinnlich erfahrbarer geworden.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Bei Fragen nach Lieblingsdingen, den drei Besten oder 10 Besten oder Bewertungen blockiere ich sofort. Als Gymnasiastin hatte ich Deutsch als zusätzliches Schulfach wegen meiner Liebe zur deutschen Literatur. Im Lauf der Zeit las ich vor allem Hermann Hesse, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Thomas Mann, Wolfgang Hilbig …. Und Die Wand von Marlen Haushofer hat mein eigenes Werk beeinflusst. Ich habe immer in Blickrichtung Deutschland und Mittel- und Osteuropa gelebt und hoffe noch viele Lieblingsbücher entdecken zu können.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Seit meinem Studienabschluss stehen zwei Titel ganz oben auf meiner Liste: Das Provisorium von Wolfgang Hilbig und Ja von Thomas Bernhard. Aber ich bin Übersetzerin geworden, weil es viel großartige deutsche Literatur gibt, die dem niederländischen Leser nicht zugänglich ist. In diesem Sinn gibt es genug Auswahl.















 
Bussink, Gerrit © Bussink, Gerrit Gerrit Bussink, Jahrgang 1944, hat in Amsterdam Germanistik studiert. Anschliessend war er abwechselnd haupt- und nebenberuflich tätig als Hochschuldozent, Literaturkritiker, Verleger sowie als Redakteur bei Funk und Fernsehen. Seit gut zehn Jahren arbeitet er hauptberuflich als freischaffender literarischer Übersetzer.
Gerrit Bussinks erste literarische Übersetzung war 1972 Peter Handkes "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter". In den Jahrzehnten danach hat er über hundert literarische Übersetzungen vorwiegend moderner deutschsprachiger Literatur veröffentlicht. Darunter Bücher von Uwe Timm (7), Peter Handke (6), Erich Hackl (3), Thomas Bernhard (4), Jurek Becker (3), Hans Magnus Enzensberger (1), Friedrich Dürrenmatt (2), Karen Duve (4), Thomas Glavinic (4), Peter Stamm (2), Wilhelm Genazino (3). Des weiteren - neben Hörspielen - Theaterstücke von Friedrich Hölderlin, Botho Strauss, Carl Zuckmayer, Hans Werner Fassbinder, Anja Hilling. 

Auswahl an übersetzten Titeln:

- Uwe Timm: Halfschaduw (Halbschatten). Uitgeverij Podium, 2010
- Jenny Erpenbeck: Huishouden (Heimsuchung) (übersetzt mit Elly Schippers). Uitgeverij Van Gennep, 2009
- Wilhelm Genazino: Een paraplu voor het leven (Ein Regenschirm für diesen Tag). Atlas, 2009
- Uwe Timm: De ontdekking van de curryworst (Die Entdeckung der Currywurst). Uitgeverij Podium, 2005
- Markus Orths: Lerarenkamer (Lehrerzimmer) (übersetzt mit Elly Schippers). Uitgeverij Podium, 2004
- Wolfgang Hilbig: De mare van de bomen (Die Kunde von den Bäumen). Uitgeverij Goosens, 1997
- Wolfgang Hilbig: De wijven (Die Weiber). Uitgeverij Goosens, 1995
- Wolfgang Hilbig: 'Ik' ("Ich"). Uitgeverij Goosens, 1994

Drei Fragen an Gerrit Bussink: 

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden? 

Ich bin Übersetzer geworden aus uralter Faszination für die Sprache. Übersetzer ist mein Traumberuf seit ich als einziger in meiner Abiturientenklasse wusste wie man "Atomwaffensperrvertrag" ins Niederländische übersetzt. 

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Es tut mir Leid, ich habe kein Lieblingsbuch im herkömmlichen Sinne. Mein jeweiliges Lieblingsbuch ist immer dasjenige, woran ich gerade arbeite bzw. das nächste Buch eines "meiner" Autoren, auf das ich mich immer monatelang im Voraus freuen kann. 

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen? 

In diesem Sinne fällt auch die Antwort auf die dritte Frage aus: Ich will unbedingt das nächste Buch "meiner" Autoren übersetzen. Ich wollte übrigens einmal - einfach so!- eine neue Faust-Übersetzung machen, habe mir dann die bestehende "klassische" Übertragung ins Niederländische genommen und nach kurzem Studium beschämt zur Seite gelegt...
Driessen, Hans © Mirjana Vrbaski | Letterenfonds Der Übersetzer Hans Driessen (1953 - 2017) studierte Philosophie an der Universität Nijmwegen. Von 1980–87 arbeitete er dort als Dozent. Seit 1987 ist er hauptberuflich Übersetzer, vor allem von philosophischen Werken. Er übersetzte das Hauptwerkt von Arthur Schopenhauer Die Welt als Wille und Vorstellung. Auch die Sphären-Trilogie von Peter Sloterdijk geht auf sein Konto. 
Driessen hatte die Endredaktion über die 10-teilige Nietzsche-Ausgabe beim Verlag Arbeiderspers. Seit 2003 ist er Rezensent für die Buchredaktion der Volkskrant. Beim Verlag Ambo | Anthos erschien 2006 ein von ihm zusammengestelltes Wörterbuch der Philosophie. 
Für seine Übersetzerarbeit – insbesondere für seine Übersetzungen von Schopenhauer, Nietzsche und Sloterdijk – bekam er 2010 vom Niederländischen Letterenfonds den Preis „Übersetzer als Kulturvermittler“. Er wurde als erster Übersetzer von Sachbüchern mit diesem Preis ausgezeichnet. 

Auswahl an übersetzten Titeln:

- Arthur Schopenhauer, De vrijheid van de wil, 1989 (Dt.: Ueber die Freiheit des Willens, 1839).
- Arthur Schopenhauer, Bespiegelingen over levenswijsheid, 1991 (Dt.: Aphorismen zur Lebensweisheit, 1851).
- Friedrich Nietzsche, Het geval Wagner / Nietzsche contra Wagner, 1994 (Dt.: Der Fall Wagner).
- Peter Sloterdijk, Europa, mocht het ooit wakker worden, 1995 (Dt.: Falls Europa erwacht, 1994).
- Peter Sloterdijk, In hetzelfde schuitje: proeve van een hyperpolitiek, 1997 (Dt.: Im selben Boot, 1993).
- Friedrich Nietzsche, God is dood: een bloemlezing, 1997.
- Friedrich Nietzsche, Afgodenschemering, 1997 (Dt.: Götzen-Dämmerung, 1886).
- Arthur Schopenhauer, De wereld als wil en voorstelling, 1997 (Dt.: Die Welt als Wille und Vorstellung).
- Friedrich Nietzsche, Afgemat als een eendagsvlieg bij avond, 1998.
- Peter Sloterdijk, Mediatijd, 1999, vert. met Paul Beers, (Dt.: Der starke Grund, zusammen zu sein: Erinnerungen an die Erfindung des Volkes, 1998, en Medien-Zeit: Drei Gegenwartsdiagnostische Versuche, 1993).
- Friedrich Nietzsche, De geboorte van de tragedie, 2000.
- Ludwig Wittgenstein, Brieven, 2000.
- Arthur Schopenhauer, Parerga en Paralipomena, 2002 (Parerga und Paralipomena).
- Peter Sloterdijk, Sferen, 2003 (Dt.: Sphären, I, II, 1998, 1999).
- Peter Sloterdijk, Het kristalpaleis, 2006 (Dt.: Im Weltinnenraum des Kapitals : für eine philosophische - - Theorie der Globalisierung, 2004).
- Peter Sloterdijk, Woede en tijd, 2007 (Dt.: Zorn und Zeit, 2006).
- Pascal Mercier, Lea (vert. met Marion Hardoar), 2009 (Dt.: Lea, 2007).
- Lion Feuchtwanger, De lelijke hertogin, 2009 (Dt.: Die hässliche Herzogin Margarete Maultasch, 1926).
- Peter Sloterdijk, Sferen 2. Schuim, 2009 (Dt.: Sphären, I).
- Arthur Schopenhauer, Dat ben jij. Over de grondslag van de moraal, 2010 (Dt.: Ueber die Grundlage der Moral, 1841).
- Peter Sloterdijk, Je moet je leven veranderen, 2011 (Dt.: Du musst dein Leben ändern. Über Antropotechniek, 2009)
- Thomas Mann, De toverberg, 2012 (Dt.: Der Zauberberg, 1924)
- Theodor W. Adorno, Minima Moralia, 2013 (Dt.: Minima Moralia, 1951)