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Übersetzer © Pixaby

Nelleke van Maaren (1941 - 2014) arbeitete seit 1977 als literarische Übersetzerin aus dem Deutschen, dem Englischen und dem Französischen. Sie hat im Laufe der Zeit nicht nur unzählige Bücher übersetzt, sondern setzte sich auch für das literarische Übersetzen an sich ein. So war sie Mitbegründerin des vertalershuisin Amsterdam. 2009 wurde sie in den Niederlanden mit dem Übersetzerpreis vom Fonds voor de Letteren für ihren Mut und ihren Einsatz ausgezeichnet. Ebenfalls im Jahr 2009 erhielt sie den Östereichischen Staatspreis für Übersetzung.

Auswahl an übersetzten Titeln:

Heimito von Doderer: De Strudlhoftrappen of Melzer en de diepte der jaren (Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre). Uitgeverij Atlas, 2008
- Botho Strauss: Mikado (Mikado). Wereldbibliotheek, 2008
- Zsuzsa Bánk: De Zwemmer (Der Schwimmer). De Bezige Bij, 2008
- Terézia Mora: Alle dagen (Alle Tage). De Bezige Bij, 2005
- Leo Perutz: De Zweedse ruiter (Der Schwedische Reiter). Uitgeverij De Arbeiderspers, 1997

Drei Fragen an Nelleke van Maaren: 

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Nein. Anfänglich war Dolmetscherin mein Traumberuf, als ich noch nicht wusste wie geisttötend und psychisch belastend das ist. Ich wurde also Französischlehrerin, aber übersetzte schon als Studentin kunsthistorische Künstlermonographien. Erst nach der Geburt meiner drei Kinder habe ich mich entschlossen, vollzeit als professionelle literarische Übersetzerin zu arbeiten. Und ich habe mich seitdem immer über diese Berufswahl gefreut - für mich gibt es keine Arbeit die befriedigender und interessanter ist und mehr Unabhängigkeit bietet.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Eher Lieblingsautor als Lieblingsbuch: Thomas Mann - kein deutscher Autor, außer vielleicht in bestimmten Hinsichten Günter Grass, hat seitdem mit dieser Reichweite an Ideen, Stilmittel und psychologischer Einsicht geschrieben.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ja, zwei. Ich habe vier Bücher von dem österreichischen Autor Leo Perutz übersetzt, aber seine, meines Erachtens, zwei besten Werke - Nachts unter der steinernen Brücke und Wohin rollst Du Äpfelchen?- sind noch immer nicht übersetzt. Und das verzerrt das Bild von Perutz als Schriftsteller. Aber einen Verleger, der es wagt, die zwei Bücher zu publizieren, habe ich bis jetzt nicht gefunden.
Makkink, Hilke © Makkink, Hilke Hilke Makkink (Roden, 1968) Ursprünglich habe ich eine Ausbildung zur Reisekauffrau absolviert. Deswegen habe ich 7 Jahre in einem Reisebüro gearbeitet. Erst später habe ich am Dolmetscher- und Übersetzerinstitut in Utrecht eine Ausbildung zur Übersetzerin Deutsch gemacht, mein Diplom bekam ich 2004.
Ich habe ein paar Jahre in Deutschland gewohnt und erst nach meiner Rückkehr in die Niederlande begonnen, Bücher zu übersetzen, sowohl aus dem Deutschen als auch aus dem Englischen. Zunächst für den Verlag Unieboek, später für den Verlag Callenbach. 





Auswahl an übersetzen Titeln: 

- Wolfram Fleischhauer – Tango Mortale, 2009
- Claire Shipman & Katty Kay – Womenomics, 2009
- Jeffery Deaver – Spanningsveld, 2010
- Harriet Evans – Niet zonder jou, 2013
- Judith Lennox – De laatste dans, 2014
- Anne C. Voorhoeve – Liverpool Street, 2010
- Marjaleena Lembcke – Er was eens een sprookje, 2010
- Anne C. Voorhoeve – 21 Juli, 2012
- Anne C. Voorhoeve – Lilly Marlene, 2012
- Kathleen Weise – Charlotte, 2013
- Anne C. Voorhoeve – Helgoland/ Alice’s eiland, 2013

Drei Fragen an Hilke Makkink:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Ich bin Übersetzerin geworden, weil ich einen Beruf suchte, der sich gut mit meinem Kinderwunsch kombinieren liess. Aber auch, weil ich immer gerne und viel gelesen habe (viel englische, aber auch deutsche Bücher) und weil ich die niederländische Sprache liebe.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Mein Lieblingsbuch ist doch „Liverpool Street“, das erste Buch von Anne Voorhoeve, das ich übersetzt habe. Ich finde all ihre Bücher sehr gut geschrieben, aber diese Erzählung fesselte mich sofort; es war gut, den Zweiten Weltkrieg auch mal mit deutschen Augen sehen zu können.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Eigentlich übersetze ich alles gern, aber wenn ich die Wähl hätte, würde ich gern „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling übersetzen. Sein erstes Buch „Ich bin dann mal weg“ wurde leider schon übersetzt. Ich bin ein großer Fan von diesem Mann und finde auch seine Bücher super, mit viel Humor geschrieben! Zusätzlich finde ich die Bücher von Anne Voorhoeve sehr schön zu übersetzen.
Meijerink, Gerda © Meijerink, Gerda Die Übersetzerin Gerda Meijerink (1939 - 2015) gehörte zu der ersten Garde literarischer Übersetzer. Von Kafka bis Schlink – für alle niveauvollen literarischen Übersetzungen wurde sie von den Verlagen engagiert. Sie war die Übersetzerin von u.a. Juli Zeh, Martin Doerry, Margot Schreiner, Claudia Rusch, Sven Regener, Claudia Schreiber, Ingo Schulze und Katharina Hacker.





Auswahl an übersetzten Titeln:

- Michael Kumpfmüller: Lotgevallen van een beddenverkoper (Hampels Fluchten). Ambo|Anthos, 2009
- Jan Costin Wagner: Nachttrit (Nachtfahrt). Cossee, 2008
- Michael Kumpfmüller: Bericht aan allen (Nachricht an alle). Anthos, 2008
- Bernhard Schlink: Het eerste weekend (Das Wochenende). Cossee, 2008
- Dilek Güngör: Het geheim van mijn Turkse grootmoeder (Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter). Artemis, 2008
- Pascal Mercier: Nachttrein naar Lissabon (Nachtzug nach Lissabon). Wereldbibliotheek, 2008 
Marcel Misset © Cleo Misset Marcel Misset studierte von 1979 bis 1985 Niederländische Philologie an der Universität von Amsterdam, und später noch ein Jahr Kunstgeschichte, in einer Zeit, in der man damit eigentlich nur Lehrer werden konnte. Sein Studium zog sich in die Länge, weil er schon im ersten Studienjahr seine Liebe für die französische Literatur um 1900 entdeckte und sich gleichzeitig an Schopenhauer und Nietzsche abarbeitete. Damals hielt die Universität gerade das „Wien-Jahr“ ab. Die Schwärmer von Robert Musil wurde in den Niederlanden uraufgeführt und Thomas Bernhard stand oft auf dem Spielplan. Zudem verliebte er sich in Der Mann ohne Eigenschaften - und in eine deutsche Studentin, die in Amsterdam Dramaturgie studierte.


Auswahl an übersetzten Titeln:

 
Nes, Liesbeth van © Winneke Liesbeth van Nes (1954) arbeitet seit 2006 als literarische Übersetzerin aus dem Deutschen und aus dem Französischen (seit 1994). Nachdem sie 1973 das Abitur bestanden hatte, studierte sie Niederländisch und wurde Lehrerin. Aber das Übersetzen vergaß sie nie ganz - heute ist sie Vollzeitübersetzerin. Als Lehrerin arbeitet sie nur noch abends in der VertalersVakschool Amsterdam. Für ihre Übersetzung von April in Paris bekam sie 2008 den Euregio-Schüler-Literaturpreis.



Auswahl an übersetzten Titeln:

- Andreas Musschenbrock, Op de bank bij Kant (Termin mit Kant), Van Gennep, 2011
- Stefan Zweig, Reis naar het verleden (Die Reise in die Vergangenheit), Atlas, 2009
- Dietrich Garstka, De zwijgende klas (Das schweigende Klassenzimmer), Mets en Schilt, 2008
- Michael Wallner, April in Parijs (April in Paris), Bezige Bij, 2006

Drei Fragen an Liesbeth van Nes:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Das war wirklich ein Traumberuf. Ich habe nie geglaubt, dass es so etwas gibt. Und doch.... Für mich ist es die ideale Kombination von Kreativität und Recherchieren. Und Lesen, selbstverständlich.

Welches ist ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Das ändert sich ständig. Dieses Jahr habe ich Das Schloss aufs Neue gelesen und wieder erfahren, wie unzuverlässig die Hauptperson ist, auch wenn man sich doch auf ihn verlässt. Die ganze Literatur ist Schwindel. Aber auch Geschichte, so wie man das wieder erlebt, wenn man zum Beispiel Der Stechlin liest.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ja. Das Schloss, und auch Der Stechlin, aber diese beliebten Bücher sind schon übersetzt worden. Dann natürlich das Buch, das ich übersetzen muss. Ich verliebe mich immer wieder in das aktuelle Buch, und verabschiede mich dann am Ende auch wieder davon.
Oranje, Wilfred © Oranje, Wilfred Wilfed Oranje (1951- 2011) übersetzte sowohl Literatur als auch Sachtexte aus dem Deutschen ins Niederländische. Sein vielseitiges Oeuvre umfasst klassische Texte von Goethe, Heine und Schiller, die gesammelten Werke von Freud, Romane von Joseph Roth sowie philosophische Werke von Nietzsche und Wittgenstein. Zusammen mit der Redakteurin/Übersetzerin Elly Schippers und dem Germanisten Theo Kramer war er für die Duitse bibliotheek des Amsterdamer Verlags Atlas verantwortlich.




Auswahl an übersetzten Titeln:

- Theodor Fontane: Stechlin (Der Stechlin). Atlas, 2007
- Joseph Roth: Job: Roman van een eenvoudige man (Hiob: Roman eines einfachen Mannes). Atlas, 2007
- Joseph Roth: Het valse gewicht : de geschiedenis van een ijkmeester (Das falsche Gewicht). Atlas, 2004
- Heinrich Heine: Reistaferelen (Reisebilder). Atlas, 2003
Posthuma, Ard Foto: Corné Sparidaens Copyright: DvhN Der Übersetzer Ard Posthuma war Lektor, Lehrer und Hochschuldozent. Seit 1989 hat er zahlreiche Literatur-Übersetzungen in Deutsch und Niederländisch angefertigt: Nachdichtungen und Ausgaben von niederländischen, belgischen und friesischen Autoren erschienen u. a. bei Suhrkamp, Kleinheinrich (Münster) und Attempto (Tübingen). Ard Posthuma veröffentlicht auch eigene Gedichte und Essays in literarischen Zeitschriften. 


Auswahl an übersetzten Titeln:

- Ingo Schulze: Adam en Evelyn (Adam und Evelyn). J.M. Meulenhoff, 2009
- Ingo Schulze: Nul-zes / dertien verhalen in de oude trant. (Handy / Dreizehn Geschichten in alter Manier). J.M. Meulenhoff, 2008
- Wilhelm Raabe: Oliebol / Een zee- en moordverhaal (Stopfkuchen / Eine See- und Mordgeschichte). L.J.Veen, 2007
- Ingo Schulze: Nieuwe levens (Neue Leben) (Übers. mit Gerda Meijerink). Meulenhoff, 2007

Drei Fragen an Ard Posthuma:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Übersetzen ist für mich weniger ein Beruf als eine Sucht. Darum bin ich Übersetzer geworden.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Lieblingsbücher habe ich viele. Eins davon, das ich auch übersetzt habe, ist Wilhelm Raabes Roman Stopfkuchen. Meine wichtigste Übersetzung aus dem Deutschen ist wohl die von Goethes Faust I/II/ Urfaust, aber die Gedichte von Jürgen Nendza sind mir genau so lieb, und und und...

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ein Buch ist zu wenig. Ich möchte den ganzen Robert Gernhardt übersetzen und den ganzen Georg Büchner oder ein Meisterwerk, das jetzt erst geschrieben wird und und und...
Rijnaarts, Josephine © Rijnaarts, Josephine
Josephine alias José Rijnaarts (übersetzt unter beiden Namen) hat den Beruf an der Universität von Amsterdam am inzwischen nicht mehr bestehenden Institut für Übersetzungswissenschaft gelernt. Sie lebte und arbeitete mehrere Jahre in Brüssel und München, um ihr Französisch und Deutsch zu verbessern. Zunächst übersetzte sie Belletristik und Sachbücher aus dem Französischen, Englischen und Deutschen. Seit 2010 übersetzt sie fast ausschließlich deutsche Literatur. Sie unterrichtet auch an der Übersetzerschule in Amsterdam. Für ihre Übersetzung von Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie sie es nie war erhielt sie 2016 den Euregio-Literaturpreis. Ihre Übersetzung Rummelplatz von Werner Bräunig wurde 2015 für den Filter Übersetzungspreis nominiert. Vier weitere Übersetzungen wurden im Laufe der Jahre für den Europäischen Literaturpreis nominiert.


Auswahl an übersetzten Titeln:

- Daniel Kehlmann: Tijl. Querido, 2017 (Tyll)
- Bodo Kirchhoff: Wedervaring (Widerfährnis). Lebowski, 2017
- Ilija Trojanow: Macht en verzet (Macht und Widerstand). De Geus, 2016
- Ilija  Trojanow: De wereldverzamelaar (Der Weltensammler). De Geus, 2008
- Eugen Ruge: In tijden van afnemend licht (In Zeiten des abnehmenden Lichts. De Geus, 2012
- Heinrich Mann: De jeugd van koning Henri Quatre (Die Jugend des Königs Henri Quatre), Atlas, 2011

Drei Fragen an José Rijnaarts:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzerin geworden?


Ich wusste seit meinem 18. Lebensjahr, dass ich Übersetzer werden wollte. Ein Freund übersetzte ein Buch von Pierre Teilhard de Chardin, einem französischen Theologen, zu seinem Vergnügen. Er ließ mich ein Stück probe-übersetzen und ich war hin und weg. Ich genoss den Prozess des Übersetzens und tue es immer noch: einen Text in einer fremden Sprache zu durchgründen, zu verstehen und zu fühlen, was da steht, und dann genausolange am Niederländischen zu meißeln und zu polieren, solange bis du als Übersetzer weißt: so ist es gut.


Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Homo Faber von Max Frisch, kein deutscher, sondern ein Schweizer Schriftsteller. Wir lasen es auf Deutsch in einer Hütte in den bayerischen Alpen. Drei Freundinnen an der Grenze des Erwachsenenalters, zwei Niederländerinnen und eine Deutsche. Bei uns allen steht es immer noch an prominenter Stelle im Bücherregal.
 

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ich möchte den Nachfolger zu König Henri Quatres Jugend übersetzen: Die Vollendung des Königs Henri Quatre. Und ich freue mich auf den nächsten Roman von Daniel Kehlmann.