Übersetzer

Übersetzer © Pixaby

Schippers, Elly © Schippers, Elly Die Übersetzerin Elly Schippers Jahrgang 1945, studierte Germanistik an der Universität von Amsterdam. Ihre erste literarische Übersetzung erschien 1979. Seitdem hat sie zahllose deutschsprachige Autoren übersetzt, sowohl moderne (Michael Ende, Jenny Erpenbeck, Edgar Hilsenrath, Wolfgang Koeppen, Charles Lewinsky u.a.), als auch ältere (Hermann Sudermann, Arthur Schnitzler u.a.). Neben ihrer Arbeit als Übersetzerin unterrichtet sie an der Übersetzerfachschule in Amsterdam, leitet Workshops und begleitet angehende Übersetzer. Sie engagiert sich in mehreren Kommissionen (u.a. dem Vlaams Fonds voor de Letteren und dem VVL-Vorstand). 

Auswahl an übersetzten Titeln:

- Jenny Erpenbeck: Huishouden (Heimsuchung) (übersetzt mit Gerrit Bussink). Uitgeverij Van Gennep, 2009
- Edgar Hilsenrath: De thuiskomst van Jossel Wassermann (Jossel Wassermanns Heimkehr). Anthos, 2009
- Erich Kästner: Dubbele Lotje (Das dobbelte Lottchen); Emiel en de detectives (Emil und die Detektive). Atlas, 2008
- Charles Lewinsky: Het lot van de familie Meijer (Melnitz). Signatuur, 2007
- Arthur Schnitzler: Verhalen (8 Novellen, u.a. Traumnovelle, Fräulein Else, Leutnant Gustl, Casanovas Heimfahrt). Atlas, 2005
- Felicitas Hoppe: Paradijzen, Overzee (Paradiese, Übersee). Querido, 2005
- Elias Canetti: Party tijdens de blitz (Party im Blitz). De Arbeiderspers, 2003

Drei Fragen an Elly Schippers:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?


Übersetzer war nicht mein Traumberuf, ist es aber geworden. Ich war 18 Jahre Deutschlehrerin an einem Lyzeum. Ich habe das mit viel Freude gemacht, aber irgendwann habe ich es nicht mehr als eine Herausforderung empfunden. Beim Übersetzen habe ich so was nie verspürt. Jedes Buch eröffnet eine neue Welt, jedesmal muβ man in eine andere Haut hineinkriechen und sich eine neue Sprache aneignen. Es wird nie langweilig.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Die Novellen von Schnitzler und Radetzkymarsch von Jospeh Roth. Beide Autoren haben die Welt des Fin de siècle auf einzigartige Weise beschrieben. Sie steckten mittendrin und waren doch imstande diese Welt auch von auβen zu betrachten. Es ist diese Mischung aus Wehmut und Distanz, die mich immer noch fasziniert.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Alles von Schnitzler, was ich noch nicht übersetzt habe, und die Trilogie von Wolfgang Koeppen (Tauben im Gras, Der Tod in Rom, Das Treibhaus) und natürlich die nächsten Bücher "meiner" Autoren Jenny Erpenbeck, Charles Lewinsky.
Snick, Els © Snick, Els Die Übersetzerin Els Snick ist Flämin. Sie hat Germanistik an der Universität Gent (Belgien) studiert, unterrichtet Übersetzungswesen Deutsch-Niederländisch an der Hogeschool Gent und übersetzt deutsche Literatur ins Niederländische. Sie hat über die Rezeption von Joseph Roth in den Niederlanden und Flandern promoviert.








Auswahl an übersetzten Titeln:

- Katja Lange-Müller: Kwaaie Schapen (Böse Schafe). Arbeiderspers 2008
- Silke Scheuermann: Het uur tussen hond en wolf (Die Stunde zwischen Hund und Wolf). Cossee, 2007
- Norbert Gstrein: De dag dat ze Jakob kwamen halen (Einer). Cossee, 2006
- Katja Lange-Müller: Puppyliefde (Verfrühte Tierliebe). Wereldbibliotheek, 2005
- Norbert Gstrein: Een wrede zomer (Das Handwerk des Tötens). Cossee, 2005
- Katja Lange-Müller: De laatsten (Die Letzten). Wereldbibliotheek, 2004Drei Fragen an Els Snick:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?

Ich bin Übersetzerin geworden, weil ich an der Hogeschool Gent das Fach Übersetzen unterrichtete.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Hiob von Joseph Roth. Weil man dabei lachen und weinen kann.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Keines, das noch nicht übersetzt wurde.
Vandewijer, Ina © Vandewijer, Ina Die flämische Schriftstellerin und Übersetzerin Ina Vandewijerwurde 1959 in Tienen, Belgien, geboren. Sie studierte Sprachen in Leuven, arbeitete zwei Jahre im belgischen Konsulat in Johannesburg (Südafrika). Mehrere Jahre war sie für ein Jugendmagazin tätig. Heute lebt sie in Aarschot, schreibt Drehbücher, Kurzgeschichten und Gedichte. "Nanuk - Im Zeichen des Bären" ist ihr erster Roman, der gleich mit dem Knokke-Heist-Preis für das beste Jugendbuch 2000 und dem Buchlöwen 2001 ausgezeichnet wurde und auf die Nominierungsliste für die Goldene Eule 2001 kam.


Auswahl an übersetzten Titeln:

- Die Befreiung des Herrn Kartuschke, Marlies Bardeli, Sauerlander 2001
De vogels van heer Droogstempel, Afijn Uitgeverij
- Gyde und die Flut, Patricia Schröder, Fischer-Taschenbuch Verlag
Gyde en de vloed, Facet
- Der kleine Herr Jaromir, Martin Ebbertz, Sauerlander
Het kleine mannetje Jaromir, Afijn Uitgeverij
- Rico, Oscar und die Tieferschatten, Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag
Rico, Oscar en de spookschaduwen, Davidsfonds/Infodok
- Rico, Oscar und das Herzgebrechen, Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag Rico, Oscar en het bingoraadsel, Davidsfonds/Infodok.
Vlaming, Annemarie © Vlaming, Annemarie Die Übersetzerin Annemarie Vlaming hat deutsche Sprache und Kultur studiert und gehört zu den renommierten literarischen Übersetzern in den Niederlanden.






Auswahl an übersetzten Titeln:

- Sebastian Fitzek: De gijzeling (Amokspiel). Fontein, 2008
- Edgar Hilsenrath: De nazi en de kapper (Der Nazi & der Friseur). Ambo|Anthos, 2008
- Saša Stanišić: Hoe de soldaat de grammofoon repareert (Wie der Soldat das Grammofon repariert). Ambo|Anthos, 2007
- Andreas Maier: Kirillov : of de zin van het bestaan (Kirrilov). Ambo|Anthos, 2006
- Ulla Berkéwicz: Zijn we gék geworden? : een vergelijkend onderzoek naar fanatisme (Vielleicht werden wir ja verrückt). Aspekt, 2005
Vries, Marten de © Vries, Marten de Marten de Vries ist 1950 geboren. Er studierte Geschichte an der Univeristät Utrecht und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Amsterdam. Danach arbeitete er als Geschichtslehrer an der Realschule, auch hatte er verschiedenen Funktionen im Innenministerium inne. 2010 schloss er die Ausbildung zum literarischen Übersetzern Deutsch /Niederländisch an der Übersetzerfachschule ab. Seither ist er Vollzeit-Übersetzer, sowohl von literarischen als auch von Sachtexten aus den Bereichen Geschichte und Wisssenschaft. 







Auswahl an übersetzten Titeln:

- Peter Longerich: Goebbels (Goebbels). Bezige Bij, 2012. Co-vertaler: Pieter Streutker
- Mark Elsberg: Black-out (Black-out). Van Holkema & Warendorf, 2012. Co-vertaler: David Orthel
- Bruno Apitz: Naakt onder wolven (Nackt unter Wölfen). Cossee, 2013
- Jörg Fauser: Grondstof (Rohstoff). Leesmagazijn, 2014
- Katrin Himmler und Michael Wildt: Heinrich Himmler privé: Brieven aan zijn vrouw (Himmler privat. Briefe eines Massenmörders). Atlas Contact, 2014
- Carola Dietze: Helmuth Plessner. Leven en werk (Nachgeholtes Leben. Helmuth Plessner 1892-1985). Lemniscaat, 2015.

Drei Fragen an Marten de Vries:

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden? 


Nein, Übersetzer war nicht mein Traumberuf. Ich wollte lieber draußen aktiv sein als mich mit Büchern in meinem Zimmer einzuschließen. Allerdings hatte ich wegen meines Interesses an Geschichte immer auch das Interesse an Deutschland und deutscher Literatur behalten. Nun, da ich etwass älter geworden bin, finde ich nichts schöner als das Übersetzen guter Bücher.

Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Ich habe eine Vorliebe für unangepasste Autoren, die mit ihren Themen Position beziehen und über gesellschaftliche Diskurse reflektieren. In den 20er und 30er Jahren waren das vor allem Ödön von Horvath und Kurt Tucholsky. Aber auch Jörg Fauser, der in „Rohstoff“ aus seinem Leben am Rande der 70er Jahre-Gesellschaft der BRD berichtet, gefällt mir sehr gut.

Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Texte von Kurt Tucholsky oder „Jugend ohne Gott“ van Ödön von Horvath.
Auswahl an übersetzten Titeln:

- Robert Löhr: De schaakmachine (Der Schachautomat). Karakter Uitgevers, 2008
- Ilja Trojanow: Pelgrimstocht naar Mekka (Zu den heiligen Quellen des Islam). De Geus, 2008
- Petra Hammesfahr: Vader en dochter (Merkels Tochter). De Geus, 2005
- Petra Hammesfahr: De zondares (Die Sünderin). De Geus, 2004
- Petra Hammesfahr: Het laatste offer (Das leztzte Opfer). De Geus, 2003
Wildschut, Marc © Wildschut, Marc Mark Wildschut, geboren 1957, hat in den 70er Jahren in Groningen Biologie und in Amsterdam Philosophie studiert. Im Zeitalter der ewigen Studenten kam er erst nach vielen interessanten und weniger interessanten Studentenjobs zu seiner eigentlichen Karriere als Übersetzer von literarischen Sachbüchern, speziell Philosophie. Nach einer Ausbildung zum Gestalttherapeut arbeitet er seit 5 Jahren als freischaffender Therapeut. Zusätzlich gibt er mit großer Freude Unterricht in Philosphie und in der chinesischen Kampfsportart Chi Kung.





Auswahl an übersetzten Werken:

- Wildschuts erste Übersetzung war 1995 Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit von Rüdiger Safranski.
- Danach Martin Heideggers Hauptwerk Sein und Zeit.
- Neben anderen Werken von Heidegger und Safranski übersetzte Wildschut zusammen mit Michel van Nieuwstadt zwischen 2001 und 2007 den gesamten Nachlass von Friedrich Nietzsche.
- Eine andere wichtige Übersetzung aus seiner Hand ist Karl Barths Römerbrief.
- In den letzten beiden Jahren hat er Theodor W. Adorno übersetzt und
- als letztes Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismusvon Max Weber.Marc Wildschut erhielt 2002 für seine Arbeit als Übersetzer den Preis vom Nederlandse Letterenfonds.

Drei Fragen an Marc Wildschut: 

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden? 


Nein, Übersetzer war nicht mein Traumberuf. Mir schwebte eigentlich eine wissenschaftliche Karriere als Philosoph an der Universität vor. Mit diesem Ziel vor Augen übersetzte ich Heideggers Sein und Zeit und schien seither ein Übersetzer zu sein. Ich bin damit zufrieden, weil ich dadurch noch in engem Kontakt mit der Philosophie bin. Andererseits fand ich es weniger schön, nur als Übersetzer zu arbeiten – umso mehr freut mich, dass ich seit einigen Jahren die Übersetzerarbeit mit Psychotherapie kombinieren kann.2.

Was ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum? 

Wenn ich mich zur Beantwortung dieser Frage auf meine eigene Nische – die deutsche Philosophie – beschränke, dann ist mein Lieblingsautor zweifellos Friedrich Nietzsche. Aus dem einfachen Grund, weil er unter den deutschen Philosophen derjenige ist, der die schärftste Feder führte, also am besten schrieb und deswegen für den Übersetzer auch sehr gut zu übersetzen ist. Damit will ich übrigens nicht sagen, dass für mich Nietzsche der wichtigste deutsche Philosoph ist.

Gibt es ein Buch, das sie unbedingt übersetzen wollen? 

Ich würde gerne Der Untergang des Abendlandes von Oswald Spengler übersetzen und bin diesbezüglich mit Dem Verlag Boom im Gespräch.