Architect-in-residence
Maximilian Hartinger

Max Hartinger: Ohne Titel
(c) privat

8. Januar bis 8. April 2020, Rotterdam

Rotterdam, die „Architekturstadt“: Ein immer wieder gern benutzter Begriff des Tourismus-Marketing scheint hier tatsächlich zu passen wie an wenigen anderen Orten. Nachdem schon das Stadtwachstum ab der vorletzten Jahrhundertwende und das Neue Bauen die Stadt geprägt hatten, war es insbesondere der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, der eine komplett moderne Innenstadt entstehen ließ.
 

Damit einhergehend siedelte sich eine auffällige Anzahl bedeutender Architekt*innen und Büros an und es entwickelte sich ein überdurchschnittliches Bewusstsein für Planung auf allen Maßstabsebenen. Während die glanzvollsten Exponenten dieser Entwicklung vielfach diskutiert und dokumentiert sind, vermutet Maximilian Hartinger darunter jedoch eine „zweite Schicht“: Sie ist möglicherweise stark von den großen Vorbildern beeinflusst und macht dies in einem breiten Spektrum zwischen missglücktem Nachahmen und bereichernder Weiterentwicklung deutlich. Womöglich sind skurrile Auswüchse zu beobachten, wunderschöne Zufälle zu finden, vielleicht auch bislang unentdeckte Meisterwerke. Es wird die Behauptung aufgestellt, dass diese „zweite Schicht“ in Einzelfällen sogar die interessantere oder zumindest die unterhaltsamere ist. 

Maximilian Hartinger, geboren 1987 in Passau und aufgewachsen im Bayerischen Wald, studierte Architektur in München und Oslo und führt seit 2019 sein eigenes Büro in München. Er beschäftigt sich mit Wohnungsbau, ländlichen Räumen, Neu-/Umnutzung bestehender Bausubstanz, vernakulärer Architektur und Denkmalpflege.

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