2021
Kay Fingerle

Kay Fingerle
Kay Fingerle | © privat

Architect-in-Residence Juli/August 2021 und Frühjahr 2022, Rotterdam

Kay Fingerle untersucht Räume, die von einer Gemeinschaft nicht nur genutzt, sondern von ihr auch mitgestaltet und weiterentwickelt werden. Dabei sind die unsichtbaren Regeln der gemeinschaftlichen Nutzung genauso Teil der Untersuchung wie die sichtbare Aufteilung des Raumes.
 

Sie interessiert sich für den gebauten Raum: wie er bewohnt und genutzt wird, wie er altert, sich abnutzt, wie er besetzt und geteilt wird. Die Nutzung und Aneignung des Raumes betrachtet sie als Ausdruck unserer Gesellschaft; der Art und Weise, wie wir zusammenleben und wie wir unser Zusammenleben (auch politisch) regeln. Ihr besonderes Interesse gilt den Freiräumen für selbstbestimmte Handlungen zwischen den Regelungen.

In Rotterdam wird Kay Fingerle Formen gemeinschaftliches Wohnens, Arbeiten in gemeinschaftlichen Strukturen und gemeinschaftlich organisierte Naturerlebnisse untersuchen. Durch den Wegzug des Hafens Richtung Nordsee sind in Rotterdam räumliche innerstädtische Potentiale entstanden. Die Stadt hat sich dem Netzwerk Resilient Cities angeschlossen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Klimawandel entgegen zu wirken. Neue Gemeinschaftsprojekte sind unter diesen Voraussetzungen möglich geworden, die Kay Fingerle untersuchen möchte. Bereits seit 2017 widmet sich Kay Fingerle in ihren Projekten der Frage nach der Aufteilung und gemeinschaftlichen Nutzung von Raum, unter anderem im Rahmen einer Künstlerresidenz des deutschen Studienzentrums in Venedig und als Stipendiatin der Villa Kamogawa in Kyoto. 2020 startete sie eine Untersuchung zu den ersten "collective housing"-Projekten in Dänemark.
 
Kay Fingerle studierte Architektur an der Königlichen Akademie der Künste Kopenhagen bei Jan Gehl und an der TU Berlin bei Kees Christiaanse und dem Soziologen Arnold Reijndorp. Neben theoretischen Beiträgen für die Zeitschriften Arch+ und StadtBauwelt realisierte sie architektonische Projekte in Deutschland, Italien, China und den USA. Die Projekte umspannen verschiedenste Maßstäbe: vom Möbel über Gebäude bis zu städtebaulichen Planungen. Zu ihren Bauten gehören soziale Einrichtungen, Kindergärten, Wohnprojekte, Bühnenbilder, Büro- und Ladendesign. Ihre fotografischen Arbeiten wurden unter anderem gezeigt in der Ausstellung Mies in Berlin am Museum of Modern Art MoMA in New York, in der Ausstellung In the Praise of Shadow auf der 10. Architektur-Biennale, kuratiert von Kurt W. Forster. Auf Einladung des Bauhaus Archiv Berlin nahm Kay Fingerle an der von Annemarie Jaeggi kuratierten Ausstellung und Auktion Support the Bauhaus teil. Arbeiten von ihr waren außerdem zu sehen in der Gruppenausstellung Futuruins des Museum Pallazzo Fortuny Venedig in Kooperation mit der Eremitage Sankt Petersburg. Sie lehrt an deutschen und internationalen Universitäten und Hochschulen und wurde 2017 in den deutschen Werkbund berufen.
sweet restore Berlin I corona dis-dancing Berlin sweet restore Berlin I corona dis-dancing Berlin | © Kay Fingerle

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