Buchpräsentation | Gespräch Hain – Geländeroman | Autorin Esther Kinsky im Gespräch mit Jerker Spits

Kreupelhout © Uitgeverij Pluim

Di, 11.02.2020

Goethe-Institut Amsterdam

Herengracht 470
Amsterdam

Literaturcafé

Über das Buch:
Hain – Geländeroman (niederländischer Titel: Kreupelhout), Übersetzung: Josephine Rijnaarts.

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin in Esther Kinskys Geländeroman. Alle drei führen sie nach Italien, doch nicht an die bekannten, im Kunstführer verzeichneten Orte, nicht nach Rom, Florenz oder Siena, sondern in abseitige Landstriche und Gegenden – nach Olevano Romano etwa, einer Kleinstadt in den Hügeln nordöstlich der italienischen Hauptstadt gelegen, oder in die Valli di Comacchio, die Lagunenlandschaft im Delta des Po, halb von Vögeln beherrschte Wasserwelt, halb dem Wasser abgetrotztes Ackerland. Zwischen diesen beiden Geländeerkundungen im Gebirge und in der Ebene führt die dritte Reise die Erzählerin zurück in die Kindheit: Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen die Erinnerungen an zahlreiche Fahrten durch das Italien der Siebzigerjahre auf, dominiert von der Figur des Vaters.
Esther Kinskys Streifzüge und Wanderungen – im Gedächtnis ebenso wie gehend oder fahrend in der Gegenwart – sind italienische Reisen eigener Art. Sie erkunden mit allen Sinnen äußeres Terrain und führen doch ins Innere, zu Abbrüchen der Trauer und des Schmerzes und zu Inseln des Trostes. Der einfühlsame, präzise Blick der Reisenden entlockt jedem Gelände, was eigentlich im Verborgenen liegt: Geheimnis und Schönheit.
 
"Auch wer schreibt, bewegt sich auf undefiniertem Gelände ... Esther Kinsky ist bisher vor allem als Lyrikerin und Übersetzerin hervorgetreten. Und vielleicht sind diese Nuancen der äusseren und inneren Landschaften nur einer Übersetzerin möglich, jemandem, der am Gewicht der Worte trägt und jeden Satz auf die Goldwaage legt, bis er so leicht wie eine Vogelfeder geworden ist."
– Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung

"[Hain] beeindruckt mit diesem bedingungslosen Existieren, mit einer Ziellosigkeit, die nicht deprimierend ist, sondern eine Form von Freiheit."
– Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

"Tatsächlich entwickelt Hain einen Sog, den man als Leser vielleicht von Wanderungen kennt, auf denen man die Orientierung verloren hat, wo es hinter einem kein Zurück mehr gibt und vor einem nur die Hoffnung auf ein Zeichen, irgendeinen Hinweis, der einen wieder auf die Spur bringt."
– Uwe Rada, taz. die tageszeitung
Esther Kinsky © Heike Steinweg Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren und lebt in Berlin. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen aus dem Polnische, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays und Erzählprosa, wurde sie vielfach ausgezeichnet.
 

Die Übersetzerin Josephine Rijnaarts wird auf Niederländisch Passagen aus Kreupelhout vorlesen.

Der niederländische Germanist Jerker Spits wird im Goethe-Institut Amsterdam mit Esther Kinsky über ihren Roman sprechen.
Spits schreibt über deutsche Literatur für Trouw und De Groene Amsterdammer und publizierte das Buch Staalhelmen en curryworst – Een Duitse cultuurgeschiedenis in 15 fenomenen (Verlag Van Oorschot, 2016).

In Zusammenarbeit mit Uitgeverij Pluim.

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