Podiumsdiskussion Die deutsch-französischen Kulturbeziehungen im Lichte des Ukrainekrieges – Eine Neubeurteilung des Narrativs?

Die deutsch-französischen Kulturbeziehungen im Lichte des Ukraine-Krieges – Eine Neubeurteilung des Narrativs? © Wikimedia Commons

Do, 12.05.2022

18:00

Goethe-Institut Amsterdam

Freundschaftsbrücke auf der deutsch-französischen Grenze zwischen Grosbliederstroff und Kleinblittersdorf

Mit Klaus Bachmann, Claire Demesmay, Hanco Jürgens, Nicolas Moll und Pierre-Frédéric Weber | Moderation: Nicole Colin

Bitte reservieren Sie über info-amsterdam@goethe.de.
Die positive Entwicklung der deutsch-französische Beziehungen nach 1945 wird oft als herausragendes historisches Vorbild dafür bezeichnet, wie es zwei ehemals tief verfeindete Nationen gelingen kann, nachhaltig intensive freundschaftliche Kooperationen auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene aufzubauen. Auch außerhalb von Europa stellt die Annäherung der beiden einstigen Erbfeinde für viele Länder, die sich in Konflikt mit anderen Staaten befinden, ein Symbol der Hoffnung dar. Nach dem Ende des Kalten Krieges avancierte die deutsch-französische Versöhnung so auch zum Orientierungspunkt für die Annäherung zwischen Ost und West.

Vor den Hintergrund des Ukrainekrieges erscheint die Idee einer Übertragbarkeit des Modells indes fraglich. Verweist der Versuch der Gleichsetzung der deutsch-französischen Erfahrungen auf den Ost-West-Konflikt nicht bereits auf eine gewisse westliche Ignoranz gegenüber den realen  Problemen der sich in Transformationsprozessen befindlichen östlichen Staaten? Sind die deutsch-französischen Beziehungen tatsächlich ein Modell oder doch eher eine Ausnahme?

Diskussionsteilnehmer:

  • Claire Demesmay ist Referatsleiterin "Interkulturelle Aus- und Fortbildung" beim Deutsch-Französischen Jugendwerk und assoziierte Forscherin des Zentrum Marc Bloch (Berlin) im Feld der Politikwissenschaft. Bis Sommer 2021 leitete sie das Programm Frankreich / Deutsch-Französische Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.
     
  • Nicolas Moll forscht als Historiker zu Themen der europäischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts und arbeitet insbesondere mit zivilgesellschaftlichen Akteuren aus West- und Südosteuropa im Bereich der Vergangenheitsbewältigung. Er koordiniert die Initiative Memory Lab – Trans-European Exchange Platform on History and Remembrance und ist Mitbegründer und Partner von Crossborder Factory (Berlin, Paris und Sarajevo).
  • Pierre-Frédéric Weber ist Historiker, Professor an der Universität Szczecin (Stettin) in Polen und französischer Honorarkonsul. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Geschichte der internationalen Beziehungen und der Nachkriegsprozesse in Europa im 20. Jahrhundert.
  • Klaus Bachmann ist Historiker sowie Politikwissenschaftler und Professor für politische Wissenschaften an der Uniwersytet SWPS (Universität für Sozial- und Geisteswissenschaften) in Warschau. Als Wissenschaftler und Journalist ist er Verfasser vieler Bücher und Artikel über deutsch-polnische und ukrainisch-polnische Beziehungen und Transitional Justice.
     
  • Hanco Jürgens ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Duitsland Instituut Amsterdam. Er studierte Geschichte in Utrecht und war Dozent für Geschichte an verschiedenen niederländischen Unis und Fachhochschulen. Jürgens beschäftigt sich mit der modernen Geschichte Deutschlands aus europäischer Perspektive.

Moderation:

  • Nicole Colin ist Professorin für Neuere deutsche Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Aix-Marseille und Honorarprofessorin an der Universität von Amsterdam. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Kulturtransferforschung und die deutsch-französische Kulturgeschichte.

Goethe-Institut Niederlande in Zusammenarbeit mit der Universiteit van Amsterdam (ACES, ARTES, Duitsland Instituut Amsterdam), dem Institut Français Pays-Bas und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk.

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