Film Karla

Karla © DEFA-Stiftung

Mi, 28.03.2018

Goethe-Institut Amsterdam

Herengracht 470
Amsterdam

East German Cinema

(DDR 1965)
Länge: 128 Min.
Regie: Herrmann Zschoche
Sprache Film: Deutsch mit engl. UT
Sprache Einführung: Englisch

Karla (Jutta Hoffmann), Pädagogikabsolventin, tritt voller Ideale ihre erste Stelle an. Sie möchte ihre Schüler zu kritischen, selbstständig denkenden Menschen erziehen, wird aber sehr bald von Direktor Hirte (Hans Hardt-Hardtloff), einem Altkommunisten, in die Schranken des Lehrplanes und der Grundsätze sozialistischer Erziehungsziele verwiesen. Ein Schüler meint den Direktor aus einem alten Foto in SA-Uniform erkannt zu haben und versucht ihn damit bloßzustellen. Auch Karla ist unsicher, muss aber klein beigeben, als sich herausstellt, dass das Foto von einer Laienspielgruppe des Jahres 1948 stammt. Ihre Beziehung zu dem "ausgestiegenen" Journalisten Kaspar (Jürgen Hentsch) ist der Schulbehörde ein weiterer Dorn im Auge. Karla wird schließlich an eine andere Schule versetzt.

Zur Zensurfassung:

Anfang Dezember 1965, noch vor dem 11. Plenum, deutete sich an, dass es mit Karla Probleme geben würde. Die anstehende Synchronisierung wurde zunächst verschoben, und sofort nach dem Plenum begann die Arbeit an einer Änderungskonzeption. Die junge Lehrerin Karla, die von sich wie von anderen kompromisslos Ehrlichkeit verlangt, sollte gebändigt werden, ihre Fehler einsehen, sich fügen. Schnitte, Nachdrehs und Dialogänderungen wurden diskutiert. Manche der vorgeschlagenen Eingriffe finden sich in einer erhalten gebliebenen Zensurfassung. Bereits Karlas furioser erster Auftritt, eine improvisierte Rede über ihr Verständnis des Lehrerberufs, wurde ihr genommen. Schuldirektor Ali Hirte, väterlicher Freund mit mehr Sympathie für Karlas Eskapaden als es seinem Amt geziemt, wurde zur distanzierten Autoritätsperson. Karlas Liebe zu Kaspar, einem Menschen mit unklarer gesellschaftlicher Haltung, durfte kein Happy End haben …
Die Zensurfassung ist ein Fragment, das Brüche und fehlende Zusammenhänge in der Handlung aufweist. Eine Fertigstellung blieb dem Film in seiner Zeit verwehrt. Erst 1990 konnte er in seiner ursprünglichen Form rekonstruiert und aufgeführt werden.
 

Mit einer Einführung des Filmexperten Jeffrey Babcock.

In Zusammenarbeit mit Jeffrey's Underground Cinemas.

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