Spaziergang | Diskussion | Präsentation Angeliki Diakrousi: Hunting Mosquitos

Angeliki Diakrousi: Hunting Mosquitos © Angeliki Diakrousi

Sa, 25.06.2022

14:30 - 19:00

Goethe-Institut Rotterdam

Investigating Sound Politics

► Registrierung Angeliki Diakrousi lädt ein zu einem Spaziergang zu öffentlichen Plätzen in Rotterdam, an denen Moskitoalarme installiert wurden. Anschließend findet  im Goethe-Institut Rotterdam ein öffentliches Gespräch der Künstlerin mit Vivien Butot, Martina Raponi und  Alex Zakkas statt. Bei dieser Gelegenheit wird Angeliki Diakrousi erste Ergebnisse ihres künstlerischen Forschungsprojekts vorstellen.
 
  • 14:30 Uhr: Beginn Spaziergang (Treffpunkt: Leeszaal Rotterdam West, Rijnhoutplein 3)
  • 17:00-19:00 Uhr: Öffentliches Gespräch mit Präsentation im Goethe-Institut Rotterdam

In ihrem Projekt Hunting Mosquitos erforscht Angeliki Diakrousi urbane Klangtechnologien und die sozialen und politischen Implikationen ihres Einsatzes. Exemplarisch untersucht sie dabei den "Mosquito Alarm", eine in Rotterdam an öffentlichen Plätzen eingesetzte Technologie, die mit hochfrequenten, nur für junge Menschen hörbaren und als sehr unangenehm erfahrenen Tönen Jugendliche nach Beschwerden von Anwohner*innen vertreiben soll. Der Einsatz der Geräte durch die Stadt Rotterdam in Zusammenarbeit mit privaten Firmen hat Diskussionen darüber ausgelöst, inwieweit diese gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gerichtete Technologie eine Diskriminierung und Verletzung von Menschenrechten darstellt. Selbst wenn die Diskussion um den Mosquito Alarm scheinbar offen geführt und die Entscheidungen über ihren Einsatz demokratisch getroffen werden, gibt es eine ungleiche Repräsentation im öffentlichen Dialog.

Ein Teilaspekt ihrer Studie gilt der Sprache und den bürokratischen Prozessen um die Installation der Geräte. Sie plant außerdem Gespräche mit lokalen Jugendlichen und Anwohner*innen darüber, wie sie die Einsatzorte nutzen und die durch die Geräte erzeugten Geräusche erfahren. Sie möchte die emittierten Audiofrequenzen sowie die sozialen, technologischen und politischen Konsequenzen der Mosquito Alarms untersuchen. In einem langsamen und empirischen Prozess wird sie anekdotische Evidenz sammeln und zur Diskussion stellen. 

Die Künstlerin entwickelt diese Arbeit auf Einladung der Kuratorin Linnea Semmerling. Eine Ausstellung ist für Ende 2022 bei TENT Rotterdam geplant. 

Die Künstlerin und Medienforscherin Angeliki Diakrousi (GR) beschäftigt sich mit der Politik des öffentlichen Raums und den Möglichkeiten digitaler Werkzeuge, Räume und Netzwerke. Sie erforscht die Spannungen und Dynamiken von digitalen und städtischen öffentlichen Räumen und bedient sich dabei techno-sozialer Praktiken. Ihre Arbeitsweise ist kollektiv und prozessbasiert. Sie studierte Architektur in Patras (GR) sowie Experimental Publishing am Piet Zwart Institute in Rotterdam. Ihre oft kollektiven Arbeiten wurden in verschiedenen internationalen Institutionen präsentiert.
Angeliki ist Mitglied der Kollektive Feminist Hack Meetings, Systerserver, Feminist Search Tools, WordMord und /ETC  und von Varia, einem Raum für die Entwicklung kollektiver Ansätze zur Alltagstechnologie in Rotterdam-Zuid.  Sie unterrichtete an der Willem de Kooning Academy in Rotterdam in den Fächern Bildende Kunst und Soziale Praktiken über kollektive Plattformen, Publishing und Broadcasting.   

Dieses Projekt wird unterstützt vom Creative Industries Fund NL. 

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