Patricia Westerholz

 

Musik: ©looperman.com „Chilla Acoustic Bass 1“ und © SerialChiller „Chilla Acoustic Bass 2“

TRANSCRIPT

Sinah: Kaffee oder Tee?
Patricia: Tee!

Sinah: Methodisch oder chaotisch?
Patricia: Eher methodisch.

 
Sinah: Nomadisch oder sesshaft?
Patricia: Nomadisch.
 
Sinah: M.C. Escher oder Piet Mondrian?
Patricia: Mondrian
 
Sinah: Straßburg oder Rotterdam?
Patricia: Oh das ist gemein – Beides! Aktuell natürlich Rotterdam.
 
Sinah: Warum sind Sie gerade nach Rotterdam gekommen?
Patricia: Ich hatte mich beworben und hatte innerhalb der Bewerbung Straßburg mit eingeführt. Man muss verstehen das Straßburg einen mittelalterlichen Stadtkern hat der komplett erhalten ist.
Im Zentrum die Kathedrale, unglaublich groß im Verhältnis zu den wirklich winzig wirkenden Häusern. Ganz eng, ganz enge Gassen und die Stadt ist praktisch umgrenzt von Wasser – wie eine Mauer sozusagen, man ist innen drinnen.
Rotterdam ist das komplette Gegenteil. Hoch. Modern. Wasser, überall. Von Umgrenzung kann gar nicht die Rede sein, das Wasser ist allgegenwärtig. Und es ist wahnsinnig modern.
Beides ist Europa, beides bedeutet mir sehr viel. Die Niederlande sind ja genau wie Frankreich unmittelbare Nachbarn zu Deutschland. Wir sind ja durch die Geschichte nicht immer sehr glücklich, meistens genau genommen eher unglücklich mit einander verbandelt. Fand ich wahnsinnig interessant.
Hier her zukommen, hier zu gucken was macht moderne Architektur mit einer Stadt, wie spürbar ist das denn für mich.
 
Sinah: Wie wichtig ist Kunst im öffentlichen Raum für eine Stadt?
Patricia: Enorm wichtig. Überhaupt nicht zu unterschätzen wichtig. Ich sehe das hier in Rotterdam auch auf einer Weise die ich so auch gar nicht gewöhnt bin, fällt mir so eigentlich nur Amerika ein – New York. Ich war dort auch als Residenz Künstlerin gewesen. Dort kann man auch sehr viel Kunst im öffentlichen Raum finden. In anderen Städten ist es nicht ganz so dicht würde ich sagen. In Straßburg konnte man auch, aber zum Beispiel in Dresden nimmt es langsam ein bisschen die Fahrt auf und nimmt zu. Viele Dinge sind temporär, auch meine eigenen Werke sind meistens temporär. Hier kann man doch sehr, sehr viel finden und es gehört einfach zu diesem Spirit dieser Stadt, dass Kunst einfach da ist. Sie ist da. Sie kann bestaunt werden. Sie kann angefasst werden. Man muss dafür nicht ins Museum gehen.
 
Sinah: Was haben Sie für Ihre Seit in Rotterdam geplant?
Patricia: Ich hatte mir hier tatsächlich überlegt Architekturzeichen zu finden und da drüber meine Schnitte weiterzutreiben und mich auch selbst zu hinterfragen.
Wo ist denn genau die Verbindung zwischen meinen Arbeiten draußen und meiner Arbeit drinnen? Ich musste aber nach der ersten Woche hier einsehen das es hier so viele Potenziale gibt die ich mir so gar nicht vorstellen konnte, dass ich hier mehr-strangig fahren möchte.
Und ein Strang tatsächlich ist Kunst Am Bau, ich bin hier dabei ein Projekt auszuarbeiten, was ich hier als Idee generiert habe und bin hier auch ganz gut dabei Kontakte zu knüpfen. Was übrigens 10-mal leichter geht als in Deutschland.
 
Sinah: Und der andere Strang?
Patricia: Das ist eine Idee die sich zwischen Tages- und Nacht Rhythmus einer Stadt, bzw. Rotterdam bewegt sich in Verbindung mit der Tide. Mit dem Wechsel des Meeres – Ebbe und Flut.
Ich greif dabei zurück auf eine Idee die ich schon einmal hatte, die ich aber überhaupt nicht realisieren konnte, das passt hier so gut her. Das hat mich sehr beglückt und das Ganze hat mich sehr beglückt.
Das Andere ist tatsächlich, das ich diese Idee von diesem Gefühl das ich aus der ersten Woche hier so stark bewegt hat, das Rotterdam einen sehr, sehr tollen Himmel und so ein unglaubliches Licht hat.
Und die Füllung, wie bei einem Sandwich, die Architektur ist. Und ein enormes Unterleben hat, weil man auf Sand ja gar nicht bauen könnte, würde man da Spezial Konstruktionen, die sehr weit in die Tiefe gehen, bauen.
Dieses Thema bin ich gerade dabei in meine Cut-Outs, in die Papierschichten zu verarbeiten.