Interview 5 plus 1 Musikvideo von Charlie Chaplin

Wie hat Ihre Arbeit Sie verändert? Welches Ereignis der Vergangenheit hat Sie besonders geprägt und wäre auch ein anderer Beruf denkbar gewesen?  In unserer Reihe fünf plus eins befragen wir Künstler und andere interessante Zeitgenossen.

Chefket ist ein deutsch-türkischer Rapper und Sänger. Der 1981 in Heidenheim an der Brenz geborene Rapper veröffentlichte 2003 sein erstes Debütalbum Chef-Ket. Danach folgten noch zwei weitere: Einerseits Andererseits (2009) und Nachtmensch (2015). Chefket hat bereits mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet, darunter Samy Deluxe, Marteria und Culcha Candela.
 

1.  Sie sind der selbst erklärte „glücklichste Rapper der Welt“. Wer oder was macht Sie so glücklich und sind alle anderen Rapper weniger positiv eingestellt?

Wenn einem die Welt nicht egal ist, kann man gar nicht wirklich glücklich sein. Aber als Musiker bin ich glücklich, da ich inzwischen mit meiner Musik viele Leute erreiche. Dank dem Goethe-Institut kann ich außerhalb der deutschsprachigen Länder reisen. Ich toure mit meiner fünfköpfigen Band durch Europa. Irgendwie verrückt, oder? Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und wollte immer Musik machen und heute sind wir in Oslo und ich gebe Interviews. 

2. Man sagt, Sie würden sich auch oder vor allem an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen können. Welcher alltägliche Moment hat bei Ihnen heute schon Glücksgefühle geschürt? 

Es freut mich, dass du so gut recherchiert hast. Ich mag einfach freundliche Menschen. In Wales habe ich jemanden nach dem Weg gefragt und er hat mir alle Möglichkeiten genannt, wie ich ins Zentrum komme, wieviel der Bus kostet, und dass ich am besten passend bezahlen soll, weil es kein Rückgeld gibt. Hat uns allen noch einen schönen Tag gewünscht. Alles, was er gesagt hat, hat gestimmt. Aber ich glaube, die Leute in Wales sind alle so. Ich habe keinen Menschen getroffen, der unfreundlich war.

3. Mit welchem Künstler – egal ob Rapper oder nicht, realisierbar oder völlig unmöglich – würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten? Und warum?

Wenn Charlie Chaplin ein Musikvideo für mich drehen würde, wäre das wunderschön.

4. Welches war der erste deutsche Rap-Song, den Sie bewusst wahrgenommen haben und der sie inspiriert hat?

Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte von Freundeskreis.

5. Sie sind nach eigener Angabe trilingual aufgewachsen: „deutsch, türkisch, Rap“. Das müssen Sie erklären. Welche neuen Ausdrucksmöglichkeiten bietet Ihnen die Sprache „Rap“? 

Erst war es ein Mix zwischen Türkisch und Deutsch und irgendwann kam in der Schule Englisch hinzu. Mit Rap kann man alles miteinander vereinen. Und wenn ich mich als Mensch zum Besseren entwickle, verbessert es auch die Musik, die ich mache. Also falls ich mal schlechte Musik machen sollte, weißt du woran das liegt.

+1: Welchen anderen Beruf hätten Sie ebenfalls gerne ausgeübt, wenn Sie nicht Musiker geworden wären?

Ich hatte mich bereits mit 14 dafür entschieden. Falls es irgendwann etwas geben sollte, das mir mehr Freude bereitet als Musik, dann mache ich genau das.