Berlinale-Blogger 2017 Vanillas Gewaltrausch

Tiger Girl
Tiger Girl | Foto: ©2017 Constantin Film Verleih GmbH / Fogma

Improvisierte Szenen, schnelle Schnitte und punktueller Einsatz von elektronischer Musik: Jakob Lass „Tiger Girl“ ist ein alter Ego-Film à la „Fight Club“. Eine Berliner Antwort auf „Kill Bill“ mit durchaus eigener Identität.

Im Mittelpunkt steht die Freundschaft zwischen zwei Frauen – der wilden Tiger, Parkwächterin und Meisterdiebin, und der netten Margarete, die eine Ausbildung als Security-Kraft begonnen hat.
 
Das Taxi, das Margarete und ihren potenziellen Liebhaber nach Hause fahren soll, braust ohne ihn los. Am Steuer: Tiger.
In einem ästhetisch schön geschnittenem Kampf, verprügelt Tiger vier Aggressoren, die gerade Margarete in der U-Bahn sexuell belästigen.
Als die Männer Oberhand gewinnen, rollt deren Baseballschläger vor Margaretes Füße. Sie schlägt zu. Vanilla the Killer ist geboren.
Ekstatisch feiern die beiden Frauen ihren Sieg über die Angreifer.
 
Humorvoll und charmant bringt Tiger ihrer neuen Freundin bei sich zu behaupten.
In geborgten Uniformen durchsuchen sie Passanten. Sensibel eingesetzte Zeitraffer erinnern daran wie schöne Zeit im Flug vergeht. Doch Vanillas Gewaltrausch verselbstständigt sich. Sie zieht ohne Tiger, mit zwei Kumpels los. Die Konstellation erinnert an Beate Zschäpe in der NSU-Vereinigung.
  Tiger Girl Tiger Girl | Foto: ©2017 Constantin Film Verleih GmbH / Fogma
In der letzten Einstellung des Filmes, sitzt Vanilla am Steuer des Streifenwagens, der Tiger aufs Revier bringen soll, und braust davon. Die Anfangs Sequenz ist gespiegelt.
Berauscht entlässt mich Jakob Lass’ dritter Langfilm in die Berliner Nacht.