Berlinale Blogger 2017 Energie, Gedanken und Emotionen

Beuys
Foto: © Berlinale

Andres Veiels’ Dokumentarfilm BEUYS zeigt den Künstler als Vorreiter und Popstar unter den institutionellen Kritikern. Leider wird die Fluxus Bewegung mit Yoko Ono, Valie Export oder Marina Abramovic in dem Film nicht erwähnt.
 

 Dabei dreht sich in Beuys Arbeiten alles um fließende Energie und deren Austausch. So verwendet er bevorzugt leitende und sich verändernde Materialien wie z.B. Kupfer, Wachs, Fett und Honig. Aber auch bei der von Beuys geprägten sozialen Plastik fließen Energie, Gedanken und Emotionen zwischen ihm und dem Publikum hin und her.
 
Nachdem er den Kunstbegriff sehr erfolgreich erweitert hat, versucht Beuys den Begriff Politik zu erweitern. Der Begriff Politik wie er jetzt ist, verhindert echte Veränderung. Schon damals kritisiert er mit aller Schärfe unser Wirtschaftssystem und fordert mit einer 90 minütigen Tonaufnahme: Noch 2425 Tage bis zum Ende des Kapitalismus! Er beteiligt sich maßgeblich an der Gründung der Partei Die Grünen, wird jedoch bei Einzug in den Bundestag von seinen Parteigenossen nicht zur Wahl aufgestellt. Eine herbe Enttäuschung für den Künstler dessen Kunstform der Austausch von Ideen und die Erzeugung von Energie durch Reibung ist, die die Welt verändern soll.
 
Es ist toll zu erleben wie Joseph Beuys auch noch 30 Jahre nach seinem Tod den vollen Saal des Zoo Palastes mit positiver Energie füllt. Wenn er in den verschiedensten Situationen lachend JAAAA von der Leinwand ruft bevor er widerspricht oder provoziert, lachen wir alle schallend mit.