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Climata: Kann man den Klimawandel hören?

Wie sehr nehmen wir die Geräusche wahr, die uns umgeben? Sound beeinflusst unsere Umwelt informiert uns gleichzeitig über sie. Es ist das verbindende Element in dem internationalen Residenzprojekt CLIMATA, entwickelt von Soundkünstler Lasse-Marc Riek, dem Goethe-Institut, PRAKSIS, NOTAM und dem Technischen Museum Oslo.
 

Climata residency programme© PRAKSIS

Das Projekt

Der deutsche Soundkünstler Lasse-Marc Riek erforscht die Klangwelten von Stadt und Natur mit akustischen Aufnahmen und lenkt damit die Aufmerksamkeit hin zur Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt und ihre Veränderungen durch (Hin-)Hören genauer wahrzunehmen.
Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation PRAKSIS entstand die Idee, basierend auf Rieks Forschungsfeld ein internationales Projekt zu gestalten, das folgende Fragen zu beantworten versucht:

  • Was sagen uns Geräusche über Veränderungen in der Welt und unsere Zukunft?
  • Welche Effekte haben menschengemachte Klanglandschaften auf Biodiversität und Klima?
  • Wie lässt sich der ökologische Wandel darstellen, um Menschen zu mehr Nachhaltigkeitsbewusstsein zu animieren? 
Sieben Künstler*innen aus Norwegen, Peru, Pakistan und Belgien werden gemeinsam mit Lasse-Marc Riek in den nächsten Monaten nach Antworten suchen.
 

Die Teilnehmer*innen

Die norwegische Soundkünstlerin Siri Austeen beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Sound, Ort und Identität, insbesondere der Überschneidung von auditiver und visueller Kunst. Ihr Interesse in prozess-orientierter Kunst und experimentellen Stimmtechniken in den frühen 1980er Jahren bildete die Grundlage zur Verwendung zeitbasierter Medien wie Sound. Heute liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Wirkung verschiedener Hörstrategien auf die Wahrnehmung unserer Realität und die persönliche Erfahrung eines investigativen und sensorischen Selbst. Die Beziehungen zwischen individuellen, kollektiven und ökologischen Strukturen spielen dabei eine wichtige Rolle.
 
Sound und der Akt des Zuhörens korrelieren mit dem Lauf der Zeit und damit, wie sie verbracht wird. In Austeens laufendem Projekt Sonic Propagation verwendet die Künstlerin verschiedene Übertragungstechnologien und physische Materialien um Sound zu übermitteln und verformen, wie beispielsweise mit hauchdünnen Membranen. Durch die Fälschung der Aufnahmen werden auch Ort und Realität verzerrt. Ihr künstlerisches Schaffen ist vielfältig; sie kreiert Außenaufnahmen, standortspezifische Installationen, Projekte mit externen Teilnehmer*innen, Musikproduktionen und Performances.
Momentan ist Austeen involviert in South North Sound Exchange, ein in Auftrag gegebenes Kunstprojekt der Sørumsand High School. Der realitätsbasierte Audio-Workshop ist ein Gemeinschaftsprojekt mit nordischen Soundkünstler*innen.
 
Sarah Kazmi ist interdisziplinäre Künstlerin, Schriftstellerin und Forscherin. Mit Essen als künstlerisches Medium betreibt sie anthropologe Aktionsforschung in ihrem täglichen Umfeld. In ihrem Doppelleben mit zwei Beschäftigungen, Barfrau und Künstlerin, untersucht sie sozio-politische Wandel in persönlichen und gemeinschaftlichen Aktivitäten.
 
Mithilfe von Texten, Audioaufnahmen, Live-Lesungen, Installationen und Bildformaten erforscht Kazmi den Kreislauf von Essen, seine Funktion in Kommunikation und Wissen, seine Bedeutung in unserem alltäglichen Leben und der Konsumkultur.
Das laufende Projekt O.K.R.A. (Oslo Kitchen Radio Archive) ist eine Langzeitstudie mit dem Landschaftsarchitekten Miles Hamaker und dokumentiert mithilfe von audiovisuellen Methoden die wachsende Gentrifizierung und ihre zwangsläufige Auswirkung auf die existierenden Gemeinschaften in Zentral-Ost Oslo.
 
Kazmi schloss kürzlich ihr Masterstudium ab in Kunst und Öffentlichkeit an der Nationalen Kunsthochschule in Oslo. Sie wurde zum Mitglied gewählt der achten Sitzung der RAW Akademie mit dem Titel Tour de Table.
Außerdem wirkt sie mit beim HUMAN Documentary Film Festival 2020 und dem Food Art Film Festival der Jan Van Eyck Akademie. Sie lebt und arbeitet in Oslo.
 
Maria Wang Kvalheim (NO) studierte an der norwegischen Theaterakademie und arbeitet nun im Bereich der akustischen Szenographie. Ziel ihrer Arbeit ist es, das akustische Potential von architektonischen Räumen darzustellen. Sie interessiert sich für die Verbindung von Bewegung und Raum und wie sensorische Werke die Bewegung des Publikums beeinflussen.
 
Kvalheim arbeitet zusammen mit dem Theater Netzwerk Dresden Fachbetrieb Rita Grechen
2020 initiierte sie einen digitalen Schriftstellerkreis, in dem Texte geteilt und von anderen Mitgliedern weiterverarbeitet werden können. Die Website entstand aus einem Workshop des Projektes Piece of Silence des Theater Netzwerks.
 
Margrethe Iren Pettersen (NO) ist Floristin, hat einen BA der Academy of Contemporary art in Tromsø und einen MFA in Art and Public Space von der Oslo National Academy of the Arts. 
In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit investigativen Ökosystemen und deren Komplexität. Sie lenkt die Aufmerksamkeit zu den Eigenschaften und den koexistierende Leben von Pflanzen und Organismen verschiedener Herkunft.
Ihr Ziel ist es, die moderne Trennung von Kultur und Natur aufzuheben.
Pettersens Wurzeln in der Samikultur und die Tradition der mündliche Weitergabe von Wissen beeinflussen sie aktuell in ihrem Forschungsfeld.
Lasse-Marc Riek (DE) nutzt Außenaufnahmen, um akustische Ökologie, Bio-Akustik und Soundscapes zu dokumentieren und erforschen. Seit 1997 arbeitet er selbstständig, initiiert Austellungen und Konzerte, veröffentlicht seine Aufnahmen und bietet Lesungen und Workshops an. Seine Austellungen finden in Gallerien, Kunstmuseen, Kirchen und Universitäten statt. Über Rieks Arbeit wurde in den öffentlichen Medien berichtet, mitunter in Radiosendern.
 
Riek nahm bereits an Residenzprogrammen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika teil. Er hat 2001 gemeinsam mit Roland Etzin das Label Gruenrekorder gegründet, eine Plattform für Klanglandschaften, Feldaufnahmen und elektroakustische Kompositionen von internationalen Künstler*innen und Wissenschaftler*innen.
 
Mehr Informationen zu Lasse-Marc Riek auf seiner Website: 
www.lasse-marc-riek.de
 
 
Elly Stormer Vadseth (USA/NO) ist Multi-Media-Künstlerin, Wissenschaftlerin und Pädagogin. Sie pendelt zwischen einer Halbinsel im Oslofjord und Boston, USA. Vadseth beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen menschlicher und natürlicher Ökologie. Der menschliche Körper spielt für sie dabei eine große Rolle, in Performances, zeitgenössischem Tanz, Video, Installation, Sound und Fotografie tastet sich Vadseth an das Thema heran.
Sie hat einen MFA der School of the Museum of Fine Arts der Tufts University.  

Jüngste Ausstellungen/ Vorführungen/ Projekte:
Spectra festival ( 2019 SCT), Laboratory For Aesthetics and Ecology, M/Others and Future Humans, (2019-, DK), Henie Onstad Contemporary Art Center (2019, NO), Factory Light, (2019, NO), Difrazioni (2019,IT), Adelson Gallery, Boston (2019,USA), The Museum of Fine Arts, Boston (2019, USA), Mountain Time Arts, Bozeman Montana ( 2018) and Open Out Festival in Tromsø (2018,NO)
 
Seit fast 10 Jahren untersucht der Anthropologe Gustavo Valdivia (PE) die Auswirkung des Menschen auf das Hochgebirge der Anden in Peru. Seine Basis ist der Quelccaya, der größte Gletscher in tropischen Regionen der Welt. Dort nähert er sich mit Theorie und Praxis den Geschehnissen an, bei denen die Natur das Verständnis und die Kontrolle des Menschen herausfordert, und liefert fundierte ethnografische Forschungsergebnisse.
Das Projekt entstand während seines Ph.D Studiums an der anthropologischen Fakultät der John Hopkins University und entwickelte sich zu einer Langzeitstudie: Valdivia arbeitete zusammen mit indigenen Alpakahirten, assistierte fünf wissenschaftlichen Expeditionen, die dem Gipfel Eisproben entnahmen, wirkte in der Dokumentationsserie Frozen Planet des BBC mit und trug ein Kapitel zu der wissenschaftlichen Intergovernmental Panel on Climate Change’s (IPCC) Sixth Assessment Report (AR6) bei.
 
Gemeinsam mit dem experimentellen Musiker Tomas Tello aus Portugal gründete Gustavo 2014 das Kollektiv Sonic Melting. Sie produzierten eine Reihe von Feldaufnahmen des schmelzenden Eis des Quelccaya. Diese Aufnahmen erzählen auf akustische Weise die Begegnung Valdivias mit dem Gletscher. Sie bilden einen alternativen Ansatz zu der Komplexität des menschlichen Einflusses; einen, der nicht auf den visuellen Aspekt beschränkt ist. Seine Arbeiten mit Sound schließen Kollaborationen mit verschiedenen Soundkünstler*innen ein, wie Stuart Hyatt, Kaitlyn Aurelia Smith, Gazelle Twin oder Mary Lattimore. Motherboard-Vice, The Wire Magazine Glacier Hub und andere Medien berichteten.


 
Geraldine Vanspauwen (BE) hat kürzlich ihr Studium in Kunst und Philosophie an den Universitäten Brüssel, Oslo und Gent abgeschlossen. Sie schrieb über Themen wie visualisierter Sound, politischer Philosophie, Religion, Lyrik und Sprache. Im Moment kuratiert sie lyrische Veranstaltungen als Teil des offenen und unabhängigen Verlagskollektiv BRAAK. Zusammen sind sie überzeugt von der Kraft des gesprochenen und geschriebenen Wortes und arbeiten an einer kontemporären Plattform für Lyrik und Gedanken. Ihr aktuelles Forschungsinteresse liegt in der Poetik von Lärm und Sound, der fließende Übergang des Klangs von Materialität zur Magie, mit Einbezug der Natur, Gesellschaft und dem Heiligen. 
Sie schreibt und arbeitet mit Musik in Brüssel.
 

  • Siri Austeen ©Siri Austeen
    Siri Austeen
  • Geraldine Vanspauwen ©Geraldine Vanspauwen
    Geraldine Vanspauwen
  • Gustavo Valdivia ©Gustavo Valdivia
    Gustavo Valdivia
  • Margrethe Iren Pettersen ©Margrethe Iren Pettersen
    Margrethe Iren Pettersen
  • Elly Stormer Vadseth ©Elly Stormer Vadseth
    Elly Stormer Vadseth
  • Maria Wang Kvalheim ©Maria Wang Kvalheim
    Maria Wang Kvalheim
  • Sarah Kazmi ©Sarah Kazmi
    Sarah Kazmi

Projektaufbau

Ursprünglich waren für das Residenzprogramm zwei zweiwöchige Treffen in Oslo geplant, aufgrund der COVID-19 Pandemie wird nun der erste Teil des Projekts online durchgeführt. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, die Entwicklung des Künstleraustauschs mit zu verfolgen und ihre Ergebnisse im Oktober in Oslo zu sehen und diskutieren!
 
Mehr Informationen zu kommenden Veranstaltungen finden Sie auf der PRAKSIS Facebook Seite.
 
1.Teil: Digitale Einleitung und Recherchen 
30. April 2020 – 1. Oktober 2020

 
Mehrere intensive Sitzungen auf der Plattform Zoom ermöglichen den Künstler*innen ihre Arbeiten vorzustellen und Ideen mit einem internationalen Publikum auszutauschen. Ziel dieser Treffen ist die Definition der Schwerpunkte des Residenzprogrammes, bereits bestehende Arbeiten aus dem Bereich Field Recording zu untersuchen und mögliche Richtungen, Intentionen und Methoden zu diskutieren. Der Dialog wird in regelmäßigen Treffen bis September andauern.
   

1. September Mikel R. Nieto; Öl und Klima
9. September Gespräch: Annea Lockwood und Leah Barclay; Zeitgeschichte und Wandel von Flüssen (Aufnahmen/Projekteinführung und anschließende Diskussion)
15. September Budhaditya Chattopadhyay; Die Dekolonisierung von Sound-Objekten und auditive Kulturen des Globalen Südens
29. September Hildegard Westerkamp; Modifikation von Aufnahmen im Zusammenhang mit Erfahrungen im Bereich field recording 


2. Teil: Implementation und Ergebnisse, Oslo
Ankunft 5. Oktober 2020 – Abfahrt 17 Oktober 2020

 
Die Künstler*innen treffen sich endlich in Persona um ihre Ergebnisse zu diskutieren und auszustellen. Mögliche Formate hierfür könnten sein: Interviews, Soundcollagen oder Kompositionen, Visualisierungen, Performances, Aktionen im urbanen Raum und mehr.
 

Praksis

Länderübergreifender Austausch ist lebensnotwendig für kreative Arbeit und kulturelles Verständnis. Leider ist dieser nicht immer gegeben.
 
Die gemeinnützige Organisation PRAKSIS wurde 2015 von dem Künstler Nicholas John Jones gegründet, um diesem Problem entgegenzuwirken. 

Mehr Informationen auf der Website PRAKSIS.

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