European Kiosk Norway

Collage mit Titelbildern der Eurozine Partnerzeitschriften Collage: ©Goethe-Institut Norwegen; Titelbilder: ©Eurozine

Europäischer Zeitgeist im Austausch

Das Projekt European Kiosk Norway fördert den Austausch von Kulturmagazinen in Europa. Das Goethe-Institut Norwegen bietet zusammen mit der Organisation Eurozine und der Zeitschrift Vagant dazu einen physischen und digitalen Raum, in dem Essays und Artikel einem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden. Diese werden ins Norwegische übersetzt und von in Norwegen lebenden europäischen Kulturschaffenden in einer Veranstaltungsreihe diskutiert und weitergedacht. 

Kulturjournalismus als eigenständige literarische Form hat seit langem einen festen Platz in der Gesellschaft und kann eine Brücke zwischen dem Lokalen und Globalen bilden.
Die Vielfalt des europäischen Kontinents spiegeln auch Kulturmagazine wieder. Sie bieten den Herausforderungen und Fragestellungen unserer Zeit eine Plattform für Reflexionen, jenseits von tagespolitischer Berichterstattung und Klickzahlen. Doch gleichzeitig sieht nicht nur auf Grund von Corona die wirtschaftliche und politische Lage von Kulturzeitschriften an vielen Orten des Kontinents alles andere als rosig aus: Demokratische Werte wie freie und kritische Meinungsäußerung stehen unter Beschuss, während finanzielle Unterstützung oft zurückgefahren wird und Druckerzeugnisse mit einer Vielzahl an digitalen Gratisangeboten konkurrieren müssen.

Norwegen kann in vielerlei Hinsicht als europäisches Randgebiet gesehen werden und ist nichtsdestotrotz auch neue Heimat und Wirkstätte für viele aus dem europäischen Ausland, die das norwegische Kulturleben bereichern. Das Anliegen des European Kiosk Norway ist es deshalb, norwegische und andere europäische Perspektiven zu eröffnen und zusammenzuführen und somit europäischen „Raum“ in Norwegen zu schaffen. Gleichzeitig soll europäisch-nationaler Kulturjournalismus einem breiteren und internationalen Publikum zugänglich gemacht werden. Dies geschieht auf vielfältige Weise:

  • Eine Auswahl europäischer Kulturzeitschriften steht in ihrer Originalform, als Printprodukt, in unserem Institut in Oslo zum Lesen und Blättern zur Verfügung
  • Ausgewählte Artikel können in übersetzter Form am Ende dieser Seite online gelesen werden
  • In Norwegen lebende europäische „Expats“ präsentieren in kurzen Videos eine Zeitschrift und einen Artikel aus ihrem Heimatland
  • Ein vorerst rein digitales Diskussionsformat bringt Stimmen aus Norwegen und einem weiteren europäischen Land zu einem Thema zusammen

Veranstaltungen

Das erste Gespräch zu unserer Veranstaltungsreihe des European Kiosk Norway stand unter dem Motto "Norwegen trifft die Niederlande". Unsere Gäste, darunter Astrid Korporaal, Sadiah Boonstra, Ida Roland Birkvad und Joar Nango, gaben bei der Auftaktveranstaltung interessante Einblicke in norwegische und niederländische Perspektiven.

SPUI 25

Kulturschaffende präsentieren ausgewählte Artikel aus europäischen Kulturmagazinen

Weitere Artikel

Teilnehmende Kulturmagazine

Das dänische Magazin Atlas veröffentlicht seit 2010 viermal jährlich zu aktuellen Themen der Kultur und Gesellschaft. Sein Ziel ist es eine Alternative zur schnelllebigen Medienwelt anzubieten und experimentiert mit verschieden Stilen und Herangehensweisen des Journalismus.
Webseite: http://atlasmag.dk
Die erste Auflage der Blätter für deutsche und internationale Politik erschien im Jahr 1956. Die Zeitschrift erscheint unabhängig und ist die größte politisch-wissenschaftliche Monatszeitschrift im deutschen Sprachraum. Ihr Ziel ist die Förderung der politischen Diskussion.
Webseite: www.blaetter.de
 
Die polnische Zeitung Czas Kultury, auf Deutsch „Zeit der Kultur“, wird seit 1985 veröffentlicht. Gegründet und geprägt durch die damals aufstrebende Literaturbewegung, ist sie mittlerweile eine zuverlässige soziokulturelle Zeitschrift, die sich mit Kunst, Kultur und aktuellen Angelegenheiten befasst.
Webseite: www.czaskultury.pl
De Nederlandse Boekengids oder The Dutch Review of Books wurde im Sommer 2015 gegründet und ist das niederländische Äquivalent der New York and London Reviews und der TLS. Sie bietet Rezensionen und ausführliche Rezensionsaufsätze, die sich an der Schnittstelle zwischen akademischer Wissenschaft, Kunst und Kultur positionieren.
Webseite: www.nederlandseboekengids.com
 
Der französische Esprit beschäftigt sich seit 1932 mit dem aktuellen Zeitgeschehen. Das Nachrichtenmagazin arbeitet unabhängig und bietet Philosoph*innen, Historiker*innen, Soziolog*innen, Schriftsteller*innen und Journalist*innen eine Bühne, um sich an zeitgenössischen Debatten zu beteiligen.
Webseite: www.esprit.presse.fr
 
Glänta, auf Deutsch „Lichtung“, ist eine schwedische Kulturzeitschrift, die seit 1993 vierteljährlich veröffentlicht wird. Sie vermischt politische und philosophische Essays, Fiktion, Poesie und Kunst – manchmal innerhalb eines thematischen Rahmens, manchmal nicht.
Webseite: www.glanta.org
Der tschechische Host wurde erstmals 1985 publiziert. Seine Vorläufer wurden allerdings bereits seit den 1920ern in der damaligen Tschechoslowakei als „Samsidat“ Zeitungen veröffentlicht und wurden später verboten. Aktuell erscheint das Magazin zehnmal jährlich und zielt darauf ab aktuelle Informationen sowohl über die tschechische als auch über die internationale Literaturbühne bereitzustellen.
Website: https://casopishost.cz
Il Mulino, zu Deutsch „die Mühle“, wurde im Jahr 1951 im italienischen Bologna gegründet. Wie der Untertitel „Kultur- und Politikjournal“ verrät, werden soziale Themen aus politischer als auch aus kultureller Sicht behandelt. Ziel ist die Kombination traditioneller Analysen mit Vorschlägen für Veränderung und Erneuerung.
Webseite: www.rivistailmulino.it
Im Jahr 1947 gegründet, erscheint der deutsche Merkur monatlich und präsentiert eine klassische Kulturzeitschrift. Themen aus Politik und Kultur-Ästhetik werden behandelt und in Beziehung zueinander setzt.
Webseite: www.online-merkur.de
Das aus dem Vereinigten Königreich stammende Magazin New Humanist kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es geht bis auf das Jahr 1885 zurück, in dem Charles Watts den “Watt’s Literary Guide” gründete, um säkulare Sichtweisen zu verbreiten. Über die Jahre entwicklete es sich zum aktuellen Magazin. Heute beschreibt es sich als Zeitschrift für Rationalismus, Humanismus und freies Denken, das gegen Irrationalismus kämpft.
Webseite: https://newhumanist.org.uk/
Das walisische Magazin O’r Pedwar Gwynt besteht seit 2016 und bedeutet auf Deutsch "Angesichts der vier Winde". Inspiriert wurde es von der London Review of Books. Ziel ist es, walisische Anliegen immer in einen breiteren Kontext zu stellen und gleichzeitig die Ideen der Welt aus walisischer Sicht zu diskutieren.
Webseite: https://pedwargwynt.cymru
Razpotja, auf Deutsch „Kreuzung“, ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift in slowenischer Sprache. Sie zielt darauf ab eine informierte öffentliche Diskussion über Fragen von allgemeinem Interesse zu fördern. Es wurde 2010 gegründet und hat sich zu einem der führenden kulturellen und intellektuellen Magazine in Slowenien entwickelt.
Webseite: www.razpotja.si
Rekto:Verso erscheint seit 2003 und ist eine freie belgisch-flämische Zeitschrift, die online und in gedruckter Form erscheint. Sie bietet gesellschaftliche Kommentare aus Sicht von Kunst und Kultur. Unter dem Motto „Die Situation ist kritisch“ werden aktuellen Diskussionen im kulturellen Bereich gefördert.
Webseite: www.rektoverso.be
 
Das erste Mal wurde das portugiesische Magazin Revista Crítica de Ciências Sociais im Jahr 1978 veröffentlicht. Als kritische Zeitschrift bietet sie Personen, die auf unterschiedliche Weise mit Lehre und Forschung verbunden sind, Diskussionen, Informationen und Orientierung in den Sozial- und Geisteswissenschaften.
Webseite: https://journals.openedition.org/rccs/
Samtiden ist Norwegens größte Kulturzeitschrift. Im Jahr 1890 gegründet, ist sie auch die älteste in Skandinavien. Neue und bereits etablierte Autor*innen analysieren und diagnostizieren gemeinsam unsere heutige Zeit anhand von Trends und Tendenzen.
Webseite: www.samtiden.no
Im Jahr 2009 gegründet, veröffentlicht die ukrainische Zeitschrift Spilne, auf Deutsch „Verbeitet“, nicht nur, um Informationen bereitzustellen, sondern auch um Veränderung herbeizuführen. Sie begreift es als ihre Aufgabe, die soziale Realität in der Ukraine und in der Welt zu analysieren und dabei verständlich zu bleiben.
Webseite: https://commons.com.ua/en/
Die norwegische Vagant ist eine Zeitschrift über Literatur, Kunst, Film und Ideen, die im Jahr 1988 gegründet wurde. Die Printausgabe erscheint viermal im Jahr und enthält ausführliche Essays, Rezensionen, Interviews und einem Diskussionsabschnitt.
Webseite: www.vagant.no
Die monatlich erscheinende, estnische Kulturzeitschrift Vikerkaar veröffentlicht seit dem Jahr 1986. Vikerkaar berichtet über Entwicklungen in der estnischen Literatur. Neben Gedichten und Belletristik enthält jede Ausgabe Essays, Interviews, Buchbesprechungen und eine Auswahl von Werken zeitgenössischer estnischer Künstler*innen.
Webseite: www.vikerkaar.ee
Das österreichische Wespennest erscheint seit 1969. Das Magazin wird halbjährlich veröffentlicht und bietet Texte international renommierter Autor*innen, sowie interessante literarische Neuentdeckungen.
Webseite: www.wespennest.at

Über das Projekt

Das Projekt Eurozine Kiosk Norway ist eine Zusammenarbeit des Goethe-Instituts mit Eurozine und Vagant. Eurozine ist ein Netzwerk europäischer Kulturzeitschriften mit Sitz in Wien. Mit über 90 Partnerzeitschriften bringen sie eine Vielzahl europäischer Akteure zusammen und setzen sich für die Verbreitung von hochwertigem und heterogenem Kulturjournalismus ein. Darüberhinaus arbeitet Eurozine auch redaktionell als Online-Magazin. Vagant ist seit der ersten Ausgabe 1988 eine der wichtigsten und etabliertesten Literatur- und Kulturzeitschriften in Norwegen und ganz Skandinavien mit Redaktionen in Bergen, Kopenhagen und Berlin.


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