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14:00–14:50 Uhr

Zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein

Gespräch mit Jehona Kicaj und Dmitrij Kapitelman |Norwegisches Literaturfestival 2026

  • Cafeen, Kulturhuset Banken, Lillehammer

  • Sprache Englisch

Dmitrij Kapitelman © Paula Winkler_2024

Gesicht von Jehona Kicaj und Dmitrij Kapitelman © Carl Philipp Roth, Paula Winkler OSTKREUZ

Das Literaturfestival in Lillehammer setzt in diesem Jahr die europäische Literatur in den Fokus. Wir freuen uns auf unsere gemeinsamen Gäste aus Deutschland: Jehona Kicaj und Dmitrij Kapitelman. In ihren Büchern thematisieren sie Erfahrungen von Migration und Flucht und erkunden, wie Zugehörigkeit immer wieder neu ausgehandelt wird.

Über das Gespräch 

Ihre Literatur stellt die Frage, wie man sich in Gesellschaften bewegt, die oft eindeutige Antworten darauf verlangen, wer man ist und wo man herkommt. In dem Gespräch Zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein (Å høre til, og ikke helt) treffen sich Jehona Kicaj und Dmitrij Kapitelman, um darüber zu sprechen, wie Sprache zugleich Heimat und Entfremdung sein kann und wie Loyalitäten gegenüber Familie, Nation und Geschichte entstehen, aber auch brechen können.

Im Gespräch wird thematisiert, wie literarische Formen genutzt werden können, um Identitäten zu hinterfragen, neu zu schreiben oder sich ihnen zu entziehen, besonders dann, wenn andere versuchen, diese Identitäten festzulegen. Eine Veranstaltung über das Ringen um Selbstbestimmung, die Kraft des Erzählens und das vielschichtige Gefühl, gleichzeitig dazuzugehören und doch nicht ganz.

Mitwirkende

  • Jehona Kicaj (geb. 1991 im Kosovo) wuchs in Göttingen auf und studierte Philosophie, Germanistik sowie Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Hannover. Nach mehreren wissenschaftlichen Veröffentlichungen publiziert sie seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie Und so blieb man eben für immer. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder (2023). Ihr Roman ë markiert ihr literarisches Debüt.

  • Dmitrij Kapitelman (geb. 1986 in Kiew) kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie als sogenannter Kontingentflüchtling nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte anschließend die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein vielbeachtetes literarisches Debüt Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, für das er mit dem Klaus‑Michael‑Kühne‑Preis ausgezeichnet wurde. Es folgte 2021 der Roman Eine Formalie in Kiew, der mit dem Family Novel Book Prize der Ravensburger Verlag Stiftung prämiert wurde. Sein Roman Russische Spezialitäten (2025) stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025.

  • Merete Franz arbeitet seit 1996 als freiberufliche Übersetzerin. Seit 2020 übersetzt sie ausschließlich Belletristik und Sachliteratur aus dem Englischen, Deutschen, Dänischen und Schwedischen ins Norwegische. Neben ihrer Übersetzungstätigkeit gründete sie 2009 gemeinsam mit Helle Riis das Literaturhaus in Skien. Von 2017 bis 2022 war sie dort als Geschäftsführerin tätig.

  • Schwarze Schrift auf gelbem Hintergrund