Videofestival I See International Video Art Festival Oslo

I See International Video Art Festival Oslo © I SEE Video Festival

Sa, 27.05.2017

RAM galleri, Thorvald Meyers gate 51, 0555 Oslo

Fading Memories: Privatsphäre und Datenhoheit im digitalen Zeitalter

Mit diesem Titel ist das Thema benannt, dem sich die Goethe-Institute in Nordwesteuropa im Rahmen einer ganzjährigen internationalen Veranstaltungsreihe widmen.
 
Das I SEE International Video Art Festival wurde 2013 durch die Künstler Constantin Hartenstein und Clemens Wilhelm initiiert. Das Festival stellt internationale Entwicklungen der Videokunst vor und vernetzt wichtige Kunstzentren wie Berlin, Beijing, Shanghai, New York und Oslo miteinander.
 
I SEE präsentiert im Jahr 2017 vier speziell kuratierte Videokunstprogramme, in deren Rahmen die Fragestellungen von Fading Memories aufgegriffen werden. Als Erweiterung zu den drei I SEE Festivalprogrammen - THE DIGITAL BODY, DEATH OLD FRIEND & THE FORCE OF ARCHITECTURE - die sich mit der Digitalisierung des analogen Körpers, der Unsichtbarkeit des Todes und der gesellschaftsformenden Macht der Architektur befassen, präsentieren die Kuratoren speziell für diesen Anlass ein viertes Programm - SUPREMACY, HYPERBOLE -, das sich auf die Evolution digitaler Technologien, auf die fortgeschrittene Digitalisierung der Gesellschaft und auf den Umgang mit unaufhaltsamen Informationsfluten konzentriert.
 
Der Titel SUPREMACY, HYPERBOLE suggeriert zum einen ein Gefühl des „Ausgeliefertseins“: big data bestimmen jeden einzelnen Winkel des globalen und lokalen Zusammenlebens. Inwiefern sind diese Datenströme form- und beeinflussbar durch das Individuum? Künstler wie METAHAVEN und Stefan Pathans setzen sich damit auseinander, welche Hierarchien durch Überwachung, Daten-Management und Datenökonomie neu geschaffen werden. NEOZOON und Alan Warburton erforschen mit ihren Arbeiten die Grenzen einer digitalisierten Realität. Studio Kalleinen und Li Ran widmen sich den gesellschaftlichen Utopien von digitalisierten Gemeinschaften.
 
Ist unsere Gesellschaft dem allumfassenden Fortschritt auf den Leim gegangen und strebt nach digitalen Superlativen, die ins Unendliche verlaufen, stets unerreichbar bleiben, jedoch unnötig oft als status futurus proklamiert werden? Entsteht jetzt der gläserne Mensch, der sklavisch Daten liefert für supranationale Konzerne, die die Nationalstaaten abgelöst haben? Bestimmen die Daten, die jeder einzelne in unserer Gesellschaft meist im Austausch für die Nutzung von Apps und Online-Services von sich preisgibt, die Gegenwart und vor allem die Zukunft jedes Einzelnen?
 
An die Screenings schließen sich Diskussionsrunden an. Die Kuratoren leiten durch das Gespräch und Programm. 

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