Filmfestival mit deutschen Filmen Oslo Pix Filmfestival

Oslo Pix Filmfestival Plakat ©Oslo Pix

Mo, 31.05.2021 -
Do, 10.06.2021

Filme: Und morgen die ganze Welt & Oeconomia

Der Festivalsommer beginnt und ein fester Bestandteil davon ist das Festival Oslo Pix. Dieses Jahr findet das Festival digital statt. Neben interntionalen und norwegischen Filmen werden zwei Neuerscheinungen aus Deutschland gezeigt.

Und morgen die ganze Welt

Ausschnitt aus dem Film

Und morgen die ganze Welt ist sowohl ein Coming-of-Age-Märchen, als auch ein politischer Thriller. Der Film, von Regisseurin Julia von Heinz, folgt Luisa, die in ihrem ersten Jahr in Mannheim Jura studiert. Luisa stammt aus einer aristokratischen, konservativen Familie und ist mit Jagd, Privateigentum und rechten politischen Werten aufgewachsen. Durch ihre Kommilitonin Batte entdeckt Luisa jedoch, dass ihre eigenen Werte weit von denen ihrer Eltern entfernt sind. Batte nimmt Luisa mit in ein antifaschistisches Kollektiv im Stadtzentrum. In der Stadt demonstrieren Neonazis offen auf der Straße, und es stellt sich heraus, dass das Kollektiv in der Frage, wie es auf die Neonazis reagieren soll, gespalten ist. Ihre Freundin Batte plädiert für Gewaltlosigkeit. Aber Luisa fühlt sich von dem charismatischen jungen Mann, Alfa angezogen, für den auch der Einsatz von Gewalt ein legitimes Mittel ist, um Widerstand zu leisten. Sollte Gewalt nicht mit Gewalt beantwortet werden? Oder könnte es sein, dass Luisas Faszination für Alfa sie nicht klar denken lässt?

Und morgen die ganze Welt ist ein Film von starker Relevanz, der sich mit dem zunehmend polarisierten politischen Klima in Europa beschäftigt. Der Film wurde bereits für eine Reihe von Preisen bei internationalen Filmfestivals nominiert und wird im Wettbewerb der 77. Internationalen Filmfestspiele in Venedig laufen, als auch die Hofer Filmtage eröffnen.

Oeconomia

Ausschnitt aus dem Film

Der Film Oeconomia hat das Ziel uns Normalsterblichen zu zeigen, wie die gegenwärtigen kapitalistischen Theorien und Praktiken direkt in einen Abgrund führen - wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Es handelt sich um eine unterhaltsame, aufschlussreiche und kritische Dokumentation, die die oft irrationalen und widersprüchlichen Aspekte der unbestrittenen Wirtschaftsbedingungen untersucht und aufzeigt.

Als Ausgangspunkt richtet Regisseurin Carmen Losmann einige einfache und fast banale Fragen zu Wirtschaft an Führungskräfte in der Finanzwelt. Eine Frage, die sie verfolgt, ist, warum wir entschlossen zu sein scheinen, an einem System festzuhalten, in dem Steuerzahler*innen wiederholt die Banken retten müssen. Die Antworten, die sie erhält, sind, gelinde gesagt, alles andere als zufriedenstellend oder beruhigend.

Wenn Wirtschaftswachstum die heilige Kuh der Finanzwelt ist, dann ist die Frage, wie Geld geschaffen wird, der Elefant im Raum. Durch viele vage Antworten, die mit großen Schwierigkeiten extrahiert werden, beginnen wir, ein System wahrzunehmen, das wachsende Ungleichheiten schafft und die natürlichen Ressourcen auf globaler Ebene erschöpft. Peter Praet, damals Chefökonom bei der Europäischen Zentralbank, erklärt offen, wie Geld heute mehr oder weniger wie bei einer traditionellen Geldpresse geschaffen wird. Der Chef des Investmentgiganten PIMCO Deutschland vergleicht die Wirtschaft mit einem Fußballspiel, bei dem wir uns derzeit in der letzten Hälfte der zweiten Runde befinden. Wenn das Match vorbei ist, bricht das gesamte System zusammen. Es bleibt die Frage, ob es ein alternatives System gibt, das uns und die Erde retten könnte.

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