Ich bin dein Mensch - Szenenbild © NZIFF

WHĀNAU MĀRAMA NEW ZEALAND INTERNATIONAL FILM FESTIVAL 2021

Das diesjährige Whānau Mārama New Zealand International Film Festival findet vom 29. Oktober bis 5. Dezember 2021 landesweit statt und bietet eine Auswahl an Filmen aus 40 Ländern.  Die folgenden zehn deutschsprachigen Filme sind dieses Jahr Teil des Festivals.

Die bitteren Tränen der Petra von Kant 

NZIFF: Die bitteren Tränen der Petra von Kant © NZIFF Regie: Rainer Werner Fassbinder
1972 | Deutschland | Drama | 124 min

Die herrische Modedesignerin Petra (großartig gespielt von Margit Carstensen) versucht die heißbegehrte naive Karin (Fassbinders Star Hanna Schygulla) zu kontrollieren, während ihre Assistentin Marlene (unvergesslich: Irm Hermann) mit stummer Wut zuschaut. Das klaustrophobische Drama spielt in einem spektakulärem 70 Jahre Set, gesetzt zu einem wunderbaren, wahrlich Gosdenesquen Soundtrack von Verdi, The Platters und The Walker Brothers. 
Durchgängig modern und dennoch opernhaft, bleibt Die Bitteren Tränen der Petra von Kant eines der besten Beispiele von Fassbinders einzigartiger Zusammenführung von Spannungbogen und emotionaler Rauheit.  — Andrew Langridge

Fabian oder Der Gang vor die Hunde

NZIFF: Fabian oder Der Gang vor die Hunde © Lupa-Film Regie: Dominik Graf
2021 | Deutschland | Drama | 186 min

Adaptiert von Erich Kästners Roman erzählt der Film von Jakob Fabian (Tom Schilling), der sich durch die versteckten Sex Clubs, Arbeitslosenschlangen, schmierige Kneipen und Gaststätten der Weimarer Ära treiben lässt. Immer ein wenig im Widerspruch zu seiner Umgebung stehend, findet der desillusionierte Schriftsteller einen Fokuspunkt in der aufstrebenden Schauspielerin Cornelia Battenberg (eine verzaubernde Performance von Saskia Rosendahl). Im Licht ihrer aufflammenden Liebe, verrät der gesteigerte Hedonismus ihrer Freunde und Gefährten eine underschwellige Verzweiflung und Angst, als politische Gefahren im Film spürbar werden.  
Quelle: NZIFF

Große Freiheit

NZIFF: Große Freiheit © Freibeuterfilm Regie: Sebastian Meise
2021 | Deutschland, Österreich | Drama | 117 min

Mehr als 100000 Männer wurden von den Nazis unter Paragraph 175, der Homosexualität unter Männern unter Strafe stellt, verhaftet. Viele der Männer, die in Konzentrationslager geschickt wurden, haben nicht überlebt und die, die dennoch überlebten, wurden oft für den Rest ihrer Strafe direkt ins Gefängnis gesteckt. Hans ist solch ein Gefangener, buchstäblich vernarbt duch die Zeit im Lager und nun gezwungen mit dem verurteiltem Mörder Viktor eine Zelle zu teilen. Viktor ist angewidert, dass sein neuer Mitbewohner ein "175er" ist, doch schwinden seine homophobischen Anwandlungen schnell Mitleid, als er realisiert, was Hans durch die Nazis miterlebt hat. — Chris Tse

Helmut Newton: The Bad and the Beautiful

NZIFF: Helmut Newton - The Bad and the Beautiful © NZIFF Regie: Gero von Boehm
2019 | Deutschland | Dokumentarfilm | 93 min

Dokumentarfilm über den legendären Fotografen Helmut Newton (1920-2004), entstanden anlässlich seines 100. Geburtstags am 31. Oktober 2020. Der Film zeichnet die Lebensgeschichte Newtons nach, der in Berlin geboren wurde, aber 1938 als Jude vor den Nationalsozialisten nach Australien flüchtete. Als Fotograf, nicht zuletzt für die einflussreiche Modezeitschrift Vogue, wurde er schließlich weltberühmt. Mit seinen oftmals provozierenden und umstrittenen Aufnahmen (meist von Frauen) prägte Newton die internationale Mode-, Werbe-, Porträt- und Akt-Fotografie. Für seinen Film erhielt Regisseur Gero von Boehm exklusiven Zugang zum Archiv der Helmut-Newton-Stiftung. Außer Newton selbst (in Archivaufnahmen) kommen im Film ausschließlich Frauen zu Wort, darunter seine Ehefrau June Newton, Claudia Schiffer, Hanna Schygulla, Charlotte Rampling und Grace Jones, aber auch die Newton-Kritikerin Susan Sontag. 
Quelle: Filmportal.de

Ich bin dein Mensch

NZIFF: Ich bin dein Mensch © NZIFF Regie: Maria Schrader
2021 | Deutschland | Comedy | 100 min

Archaeologin Alma (Maren Eggert) stimmt im Gegenzug fuer die Zusicherung ihrer Forschergelder zu, den Liebesroboter Tom (Dan Stevens) zu testen, der genau nach ihren Vorlieben kreiert wurde: Tom, der noch in der Entwicklungsphase ist, wird fuer drei Wochen mit Alma wohnen. Sie hat die Aufgabe, ihn als ihren Lebensgefaehrten zu behandeln, damit der Algorithmus lernen kann. Die ewige Zynikerin Alma, ist nicht begeistert, aber beisst die Zaehne zusammen, um die Fortsetzung ihrer aechaelogischen Studien nicht zu gefaehrden. So entsteht eine situationskomische Entdeckungsreise von Vertraeglichkeit, Vertrauen und Lust.  - Amanda Jane Robinson

Miss Marx

NZIFF: Miss Marx © Vivo Film Regie: Susanna Nicchiarelli 
2020 | Italien | Drama | 107 min

Durch die Verbindung von Punkrock-Melodik, in die Kamera gerichtete Monologe, Vintage Filmbilder und anachronistischer Elemente mit famoser Ausstattung und Kostuemen, schafft die Regisseurin Susanna Nicchiarelli ein zeitgenossisches Portrait von Karl Marx juengster und veehrter Tochter Eleanor, eine kritische Denkerin, die ihrer Zeit weit voraus war. - Sandra Reid

Herr Bachmann und seine Klasse

NZIFF: Herr Bachmann und seine Klasse © Madonnen Film Regie: Maria Speth
2021 | Deutschland | Dokumentarfilm | 217 min

Wo ist ein Mensch zu Hause? In der wechselvollen Geschichte der hessischen Stadt Stadtallendorf haben Fremde sowohl Ausgrenzung als auch Integration erfahren. Heute hilft dort der engagierte und empathische Lehrer Dieter Bachmann seinen Schüler*innen, sich zumindest so zu fühlen als wären sie zu Hause. Die 12- bis 14-jährigen Schüler*innen kommen aus verschiedenen Ländern und sprechen zum Teil noch kein Deutsch. Bevor er demnächst in Pension geht, möchte der Lehrer bei den angehenden Bürger*innen noch die Neugier auf ganz unterschiedliche Beschäftigungsfelder, Themen, Kulturen und Lebensentwürfe wecken. Der fesselnde, einfühlsame Dokumentarfilm vermittelt eine zentrale Erkenntnis: Hätten alle Kinder einen Pädagogen mit derartiger Geduld und großer emotionaler Intelligenz, würden Konflikte mit Worten gelöst und könnte John Lennons "Imagine" Wirklichkeit werden.
Regisseurin Maria Speth und Kameramann Reinhold Vorschneider zeigen, dass Bildung nicht nur wichtig ist, sondern ein spektakulärer Vorgang sein kann – und setzen diesen so wunderbar in Szene, dass der Film selbst fast etwas Heldenhaftes bekommt.
Quelle: 71. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)

Nr.10

NZIFF: Nr. 10 © NZIFF Regie: Alex van Warmerdam
2021 | Niederlande | Drama | 100 min

Als Kind wurde Günter verlassen im Wald gefunden und von Pflegeeltern aufgenommen. Bis dato hat er sich nie mit der Frage um seine leiblichen Eltern beschaeftigt. Als ein Fremder ihn auf der Strasse das Wort “kamaihí” ins Ohr fluestert und verschwindet, beginnt Günter ueber seine Mutter nachzugruebeln. Wird “kamaihí” zu Wahrheit, Verstehen und Frieden fuehren? 
Quelle: NZIFF

The Painted Bird

NZIFF: The Painted Bird © NZIFF Regie: Václav Marhoul
2019 | Tschechien | Drama, Horror | 170 min

Die biblische Horrorgeschiche The Painted Birds beginnt mit einem Jungen, der verfolgt, geschlagen und gezwungen wird, zuzuschauen, wie auf sein Hausfrettchen uriniert, es dann angezuendet und zu Tode verbrannt wird. Von hier aus, wird es nur grausamer.... Es gibt keine Gnade in dieser Odysee von Erniedrigung und Degradierung. Ein wunderschoen gefilmter Alptraum, der das Schlimmste der Menschheit zeigt. 
Quelle: NZIFF

Undine

NZIFF: Undine © NZIFF Regie: Christian Petzold
2020 | Deutschland | Drama | 91 min

Undine ist Historikerin, sie arbeitet als Museumsführerin in Berlin. Mit dem Humboldt Forum kennt sie sich aus, genauso wie mit der flinken Auswahl von Bluse und Kostüm. Schön ist sie ganz nebenbei, und ihre Art, Wissen über die auf Sumpfland gebaute Stadt zu vermitteln, ist so professionell wie anmutig. Und doch wandern ihre Blicke immer wieder hinüber ins Hof-Café des Stadtmuseums, um zu sehen, ob er da ist, noch da ist, wieder da ist, er. Aber Johannes geht, verlässt sie, und für Undine bricht eine Welt zusammen. Der Zauber ist zerstört ...
Christian Petzold dichtet den Mythos von der geheimnisvollen Wasserfrau zum modernen Märchen in einer entzauberten Welt um. Seine Undine wehrt sich gegen die Ohnmacht der Verratenen und verliebt sich neu, in Christoph, der Tauchgänge in die versunkene Welt eines Stausees unternimmt. Mit traumwandlerischer Sicherheit holt Petzold den Sagenstoff ins Reich seines Kinos, das präzise Alltagsgesten mit dem Gespenstisch-Überrealen verbindet. Die Geschichte einer Liebe auf Leben und Tod, mühelos und grandios erzählt.
Quelle: 70. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)