Künstlerresidenz 2020
Anna Peschke

Portrait Anna Peschke
© Jens Wazel

Das Goethe-Institut bietet Kulturschaffenden aus Deutschland mit diesem Förderprogramm die Möglichkeit, einen vorprojektierten Arbeitsaufenthalt in Anknüpfung an ein Goethe-Institut im Ausland umzusetzen und künstlerische Kontakte aufzubauen. Im direkten persönlichen Austausch mit der Kulturszene im Zielland können konkrete Projektvorhaben und/oder Produktionen weiterentwickelt und umgesetzt sowie nachhaltige Arbeitskontakte zu Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden vertieft werden. Auf diese Weise entfaltet sich ein interkultureller Dialog, der sowohl für die Stipendiat*innen als auch für die Kunstszene vor Ort eine Bereicherung darstellt.

Residenzkünstlerin 2020: Anna Peschke

Anna Peschke arbeitet als Regisseurin und bildende Künstlerin in Europa und Asien. Ihre Arbeiten schaffen neue Ausdrucksformen im Spannungsfeld von Performance, Peking-Oper, Installation und Neuer Musik. Seit 2012 inszeniert Anna Peschke zeitgenössische Peking-Opern, wobei sie sich besonders für die Tradition, die Darstellungsregeln und deren Überschreitungen interessiert.
 
Nach „Woyzeck“ als Soloperformance mit Peking-Oper-Elementen folgte 2015 „Faust – eine Recherche durch die Sprache der Peking-Oper“, als Kooperation der italienischen Theaterstiftung ERT und der China National Peking Opera Company (CNPOC). Dazu schrieb der Tagesspiegel: „Die Theatermacherin hat in China künstlerisches Neuland erobert.“ 2017 bekam die Inszenierung die Auszeichnung als „Nationales Leuchtturmprojekt für exzellentes Theater“ des Kulturministeriums der Volksrepublik China und der Kulturabteilung der Stadt Peking.
 
Im Dezember 2019 feierte ihr Werk „Der Ring des Nibelungen – Peking-Oper trifft Musiktheater“ im Radialsystem Berlin Premiere. Anna Peschke erhielt 2015 den Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg sowie 2011 den Berliner Opernpreis.
 
Parallel zu ihrer Theaterarbeit beschäftigt sich Peschke mit Rauminstallationen, Collagen und Bühnenbild, wobei sie sich besonders für die Themen Klimawandel, Rituale und Dinglichkeit interessiert.

In Wellington wird Anna Paschke innerhalb einer zweimonatigen Residenz an dem interdisziplinären Performance-Projekt „The Quiet Living of Lost Things“ arbeiten – eine Kollaboration deutscher und neuseeländischer Künstler*innen, die in einer genreübergreifenden Inszenierung  die wunderliche Geschichte eines einarmigen 15-jährigen Mädchens zum Leben erwecken: Räumliche Performance, Installation, Live-Hörspiel und Objekttheater verschmelzen zu einem intensiven und unvergesslichen künstlerischen Erlebnis. Oder um es in den Worten des neu zusammengefunden Künstlerkollektivs zu sagen: es wird tiefgründig, dunkel, riskant und wunderschön zugleich.

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