Diálogos Globales

Diálogos Globales - Migrantes y Refugiados © Ministerio de Cultura de la Nación / Argentina

​Was bedeutet es für eine Gesellschaft, ihre Türen für andere zu öffnen? Wie kann man erreichen, dass der Migrant als jemand wahrgenommen wird, der eine Identität bereichert, da diese sich ständig weiterentwickelt, und nicht im Gegenteil als bloßer Zuschauer einer bereits fest definierten Kultur erscheint?

Im Rahmen des Treffens „Diálogos Globales“ (03. und 04.07.2017 in Buenos Aires; 05.07.2017 in Córdoba), das vom Kulturministerium der Nation (Arg.) und den Nationalen Kulturinstituten der Europäischen Union in Buenos Aires (EUNIC)  veranstaltet wurde, unterhielten sich Experten aus der ganzen Welt über die Rolle der Kultur als Rahmen und Instrument für die Integration von Migranten und Flüchtlingen.

Die bildende Kunst, die Musik, das Theater oder das Kino – sowie auch alle anderen künstlerischen Bereiche – haben ein enormes Potenzial, uns zu zwingen, unsere Realität ohne Scheuklappen zu betrachten. Es wird schwierig sein, den Migranten angemessene Antworten zu geben, es sei denn, wir stellen die Kultur, die Gewohnheiten und die Lebenswerte in den Mittelpunkt der Fragestellung.
 

  • Hatice Akyün © Goethe-Institut Buenos Aires
    Hatice Akyün
  • Uwe Mohr © Goethe-Institut Buenos Aires
    Uwe Mohr, Institutsleiter Goethe-Institut Buenos Aires
  • Estampado Migrantas © Goethe-Institut Buenos Aires
    Während der Veranstaltung im Casa Rosada Museum konnte das Publikum sich die Piktogramme des kollektivs Migrantas auf Beutel drucken lassen.
  • Estampado Migrantas © Goethe-Institut Buenos Aires
    Während der Veranstaltung im Casa Rosada Museum konnte das Publikum sich die Piktogramme des kollektivs Migrantas auf Beutel drucken lassen.
  • Publikum © Goethe-Institut Buenos Aires
  • Hatice Akyün © Goethe-Institut Buenos Aires
    Hatice Akyün
  • Uwe Mohr © Goethe-Institut Buenos Aires
    Uwe Mohr, Institutsleiter Goethe-Institut Buenos Aires
  • Diálogos Globales - Migrantes y Refugiados © Ministerio de la Cultura de la Nación Argentina
  • Diálogos Globales - Migrantes y Refugiados © Ministerio de la Cultura de la Nación Argentina
  • Diálogos Globales - Migrantes y Refugiados © Ministerio de la Cultura de la Nación Argentina

Hatice Akyün

Im Rahmen der Veranstaltung und auf Einladung des Goethe-Instituts Buenos Aires, sprach die türkisch-deutsche Journalist Hatice Akyün mit ihrem gewohnten Vertrauen über Gender, Sprache und Kommunikation.

„Mein Name ist Hatice. Ich bin Türkin, aber auch Deutsche, Ausländerin, Muslime, Deutsch-Türkin, Journalistin oder ein Miststück, je nachdem, wer mich gerade betrachtet. Und ich empfinde es als Reichtum, diese Widersprüche in mir zu vereinen. Ich trage kein Kopftuch und bin nicht zwangsverheiratet. Ich bin zu deutsch, um eine Türkin zu sein, und zu türkisch, mich eine Deutsche zu nennen.“
 
Mit diesen Worten charakterisiert sich Hatice Akyün selbst in ihrem Erstlingsroman „Einmal Hans mit scharfer Soße“ (2005), der zum SPIEGEL-Bestseller wurde und inzwischen 2012 erfolgreich verfilmt wurde. Frech, selbstbewusst, selbstironisch und witzig beschreibt sie darin die Eigenarten von Deutschen und Türken und ihren erfolglosen Versuch, einen Mann zu finden, der türkisches Feuer mit deutscher Zuverlässigkeit vereint, eben einen „Hans mit scharfer Soße“. In ihrer klaren und einfachen Sprache spielt sie mit den Stereotypen und erläutert beiden Seiten die Unsinnigkeit der jeweiligen Klischees. Sie wird so zur Brücke zwischen zwei Kulturen und Mittlerin zwischen den Welten. Ihr Buch gehört inzwischen zum Schulstoff von Jugendlichen und hat sie auf einen Schlag als eine der Hauptprotagonisten im Diskurs zur Migration in Deutschland werden lassen.
         

Hatice Akyün © Hatice Akyün Sie arbeitet mit Schülern, Jugendlichen, sozial Benachteiligten und Ausländeriniativen, um die Integration von Ausländern und Migranten (besonders Türken) in Deutschland zu fördern und wurde somit zum Vorbild für viele junge Ausländerinnen, besonders Türkinnen, ein modernes “Role Model”. In der aktuellen Migrationsdebatte wurde sie von der journalistisch neutralen Beobachterin zur engagierten Aktivistin und setzte sich aktiv für die Integration der ankommenden Flüchtlinge aus Syrien ein. Zu diesem Thema spricht sie bei der Internationalen Konferenz „Diálogos Globales“, die vom 3.7.-5.7.2017 In Buenos Aires und Córdoba stattfinden wird, organisiert von EUNIC (Vereinigung der Europäischen Kulturinstitute) und der Direccíon Nacional de Cooperación International des Argentinischen Kultusministeriums. (Museo de la Casa Rosada  Adresse bitte ergänzen, auch Córdoba)      
Hatice Akyün wurde 1969 in Anatolien geboren und kam als Dreijährige mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihre Kindheit verbachte sie in der Arbeiterstadt Duisburg im Ruhrgebiet. Dort begann sie als Journalistin bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Duisburg arbeitete nach dem Volontariat als Gesellschaftsreporterin für das Magazin „MAX“. Heute lebt sie in Berlin und schreibt als freie Journalistin für  „SPIEGEL“, „EMMA“, „TAZ“, „BILD AM SONNTAG“ und  den „TAGESSPIEGEL“, wo seit 2011 ihre sehr bekannte wöchentliche Kolumne „Meine Heimat“ erscheint. Nach ihrem Erstlingsroman veröffentlichte sie 2008 ihr zweites Buch »Ali zum Dessert«. Im September 2013 erschien ihr drittes Buch „Ich küss dich, Kismet - Eine Deutsche am Bosporus“, 2014 folgte „Verfluchte anatolische Bergziegenkacke - Oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand“.
2009 wurde sie mit dem Toleranz- und Zivilcourage-Preis ihrer Heimatstadt Duisburg ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wird ihr Blog »Neulich in der Parallelwelt« für den Grimme Online Award nominiert. Für ihre Beiträge zur Debatte um Einwanderung und Integration und ihr Engagement für ein demokratisches Miteinander, erhielt sie 2011 den Berliner Integrationspreis. Gerade wurde ihr der Publizistenpreis der Deutschen Bibliotheken verliehen. Mit ihrem unprätentiösen, authentischen und ehrlichem Auftreten kann sie Bevölkerungsgruppen ansprechen, die sich sonst nicht für Politik, gesellschaftliches Engagement oder Themen wie Migration und Frauenrechte interessieren. Sie ist so eine wichtige Kommunikatorin und Moderatorin von gesellschaftlich relevanten Themen, erreicht eine große Öffentlichkeit und ist in ihrer Person eine Botschafterin des modernen, offenen und multikulturellen Deutschlands.

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